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jubiläum

Karether Wehr zieht Bilanz

Zum 145-jährigen Bestehen hat Heimatforscher Peter Fischer ein Buch geschrieben. Darin blickt er in die Geschichte zurück.
von josef dummer

  • Das 75-jährige Jubiläum wurde 1949 gefeiert.
  • Das Gasthaus Berghammer brannte.

KARETH.Am Wochenende gibt es bei der FF Kareth gleich mehrere Anlässe zum Feiern. Zum einen das 145-jährige Gründungsfest am Samstag mit einem Ehrenabend im Riegerstadl, zum anderen am Sonntag die Weihe des neuen Mannschaftstransportwagens. Ein besonderer Höhepunkt wird die Vorstellung eines Buches von Peter Fischer über die Karether Feuerwehr sein, von den Anfängen bis in die Gegenwart.

Wie der Karether Heimatforscher Fischer, der auch schon mit vielen Beiträgen beim Lappersdorf-Buch mitgewirkt hat, auf die Idee für dieses Buch kam, darüber wird er den geladenen Gästen beim Ehrenabend am Samstagabend im Riegerstadl berichten. Wegen seiner Erfahrung in der Erstellung von Chroniken fragte ihn vor zwei Jahren der FF-Vorsitzende Thomas Schroll, ob er sich nicht einmal an eine Zusammenstellung über die Entwicklung der Karether Feuerwehr machen könnte, „um für die Zukunft, bevor noch mehr Wissen verloren geht, etwas in Händen zu haben“, so die Bitte des Feuerwehrvorsitzenden Schroll. Neben einem alten Protokollbuch übergab er Fischer auch noch den Schlüssel zum Feuerwehrhäusl, „dann kannst selber nachschauen“, meinte Schroll.

Außer dem besagten Protokollbuch, das erst im Jahr 1925 beginnt, fand Fischer nur noch ein Kassabuch ab dem Jahr 1900. Auf der heute noch vorhandenen Fahne von 1904 steht jedoch das Gründungsjahr 1873. Er machte sich deshalb daran, in den öffentlichen Bibliotheken und Archiven, unter anderem im Staatsarchiv Amberg und im Archiv des Marktes Lappersdorf, nachzuforschen, wie sich allgemein die Feuerwehren in unserem Gebiet zum Ende des 19. Jahrhunderts gegründet haben, immer in der Hoffnung, auch etwas über Kareth herauszufinden.

So kann er jetzt, wie Fischer nach seinen Recherchen feststellte, mit dem entstandenen Büchlein nicht nur eine Historie der Karether Feuerwehr, sondern auch viele Einblicke in das Dorfleben von Kareth präsentieren. Zusätzlich erkannte er in seinen Nachforschungen, wie eng die Feuerwehr mit dem gesamten gesellschaftlichen Leben und der Entwicklung der Gemeinde Kareth und allgemein mit der Zeitgeschichte in den vergangenen 145 Jahren verknüpft ist. Auf interessante Geschichten ist Fischer dabei gestoßen, beispielsweise, dass die Feuerwehr Kareth schon zwei Monate nach ihrer Gründung im August 1873 eine „Löschmaschine“ gekauft hat.

Interessant fand er den Kaufvertrag für diese Löschmaschine mit der „Lösch-Maschinen-Fabrik von Dominikus Kirchmair in München in der Herzogmaxstraße 2, nächst dem Karlsthore“. Die Maschine und ihre Leistung werden in dem Vertrag sehr detailliert beschrieben: „Mit der auf einem Pferdewagen montierten Spritze kann eine Mannschaft von sechs bis acht Mann pro Minute 180 Liter Wasser auf 22 Meter werfen.“ Im Feuerwehrmuseum in Roding steht eine solche baugleiche Löschmaschine, die er auch in seinem Buch abgelichtet hat, nachdem das Karether Original nicht mehr vorhanden ist.

Die Karether Löschmaschine war übrigens über 70 Jahre, bis nach dem Zweiten Weltkrieg, in Betrieb, bis die Karether Wehr aus Wehrmachtsbeständen ihre erste Tragkraftspritze TSA erhielt. Aufschlussreich sind auch die Aufzeichnungen im Kassabuch.

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