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Freitag, 20. Juli 2018 31° 2

Betrug

Klamotten auf Kosten anderer gekauft

Ein Ex-Häftling aus Hemau bestellte sich Kleidung im Netz und gab sich als sein Mitbewohner aus. Nun stand er vor Gericht.
Von Marion von Boeselager

Der 25-Jährige wurde vor dem Regensburger Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Foto: Peter Steffen dpa
Der 25-Jährige wurde vor dem Regensburger Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Foto: Peter Steffen dpa

Hemau.Gut drei Monate nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis, wo er die letzten 14 Monate verbracht hatte, stand ein 25-jähriger Landschaftsgärtner aus dem Landkreis 2016 immer noch ohne Job und kaum Geld in der Tasche da. Da löste er seinen Wunsch nach einem coolen Outfit einfach auf illegale Weise: Er wählte in einem Online-Versandhaus schicke Klamotten im Wert von über 500 Euro aus, gab jedoch die Daten seines Mitbewohners an. Die Ware wurde geliefert. Der notorische Straftäter, der es bereits auf eine lange Liste von Voreintragungen quer durch das Strafgesetzbuch bringt, konnte sich von Kopf bis Fuß neu einkleiden, bezahlte aber nichts. Als sein Wohngenosse eine Mahnung nach der anderen erhielt, ging er zur Polizei. Jetzt stand der 25-Jährige wegen Computerbetrugs und Fälschung beweiserheblicher Daten in Regensburg vor dem Amtsgericht. Die Beamten konnten in der Wohnung noch die komplette Lieferung sicherstellen, bis auf ein paar Socken, deren Verbleib sich nicht mehr klären ließ.

Umfassendes Geständnis

Über seinen Verteidiger Martin Hutzler legte der Angeklagte sofort ein umfassendes Geständnis ab. Warum er so gehandelt habe, konnte der 25-Jährige im Nachhinein jedoch nicht mehr klar beantworten. „Ich habe nicht drüber nachgedacht“, lautete seine Begründung.

Seit Sommer letzten Jahres, versicherte der Angeklagte, habe sich seine Situation aber komplett geändert: Seitdem habe er einen festen Job und verdiene an die 1500 Euro netto. Das sei genug, um seiner Großmutter, die nur über eine geringe Rente verfüge, ab und zu ein Scheinchen zuzustecken. Auch helfe er manchmal einem alten Nachbarn im Garten bei der Arbeit, so der junge Landschaftsgärtner.

Bewährungsstrafe für Angeklagten

Dieses „soziale Engagement“ veranlasste das Gericht zu der Hoffnung, dass der Fall des Angeklagten doch nicht ganz hoffnungslos sei. Die Staatsanwältin beantragte zwar für den 25-Jährigen eine erneute Gefängnisstrafe von sieben Monaten ohne Bewährung. Richter Stitzinger folgte jedoch dem Antrag der Verteidigers auf eine Bewährungsstrafe und verurteilte den Landschaftsgärtnern zu fünf Monaten und zwei Wochen „mit“. Als Auflage muss der Angeklagte eine Geldauflage von 1500 Euro zahlen. Der 25-Jährige nahm sein Urteil noch im Gerichtssaal an. Die Staatsanwältin hingegen äußerte sich dazu noch nicht.

Weitere Berichte aus dem Gerichtssaal lesen Sie hier.

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