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Mittwoch, 26. September 2018 15° 1

Unfall

Lkw rast in Haus: drei Verletzte

Ein Lastwagen fuhr in Zeitlarn gegen ein Haus und riss ein Loch in die Mauer. Das Gebäude bleibt aber bewohnbar.
Von Christof Seidl

Der 7,5-Tonner riss nach einem Ausweichmanöver ein Loch in eine Hauswand.

Zeitlarn.Bei einem Verkehrsunfall ist in Zeitlarn in der Hauptstraße, der Bundesstraße 15, ein Lastwagen gegen ein Haus gefahren und hat dort Teile der Mauer eingerissen. Drei Personen wurden bei dem Unfall am Dienstag gegen 9 Uhr leicht verletzt. Das Haus muss mit Stützen gesichert werden, ist aber weiterhin bewohnbar.

Zum Unfallzeitpunkt fuhr eine 53-jährige Frau nach Angaben der Polizei mit ihrem Wagen von Regensburg in Richtung Regenstauf und kam nach ersten Erkenntnissen vermutlich aufgrund eines medizinischen Vorfalls nach links auf die Gegenfahrbahn. Ein entgegenkommender 69-jähriger Lkw-Fahrer versuchte noch, mit seinem 7,5-Tonner nach rechts auszuweichen, wurde jedoch vom Auto in der Fahrzeugmitte erfasst und durch den Anstoß nach links über die Gegenfahrbahn in eine Grundstückseinfahrt abgeleitet.

Mauerteile trafen Bewohnerin

Die Straße ist aktuell komplett gesperrt. Foto: Alexander Auer
Die Straße ist aktuell komplett gesperrt. Foto: Alexander Auer

Dort stieß der Lastwagen frontal gegen die Giebelmauer eines Zweifamilienhauses und durchbrach diese im Bereich eines Küchenfensters. Eine 57-jährige Bewohnerin des Anwesens, die sich zum Unfallzeitpunkt zur Vorbereitung des Mittagessens alleine in der Küche aufhielt, wurde durch die einbrechenden Mauerteile leicht im Beckenbereich und an einem Fuß verletzt.

Der Lastwagen krachte in die Hausmauer. Video: Alexander Auer

Der Polizei und den Rettungskräften bot sich an der Unfallstelle ein nicht alltägliches Bild. Glücklicherweise erlitten die drei Unfallbeteiligten nur leichte Verletzungen. Die beiden Frauen wurden vorsorglich in Regensburger Krankenhäuser eingeliefert. Der Lastwagen-Fahrer wurde vor Ort medizinisch versorgt und begab sich im Anschluss selbst zum Arzt.

Haus ist nicht einsturzgefährdet

Parallel zur Bergung der Fahrzeuge wurde ein Baustatiker des Technischen Hilfswerkes an die Unfallstelle gerufen. Nach eingehender Prüfung konnte der Experte eine Einsturzgefahr des Gebäudes ausschließen. Das Gebäude konnte nach Angaben der Polizei nach einer entsprechenden Sicherung durch die Feuerwehr wieder freigeben werden. Es kann wieder betreten und bewohnt werden.

Den Unfallschaden an den beiden Fahrzeugen schätzt die Polizei auf mindestens 40000 Euro. Der Schaden an dem Haus dürfte nach ersten Schätzungen ebenfalls bei mindestens 40 000 Euro liegen.

An der Unfallstelle unterstützten die Freiwilligen Feuerwehren Zeitlarn, Laub und Regenstauf die Polizei bei der Verkehrssicherung und den Aufräumarbeiten. Rainer Spangler, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Regenstauf, sprach den Einsatzkräften ein dickes Lob aus. Die Absperrung der Straße und die Umleitung des Verkehrs hätten reibungslos funktioniert. Die Bundesstraße 15 musste wegen des Unfalls und der Aufräumarbeiten für einen Zeitraum von etwa zwei Stunden komplett gesperrt werden.

Florian Hördegen, Verkehrsexperte beim ADAC Südbayern, geht davon aus, dass der Lastwagen mit erheblicher Wucht gegen die Hausmauer geprallt ist. Zwar handle es sich bei einem 7,5-Tonner um einen vergleichsweise leichten Lkw, trotzdem verfüge ein solches Fahrzeug schon unbeladen über eine erhebliche Masse, die bei einem Tempo von beispielsweise 50 Stundenkilometern eine hohe Aufprallenergie entwickelt.

Lkw traf eine Fensteröffnung

Bei dem Zeitlarner Unfall komme hinzu, dass der Lastwagen offenbar ein Fenster getroffen hat. Das bedeute, dass es schon eine Öffnung gab, die der Lkw bei seinem Aufprall erweitert hat. Wäre ein Mensch vor dem Haus gewesen, wäre er mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr schwer verletzt worden. Welchen Einfluss der Fahrer des Lastwagens auf den Unfallablauf hatte, kann der Verkehrsexperte nicht einschätzen. Dies sei nur möglich, wenn man die genauen Umstände kenne. So spiele beispielsweise die Frage eine Rolle, ob der Fahrer überhaupt noch Zeit hatte, bewusst auszuweichen.

Unfälle, bei denen Lastwagen gegen Häuser prallen, sind selten, die Folgen können sehr unterschiedlich ausfallen. So krachte im November 2017 ein schwerer Lastwagen mitten in der Nacht praktisch ungebremst gegen ein Haus in Obersinn (Kreis Main-Spessart). Der Fahrer hatte aus ungeklärter Ursache die Kontrolle über den 40-Tonner verloren. Das Fahrzeug rammte zunächst ein geparktes Auto, das in einen angrenzenden Garten geschleudert wurde. Danach fuhr der Lkw mit vollem Tempo gegen die Hauswand und bohrte sich regelrecht in das Gebäude. Der Fahrer wurde bei diesem Unfall schwer verletzt, das schwer beschädigte Haus war unbewohnt.

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