MyMz
Anzeige

Gericht

Koks bei Bienenhaus gelagert

Ein 36-jähriger Kfz-Mechaniker soll im Kreis Regensburg mit Drogen gehandelt haben. „Kunden“ waren aber V-Leute der Kripo.
Von Marion von Boeselager

Ein Zollbeamter präsentiert Kokain. Mindestens 50 Gramm der Droge hatte der Angeklagte deponiert. Foto: Christian Charisius/dpa
Ein Zollbeamter präsentiert Kokain. Mindestens 50 Gramm der Droge hatte der Angeklagte deponiert. Foto: Christian Charisius/dpa

Regensburg.Ein 36-jähriger Regenburger muss sich ab Montag wegen unerlaubten Drogenbesitzes sowie Drogenhandels in nicht geringer Menge vor dem Landgericht verantworten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft nutzte der getrennt lebende Kfz-Mechaniker sein Freizeitgrundstück im westlichen Landkreis im März vor drei Jahren nicht nur zur Bienenzucht: Der Beschuldigte deponierte dort auch in einem Bretterverschlag mindestens 50 Gramm Kokain zwecks Weiterverkaufs mit Gewinn.

Koks in Spielothek verkauft

Im selben Monat soll er in einer Spielothek in Pollenried einer Vertrauensperson der Kripo Oberpfalz zwei Plomben Koks mit je 0,78 Gramm verkauft haben. So geriet er ins Visier der Ermittler.

Im April desselben Jahres kam der Beschuldigte dann in einer Bäckerei des Ortes mit einem verdeckt ermittelnden Polizeibeamten, der mit Genehmigung der Regensburger Staatsanwaltschaft agierte, ins Geschäft: Er vereinbarte mit dem Interessenten die Lieferung von 100 Gramm Heroin zum Preis von 5000 Euro.

Als Übergabeort am Folgetag war der Parkplatz eines Supermarktes ausgemacht. Auf seinem Freizeitgrundstück zeigte der 36-Jährige dem potenziellen Kunden und der Vertrauensperson eine Kostprobe des bei ihm gelagerten Heroins von überdurchschnittlich hoher Qualität, so die Vorwürfe.

Doch die Übergabe an den verdeckten Ermittler scheiterte: Der Beschuldigte hatte die Drogen bei dem Treffen gar nicht dabei und verlangte Vorkasse. Eine Überlassung des Heroins auf Kommissionsbasis kam nicht zustande, so die Angaben der Staatsanwaltschaft. Im Mai soll es daraufhin in einer Spielothek in Pollenried erneut zu einem zufälligen Treffen der beiden Männer gekommen sein.

Heroingeschäft vorgeschlagen

Danach fuhren der Beschuldigte und der V-Mann in dessen Auto zurück in den Ort im westlichen Landkreis. Dort schlug der 36-Jährige ein neues Heroingeschäft in gleicher Größenordnung vor, so die Vorwürfe. Erneut vereinbarten die Männer ein Treffen auf dem Parkplatz eines Discounters vor Ort. Dort sollten noch Einzelheiten des Deals geklärt werden. Doch zu einem Geschäft kam es wieder nicht, da sich der Beschuldigte nicht vom geforderten Preis herunterhandeln ließ.

Der Prozess ist auf zwei Tage angesetzt.

Mehr Berichte aus dem Amts- und Landgericht Regensburg finden Sie in unserem MZ-Spezial!

Die Menge macht‘s

  • Gesetz:

    Das deutsche Betäubungsmittelgesetz kennt drei Mengenbegriffe: die geringe, normale und nicht geringe Menge.

  • Gericht:

    Nach der Menge des Wirkstoffs in den Drogen beurteilt das Gericht die Schwere des Delikts und die dafür zu verhängende Strafe.

  • Strafe:

    Die Mindeststrafe für Handel in nicht geringer Menge ist ein Jahr Haft.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht