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Polizeibericht

Lkw-Fahrer waren von Handys abgelenkt

Nach den Unfällen auf der A3 bei Regensburg am Mittwoch beklagt die Polizei Probleme mit Gaffern und der Rettungsgasse.

Die Rettungskräfte hatten am Mittwoch alle Hände voll zu tun – und wurden zum Teil bei ihrer Arbeit auch noch behindert. Foto: Alexander Auer
Die Rettungskräfte hatten am Mittwoch alle Hände voll zu tun – und wurden zum Teil bei ihrer Arbeit auch noch behindert. Foto: Alexander Auer

Barbing.Ergänzend zu den beiden Verkehrsunfällen vom 14. Februar auf der A3, wo am Mittwoch gegen 8.30 Uhr zwischen den Anschlussstellen Wörth/Wiesent und Rosenhof ein Sattelzug nach rechts von der Fahrbahn abkam und umstürzte, hat die Verkehrspolizei neue Erkenntnisse. Derzeit werde von einer plötzlichen Erkrankung des 62-jährigen Fahrers ausgegangen als er die Beherrschung über sein Fahrzeug verlor und nach rechts von der Fahrbahn abkam. Seine Verletzungen stellten sich glücklicherweise als nicht so schwer heraus. Der Gesamtsachschaden beläuft sich jedoch auf ca. 105 000 Euro.

Bei der Bergung lief ein Film am Handy

Beim Folgeunfall in gleicher Fahrtrichtung gegen 10 Uhr, wo ein Lkw-Sprinter am Stauende auf einen vorausfahrenden langsam rollenden Tieflader auffuhr und mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus geflogen werden musste, dürfte die Unfallursache definitiv die Ablenkung des 40-jährigen Kraftfahrers durch sein Handy gewesen sein. Auch während der Bergung durch die Rettungskräfte hielt der Schwerverletzte sein Handy noch in der Hand, auf dem zweifelsfrei ein Film ablief. Bei dem Gefahrgut im Sprinter handelte es sich um Seitenairbags, die von Rumänien nach Großbritannien transportiert werden sollten. Diese wurden unter Aufsicht der Spezialisten der Verkehrspolizei Regensburg sorgfältig in Boxen verladen und von einer Spezialfirma abtransportiert.

Polizei kassierte Gaffer an Ort und Stelle ab:

Gaffer: Polizei kassiert Lastwagenfahrer sofort ab

Zwei sogenannte „Gaffer“ wurden von den Einsatzkräften unmittelbar nach der ersten Unfallstelle angehalten und beanstandet. Ein Lkw, der Gefahrgut geladen hatte, rollte an der Unfallstelle bei dem umgekippten Sattelzug vorbei und filmte bzw. fotografierte dies während seiner Fahrt. Als Ladung hatte er knapp 20 Tonnen Farbe, Lösungsmittel und ätzende Stoffe an Bord. Die Polizei ahndete Verstöße nach dem Gefahrgutrecht für den Chauffeur und sein Unternehmer bzw. das verbotswidrige Benutzen seines Handys. Insgesamt dürften hier Bußgelder in Höhe von ca. 1100 Euro für beide veranschlagt werden. Ein weiterer Sattelzugfahrer wurde angehalten, da er beim Vorbeifahren sein Handy in der Hand hielt und Bilder vom Unfallort machen wollte. Dieser Lkw-Fahrer musste an Ort und Stelle eine Sicherheitsleistung in Höhe von 128,50 Euro überweisen.

Retter hatten Probleme zum Einsatzort zu kommen

Die Rettungsgasse funktionierte bei diesen Unfällen ebenfalls wieder nicht optimal. Anfahrende schwere Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren und der Autobahnmeisterei Kirchroth hatten wieder Probleme an ihre Einsatzorte zu kommen.

So funktioniert eine Rettungsgasse:

Die Staus auf der A 3 lösten sich erst am späten Nachmittag nach Bergung des umgestürzten Sattelzuges wieder auf.

Feuerwehr befreit eingeklemmte Lkw-Fahrer

Mehr Nachrichten aus dem Landkreis Regensburg lesen Sie hier.

Warum Rettungsgassen so wichtig sind

  • Leben retten:

    Je eher die Rettungsfahrzeuge an die Einsatzstellen gelangen, umso schneller kann die Autobahn wieder geräumt und für den Fahrzeugverkehr freigegeben werden. Außerdem zählt jede Minute bei der Rettung von Verletzten.

  • Schnelle Hilfe:

    Jeder Verkehrsteilnehmer sollte zudem bedenken: Er selbst oder auch Angehörige könnten unter den Verletzten sein und schnelle Hilfe von Rettungsdiensten benötigen.

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