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Engagement

Keine Angst vor großen Zahlen

Albert Neumeier ist ein Vorbild im Ehrenamt. Der Kassier kümmert sich seit 30 Jahren um die Finanzen des SSV Brennberg.

Albert Neumeiers Zuverlässigkeit ist so eisern wie die 50 Jahre alte grüne SSV-Geldkassette.  Fotos: Beiderbeck
Albert Neumeiers Zuverlässigkeit ist so eisern wie die 50 Jahre alte grüne SSV-Geldkassette. Fotos: Beiderbeck

Brennberg.Insider nennen ihn den „Wunschtraum eines jedes Kassenprüfers“. Als Albert Neumeier das Amt des Kassiers übernahm, wurde Werder Bremen Deutscher Meister. Keiner konnte damals ahnen, dass gut ein Dutzend Jahre später aus D-Mark Euros werden sollten.

1988 musste jeder Buchungsposten noch fein säuberlich in ein Analog-Kassenbuch eingetragen werden. „Seit 1996 funktioniert das einfacher“, erzählt der 65-Jährige. „Seitdem verwende ich ein selbst geschnitztes Excel-Programm und bearbeite damit jährlich rund 600 Kassenposten.“ 2017 waren es wegen des Gründungsfestes gut doppelt so viele – aber auch mehr Einnahmen als gewöhnlich, die in das nächste Projekt fließen, die Modernisierung der Flutlichtanlagen.

Der neue Sportplatz war 1988 gerade fertig geworden. Jetzt stand der Bau eines Vereinsheims bevor. Auch in den Folgejahren wollten Investitionen finanziert werden, seien es ein Vereinsbus, die Renovierung der Umkleidekabinen, eine neue Lautsprecheranlage oder ein Rasenmäher. Dazu kommen laufende Ausgaben von Trainergehältern über Schiedsrichterkosten bis hin zur Markierungskreide.

Mitgliederbeiträge, Bandenwerbung, Zuschüsse, Spenden, Eintrittsgelder und Veranstaltungserlöse sind wichtige Plus-Posten. Immer genau zu wissen, wo wie viel Geld liegt, wann es verfügbar sein muss und wofür, das ist die Kunst der Kassenführung.

Für den Job ein Glückstreffer

Angst vor großen Zahlen hat Albert Neumeier nicht. Der Industriekaufmann fühlte sich dem Amt von Anfang an gewachsen und heute weiß man, dass er für den Job ein Glückstreffer war. Adjektive wie „tadellos“ und „akkurat“ werden ihm zugeordnet. „Hammer“ findet Dr. Gaby von Rhein die 30-jährige Treue im Amt. „Das ist ein Lebenswerk, das größte Hochachtung verdient.“ Als Leiterin der Freiwilligenagentur weiß sie um Probleme, Ämter zu besetzen. Man könne jedem Verein nur raten, permanent die Augen offenzuhalten nach Leuten, bei denen man das Gefühl hat, sie könnten sich für bestimmte Aufgaben interessieren.

Lange bevor SEPA den Zahlungsverkehr revolutionierte und unseren Wortschatz um Begriffe wie IBAN erweiterte, suchte der SSV 1988 einen Kassier. „Franz Beiderbeck hat gemeint, das wär was für mich“, erinnert sich Albert Neumeier. Wahl-Brennberger und SSV-Mitglied war der gebürtige Demlinger elf Jahre zuvor geworden, als er mit seiner Waltraud ein Haus in der Höllbachstraße baute.

Alsbald zog hier der SSV mit ein, eroberte in Form von Aktenordnern manches Schrankregal und weiß seine Karteien hier gastfreundlich beherbergt. Ein Problem war das nie, denn die ganze Familie bis hin zu den vier Enkelkindern ist SSV-begeistert.

„Ohne diesen Rückhalt kann man so ein Ehrenamt nicht machen“, betont Albert Neumeier, zumal es nicht sein einziges ist. Er engagiert sich auch in der Kirchenverwaltung und als Lektor in der Pfarrei. Jedes Jahr marschiert er als Pilgerführer bei den Wallfahrten nach Niederachdorf und Pilgramsberg voraus. Seit 40 Jahren ist er Mitglied bei der Feuerwehr, deren Schriftführer er 15 Jahre lang war.

Dann ist da noch die Musik, die den Vater von drei Töchtern schon immer begeistert hat. Mit dem „Brennberger Dreigsang“ pflegt er die schönen alten Lieder über Besenbinder, Holzhauer und Schmuggler. Seine schöne Tenorstimme schätzt man auch beim Kirchenchor. Als Perfektionist überlässt Albert Neumeier nichts dem Zufall. Das ist für sein Kassenverwalter-Amt gut, denn da sind Weitsicht und Solidität gefragt.

Schafkopf und Rechensport

„Mein Sport ist die Holzarbeit“, lacht der passionierte Radler, der donnerstags beim Rentner-Schafkopf anzutreffen ist. Dazu kommt der Rechensport als Kassier. Als er das Amt übernahm, hatte der SSV 469 Mitglieder und vier Sparten. Heute sind es 918 Mitglieder und sieben Sparten. Die schätzen ihren Kassenverwalter sehr, denn seine Zuverlässigkeit ist so eisern wie die grüne Geldkassette, die so alt ist wie der 50-jährige Verein.

Vier Tage im Festbüro zubringen, Preislisten schreiben, Wechselgeld bereithalten und sonntags als Platzkassier aushelfen, wenn Not am Mann ist – all so was gehört zur Aufgabe eines Kassiers. Reger Parteiverkehr herrscht bei ihm daheim, denn vom Abteilungsleiter bis zur Häusl-Wirtin kommt hier jeder vorbei, der beim SSV mit Geld zu tun hat.

Nur wenige kennen den Verein so gut wie Albert Neumeier, der sich ganz besonders über die tolle Jugendarbeit und den stetigen Fußballer-Nachwuchs des Sportvereins freut. „Dass unsere 1. Mannschaft den Klassenerhalt schafft“, wünscht er sich. Und wenn dann noch der FC-Bayern das Triple holt, ist Albert Neumeier rundum zufrieden.

Albert Neumeier geht in die Verlängerung

  • Voraussetzung:

    „I bin einfach a eingfleischter SSVler und a großer Fußball-Fan“, antwortet Albert Neumeier auf die Frage, warum er so lange durchgehalten hat. Drei Vorsitzenden hat er „gedient“ und mit allen ist er gut ausgekommen. „Wenn im Verein Zusammenhalt, Wertschätzung und gute Stimmung herrschen, dann macht das Ehrenamt Freude.“

  • Zugabe:

    Eigentlich wollte Albert Neumeier heuer als Kassier aufhören. Aber Herbert Fichtl hat ihn überredet, die steuerliche Abwicklung des Gründungsfestes noch gemeinsam mit ihm zu erledigen und weitere drei Jahre im Amt zu bleiben. Deshalb ist der SSV froh, am 27. April bei den Neuwahlen wieder auf den erfahrenen Kassier setzen zu können. (lbi)

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