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Konzert

Junge Volksmusik im Himmeltal

Die vier Musikerinnen von „Oane wia koane“ geben sich am 10. Juni mitten auf der Wiese in Frauenzell die Ehre.
von resi beiderbeck

Unkonventionell, eigenwillig, bodenständig, lebenslustig – das ist „Oane wia koane“. Foto: Norbert Neuhofer
Unkonventionell, eigenwillig, bodenständig, lebenslustig – das ist „Oane wia koane“. Foto: Norbert Neuhofer

Frauenzell.Was passiert, wenn eine Grundschullehrerin, eine OP-Schwester, eine Floristin und eine Physiotherapeutin von der Volksmusik partout nicht lassen können? Sie gründen eine Vier-Frauen-Band und spielen den Zwiefachen, den Galopp oder die Polka ein ganz klein wenig anders. Unkonventionell, eigenwillig und bodenständig – eine aufregende Mischung.

Die vier Mädels von „Oane wia koane“ machen seit 2002 Streichmusik in gemischter Besetzung und stammen ursprünglich alle aus der Gegend um Schwarzach. Es musizieren Verena Neuhofer (Geige), Verena Meier (Steirische), die Brennbergerin Lena Uhlmann (Harfe) und Vera Biller (Kontrabass). Das Repertoire besteht aus verschiedensten Stücken, vorwiegend aus dem niederbayerischen Raum. Vor allem Zwiefache haben es ihnen angetan, weil man da gut dazu singen oder auch mal eine eigene Strophe dazu dichten kann.

Es geht schneidig zur Sache

Das beweist „Oane wia Koane“ auf der CD mit dem Titel „ausbriat“. Dort geht es schneidig zur Sache, und beim Zuhören kann man nicht anders als mitzupfeifen und mitzusingen. Ungeniert werden hier Ursprungstexte frech verändert und der Neuzeit angepasst – aber zackig! „Wer das Engelthalerne Bauernmadl will haben“ – so hieß es einst – der müsse „a scheene, greane, seidene Zipfelhaubn“ besitzen. Wer aber heutzutage „a hübsche, blonde Freundin will haben“, der solle „a scheens, neis BMW-Cabriolet und dazu einen gut gefüllten ledernen Geldbeutel“ sein Eigen nennen, meinen die Musikerinnen. Dem „Ochsentreiber-Zwiefachen“ und dem „Eisenkeilnest“ verpassen sie ein höchst vergnügliches Gender-Mainstreaming.

Mitten in der Natur: Konzerte im Himmeltal Foto: Beiderbeck/Archiv
Mitten in der Natur: Konzerte im Himmeltal Foto: Beiderbeck/Archiv

„Heut sperr ma unsre Manna ei und geh ma furt bei da Nacht, juchee!“ singen die vier Mädels voller Übermut. Auch wartet „frau“ anno 2018 nicht mehr darauf, dass der Lover zum Kammerfenster kommt – ganz im Gegenteil, obwohl „der Weg zu meim Buam“ ganz schön verflixt ist, wie es im gleichnamigen Walzer heißt. Pure Lebensfreude liefern Titel wie „Unlucky love“ ab, und bei der „Katherl-Polka“ geht es rasant dahin.

2012 wurde das Bayerische Fernsehen auf die flotte Gruppe aufmerksam und präsentierte „Oane wia koane“ in der Sendung „Wirtshausmusikanten“. Da gab es viel Lob für das mit „frischen, modernen und auch scharfen“ Texten neu interpretierte, traditionelle Liedgut. Ausgezeichnet wurden die Mädels kürzlich mit dem vom Gräflichen Haus Arco-Zinneberg ins Leben gerufenen Mooser Liesl-Preis, der sich von anderen Volksmusik-Awards dadurch abhebt, dass er besonders auf die Förderung ausgerichtet ist.

Ein Interview mit Magdalena Uhlmann lesen Sie hier.

Der Preis wurde in drei Kategorien vergeben und ging gleichwertig verteilt an Monika Drasch, Josef Eder und „Oane wia koane“. Anna Theresa Gräfin Arco-Zinneberg übergab die Trophäe und Ulrich Graf Arco-Zinneberg adelte die vier Damen als „perfekt eingespieltes, ideenreich und fröhlich zusammen musizierendes Quartett“. Die gesamte Palette niederbayerischer Volksmusik liege den Vollblutmusikerinnen am Herzen. Dabei komme das Althergebrachte frisch und unkonventionell daher, so die Laudatio.

Idyllischer Veranstaltungsort

So wird es auch am 10. Juni sein, wenn das Quartett im Himmeltal ein Wald- und Wiesenkonzert zum Frühling gibt. Zwiefache und Boarische, Walzer, Polka und Galopp erklingen mitten auf der Wiese in purer Idylle. Bevor die fröhliche musikalische Reise durch Bayern und Österreich starten kann, ist aber noch eine Menge zu tun. Eine sechs Quadratmeter große Bühne muss mitten in der „Prärie“ aufgebaut werden, dazu eine Schallwand, damit die quietschfidelen Töne nicht verloren gehen. Den Aufbau erledigt der Bauhof der Gemeinde Brennberg, deren Kulturausschuss zusammen mit den Klosterfreunden Frauenzell als Veranstalter auftritt. Die Himmeltal-Wiese ist nicht mit dem Auto erreichbar. Treffpunkt ist um 16 Uhr bei der Klosterkirche Frauenzell. Von hier aus wandert man gemeinsam los.

Karten zum Preis von 8 Euro gibt es unter anderem im Rathaus Wörth, Tel. (09482) 94 03 33, in der Gemeindekanzlei Brennberg, Tel. (09484) 283, bei Lebensmittel Haimerl in Brennberg, Tel. (09484) 579 und an der Tageskasse im Himmeltal. Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt. Bei schlechtem Wetter wird das Konzert ins Kloster Frauenzell verlegt.

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