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Dienstag, 18. September 2018 28° 1

Trend

Lachend durch den Schlamm rollen

Der Mooshamer Hindernislauf kommt an. Bei der dritten Auflage am 8. Juli gehen mehr als 1000 Sportler auf die Strecke.
Von Michael Jaumann

Eine großes Echo erfahren die Berg- und Freizeitsportfreunde Moosham auf ihren Aufruf zum "3. Wald-und-Wiesn-Wuidln". Für den Hindernislauf gibt es schon mehr als 1100 Anmeldungen. Unsere Bilder zeigen Szenen aus den Vorjahren.

Mintraching.Mit einem weiten Satz setzt der Läufer über den Graben und landet in der Böschung. Die Fingernägel krallen sich in die lehmige Wand, die Zehen finden aber keinen Halt. Langsam zieht die Schwerkraft den Körper über die Lehmwand nach unten, die starren Finger geben auf.

Schließlich liegt der Läufer rücklings in der Schlammbrühe – und grinst über das ganze Gesicht. Zwei andere Sportler liegen dort schon wie die Krabbelkäfer. Die drei helfen nun einander. Sie hieven, ziehen, rutschen, zerren. Dann sind sie droben und springen über den nächsten Graben. Irgendwann haben sie die Grabenserie bewältigt und irgendwann alle zehn Hindernisse. Nass, schmutzstarrend, aber glücklich stolpern sie nach zehn Kilometern am alten Sportplatz in Moosham über die Ziellinie.

Zehn Hindernisse am Weg

Solche Bilder wird es am 8. Juli in Hülle und Fülle geben, wenn in Moosham die Berg- und Freizeitsportfreunde beim „3. Wald-und-Wiesen-Wuidl’n“ die Läufer in mehreren Wellen ins Gelände schicken. Schon mehr als 1100 Sportler haben sich gemeldet und wollen die fünf oder die zehn Kilometer lange Strecke angehen. Kein Zweifel, Schlammrobben liegt voll im Trend!

Eindrücke vom Wettbewerb im vergangenen Jahr sehen Sie hier:

Zehn Hindernisse warten auf den Wegen und Wiesen rund um die Pfatter – und sogar die Pfatter selbst. Welche das sind, das verraten die Veranstalter noch nicht. Großes Geheimnis, um die Spannung hochzuhalten! Ein Blick auf die vergangenen zwei Läufe gibt schon mal einen Vorgeschmack davon, was die Sportler erwartet: Elastische Reifenstapel galt es zu erklimmen oder stachlige Heuballenpyramiden. Die Abfolge von wassergefüllten Gräben sorgte genauso für lehmige Klamotten wie ein schlammiges Feld, das den Sportlern kaum Platz zwischen Boden und einem Drahtverhau ließ. Zwischen normalem Draht und Stacheldraht hatten die Sportler dabei die Wahl, während Helfer mit kräftigem Wasserstrahl dafür sorgten, dass die Kriechstrecke auch für jeden gleichermaßen schmutzig blieb.

Unter Stacheldraht robben und durch die Pfatter waten – abwechselnd nass und dreckig wird man in jedem Fall. Foto: Peter Höckner
Unter Stacheldraht robben und durch die Pfatter waten – abwechselnd nass und dreckig wird man in jedem Fall. Foto: Peter Höckner

Es ging über Leitern auf Lastwagen und durch Tunnel, gefüllt mit schwingenden Sandsäcken. Für Abfrischung zwischendurch sorgte die Pfatter, in der Baumstämme voller aufgereihter Autoreifen zu überwinden waren oder mit Eiswasser gefüllte Container. Damit die Zuschauer auch etwas zu sehen haben, liegen ein paar der Hindernisse im Start- und Zielbereich. Da kann man bratwurstsemmelkauend verfolgen, wie sich die Läufer abmühen.

Auch, wenn einem im eiskalten Wassercontainer wahrscheinlich der Atem stockt, gefährlich sind die Disziplinen wohl nicht. Die erinnern eher an die Wettbewerbe von „Spiel ohne Grenzen“, an die sich die Älteren unter uns noch aus ihrer Jugend erinnern, als an den neuzeitlichen eisenharten „Tough Mudder“-Wettkampf, bei dem schon mal stromführende Kabel die Sportler außer Gefecht setzen.

„Der Spaß soll im Vordergrund stehen“, sagen Anna und Johannes Neumeier, die seit Wochen im Organisationsteam an der Vorbereitung des Hindernislaufs basteln. „Jedes der Hindernisse ist machbar“, versichert Johannes Neumeier. „Und wenn es einer nicht schafft, dann läuft er halt außen rum.“ Kein Problem also, es geht um die Gaudi. Darum machen viele auch verkleidet mit und laufen ganz selbstironisch zum Beispiel als Super Mario.

Die Sportler helfen sich

540 Mitglieder haben die schnellwachsenden Berg- und Freizeitsportfreunde inzwischen. Zum 20. Gründungsfest vor zwei Jahren wollten die Organisatoren eine attraktive Alternative zu ihrem herkömmlichen Lauf und ließen sich von den boomenden Hindernisläufen inspirieren. Ein paar der Hindernisse schauten sie sich ab, ein paar kreierten sie selbst. Vor allem nutzten sie die Gegebenheiten vor Ort, ein Schlammtümpel im Gelände oder die brusthohe Pfatter.

Mit viel Einsatz bauen die Berg- und Freizeitsportfreunde am Parcours und dem Zieleinlauf. Foto: Jaumann
Mit viel Einsatz bauen die Berg- und Freizeitsportfreunde am Parcours und dem Zieleinlauf. Foto: Jaumann

Die Resonanz unter den Sportlern war erstaunlich. Nach 300 Teilnehmern im ersten Jahr wollten 2017 schon über 800 mitmachen, und heuer sind es mit über 1100 schon so viel, dass der Start in vier Blöcken erfolgt – mit einer halben Stunde Abstand dazwischen. An die 100 Mitglieder des rührigen Vereins plus Feuerwehr und Sanitäter werden am Veranstaltungstag zusammenhelfen, damit alles glattgeht.

Helfen müssen sich übrigens auch die Sportler. Denn so ein glitschiges Hindernis schafft man mitunter nur, wenn von hinten einer schiebt und von oben einer zieht. Darin liegt für Johannes Neumeier auch das Erfolgsgeheimnis des Laufs. Dass keiner monoton für sich läuft, sondern die Gemeinschaft im Vordergrund steht. Darum gibt es auch keinen Preis für den Schnellsten, sondern Preise etwa für das schönste Kostüm, die größte Gruppe und die weiteste Anreise.

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