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Landkreis
Freitag, 21. September 2018 27° 1

Jubiläum

Kallmünz feierte fulminant

Tausende Besucher eroberten am Samstagabend die Perle des Naabtales. Die Feuerwehr bot gratis ein Musikprogramm.
Von Stephan Neu

  • Festmutter Jutta Wagner zog mit ihren hübschen Festdamen und -mädchen die Blicke auf sich. Fotos: Stephan Neu
  • Die Jalapenos Percussion sorgten mit ihren Rhythmen für karibisches Flair.
  • Beim Kindernachmittag war Geschicklichkeit gefragt.
  • Die Fahnenträger zeigten ihr ganzes Können.

Kallmünz.Die Kallmünzer haben es wieder einmal bewiesen: Sie sind wahre Meister im Organisieren. Das „Fest des Jahrhunderts“ stand am Wochenende an. Zum 150-jährigen Bestehen der Feuerwehr stellte der Festausschuss ein Programm auf die Beine, das keine Wünsche offen ließ.

Bereits am Freitagabend schlängelte sich ein langer Zug der Jubelwehr mit ihrer Patenwehr aus Burglengenfeld, den Ehrengästen und den Ortsvereinen vom Vereinsheim zum Friedhofsplatz, wo man der Toten gedachte. Anschließend ging es weiter ins Festzelt am Schmidwöhr. Nach dem Bieranstich durch Schirmherrn Bürgermeister Ulrich Brey und dem Standkonzert der Festkapelle St. Vitus aus Burglengenfeld übernahm der Froschhaxn Express das Zelt.

Viele helfende Hände erforderlich

Etwas beschaulicher startete der Samstag. Der Nachmittag war ganz für die Familien reserviert. Die Kinder konnten sich phantasievoll schminken lassen oder zeigten ihr Geschick beim Kistenstapeln des THW. Wer wollte, konnte ins Feuerwehrauto kraxeln und einmal Feuerwehrmann sein. Die Bundeswehr schilderte ihre Aufgaben und auf dem Karussell konnten Runden gedreht werden. Die Musikschüler zeigten ihr Können. Während sich die Kleinen vergnügten, liefen die Feuerwehrleute zu Höchstleistungen auf. Unterstützt wurden die Kallmünzer Floriansjünger von den Wehren aus dem Bereich der Verwaltungsgemeinschaft, Pentling und Burglengenfeld. Galt es doch alles für den Abend vorzubereiten und dazu waren im Vorfeld viele helfende Hände nötig.

Es mussten hunderte Meter Elektrokabel verlegt werden, um die Stromversorgung für das Lichterspektakel zu gewährleisten. Über das Wehr wurde ein Steg gebaut, damit die Pumpen, die für die abendliche Show benötigt wurden, bedient werden konnten. Feuerwehrautos und Pumpen wurden in Stellung gebracht und Nebelmaschinen installiert. Die Festleiter Dieter Koller, Albert Wolf und Stefan Scheibinger arbeiteten mit ihren Teams voll konzentriert, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Einer der Höhepunkte war der Samstagabend mit einem Open-Air-Konzert und einer Lichter- und Lasershow über die Geschichte des Orts mit dem Brand der Naabmühle, dem verheerenden Hochwasser oder die Angriffe auf die Burg. Während am frühen Abend Richie Necker noch etwas verloren auf der großen Bühne wirkte und das Publikum nur zögerlich zur Festwiese strömte, brannte Markus Engelstädter mit seinem Programm „Magic of Queen“ ein musikalisches Feuerwerk ab, das tausende Besucher begeisterte. Dazwischen verbreiteten die Jalapenos Percussion mit ihren mitreißenden Rhythmen und Tanzeinlagen karibisches Flair. Der Eintritt war zu allen Veranstaltungen frei.


Ein Video zu den „flammenden Visionen“ am Samstag sehen Sie hier.

"Flammende Visionen" in Kallmünz

Festleiter Dieter Koller war sich bewusst, dass das auch hätte schief gehen können. Umso erleichterter zog er noch am Abend ein positives Fazit, bildeten sich doch den ganzen Abend über große Schlangen an den Verkaufsständen. Noch am Samstag wurde das Schmidwöhr von den vielen fleißigen Helfern wieder auf Hochglanz gebracht, damit für den Sonntag alles mit der Sonne um die Wette strahlen konnte.

Nach einer ziemlich kurzen Nacht für die Feuerwehrleute riss sie der Weckruf der Burgschützen um sechs Uhr aus den Federn. Den feierlichen Festgottesdienst zelebrierte Pfarrer Andreas Giehrl unter freiem Himmel. Er begann seine Predigt humorvoll und sagte, Gott begegne den Menschen durch die Menschen, die anderen helfen und leitete so auf die Feuerwehren über, die zu Tag- und Nachtzeiten für den Nächsten im Einsatz sind.

Zahlreiche Impressionen vom Festwochenende finden Sie hier.

Kallmünz in Flammen

Nach dem Gottesdienst lud die Festkapelle St. Vitus zum Frühschoppen. Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer sagte, dass dies heuer bereits das fünfte 150. Jubiläum im Landkreis sei und man im Feuerwehrwesen auf eine lange Tradition zurückblicken könne. Die Aufgaben hätten sich aber gewandelt, mittlerweile seien 70 Prozent der Einsätze in der Technischen Hilfeleistung zu sehen.

Ulrich Brey lobte die Feuerwehr, die keine gewöhnliche Wehr sei und sich vielfältigen Aufgaben wie dem Hochwasser oder der Hilfeleistung bei Gleitschirmunfällen stellen müsse. Die Feuerwehr habe sich mit ihrem Programm dem Image der Kunst- und Kulturgemeinde angeschlossen und ein fulminantes Programm aufgestellt. Landrätin Tanja Schweiger stellte fest, dass sich die Feuerwehren für die Allgemeinheit einsetzen und nicht mehr nur zum Löschen da seien.

110 Vereine beim Festzug

Den Höhepunkt des Sonntags bildete der Festzug, der sich nachmittags durch den Markt schlängelte. Angeführt von der Festkapelle waren Festmutter Jutta Wagner mit ihren 14 Festdamen und den elf Festmädchen eine Augenweide. Die Ehrenmitglieder wurden in geschmückten Karossen chauffiert und die Feuerwehrmänner und –frauen der Jubelwehr ließen sich gebührend feiern. Am Festzug, der von zehn Musikkapellen begleitet wurde, nahmen 110 Vereine aus nah und fern teil. Die weiteste Anreise hatte die Feuerwehr Irschenberg, während es für die Nachbarwehren nur ein Katzensprung war. Mit den Stoapfälzer Spitzbuam klang das imposante Fest aus.

Technische Daten

  • Technik

    : Verantwortlich für die Elektroinstallation war Kreisbrandmeister Josef Pretzl. 2500 Meter Kabel, sieben große Verteilerkästen, zwölf Mehrfachsteckdosen und ein 250-KVA-Stromaggregat mit eigenem Schallschutz waren im Einsatz.

  • Helfer:

    Zum Auf- und Abbau wurden ca. 120 Helfer benötigt.

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