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Donnerstag, 21. Juni 2018 29° 8

Marktrat

Marode Brücke kommt teuer

Ein Experte stellt dem Bauwerk bei der Hammermühle kein gutes Zeugnis aus. Ob sie saniert wird, steht weiter in den Sternen.
Von Petra Schmid

Die Brücke bei der Hammermühle ist in die Jahre gekommen. Sie soll nun saniert werden. Fotos: Resi Luft
Die Brücke bei der Hammermühle ist in die Jahre gekommen. Sie soll nun saniert werden. Fotos: Resi Luft

Donaustauf.Die Sanierung der Brücke bei der Hammermühle steht seit vielen Jahren auf der Agenda des Marktrats Donaustauf. Jährlich zu den Haushaltsberatungen machte sich das Gremium Gedanken, ob man nun die Instandsetzung in Angriff nehmen oder die Maßnahme ein weiteres Jahr aufschieben solle. Heuer gerät Bewegung in das Vorhaben. In der jüngsten Sitzung stellte Marktrat und Bauingenieur Strathmeyer als Vertreter der Firma EBB das Ergebnis der Brückenprüfung und den aktuellen Stand vor.

Die Brücke sei mittlerweile in die Jahre gekommen, der Zustand dürfe wohl allgemein bekannt sein, sagte Strathmeyer. Eine statische Nachrechnung der elf Meter langen Brücke sei notwendig, erklärte er. Auch würde beispielsweise das Geländer nicht mehr den Unfallverhütungsvorschriften entsprechen oder auch die Bewehrungen seien teilweise freiliegend. Fest stehe, dass die Brücke in den vergangenen 30 Jahren nicht mit Sorgfalt und Liebe behandelt worden sei, fasste er zusammen. Seiner Ansicht nach solle man die Brücke auf eine Traglast von 24 Tonnen und die Geschwindigkeit auf zehn Stundenkilometer beschränken, bis das Ergebnis der Nachberechnung vorliege.

Der historische Ortskern soll ein Denkmalschutzkonzept erhalten.
Der historische Ortskern soll ein Denkmalschutzkonzept erhalten.

Als notwendige Maßnahmen zählte der Ingenieur unter anderem die Erneuerung des Brückenkopfes und der -kappen auf. Auch müssen der Beton instand gesetzt, das Geländer erneuert und die Lager in Augenschein genommen werden. Als nächster Schritt folgt nach noch notwendigen Untersuchungen eine sogenannte Instandsetzungsplanung. Die Baukosten könne er zum derzeitigen Stand nur vage mit 110 bis 190 000 Euro schätzen und die Nebenkosten schätze er auf rund 15 000 bis 25 000 Euro, so der Planer.

Sanieren oder neu bauen?

CSU-Marktrat Jenö Mihaly schlug vor, von einer Sanierung lieber die Finger zu lassen und dafür eine neue Brücke zu bauen. Dies sei dann seiner Meinung nach eine „saubere Sache“. Strathmeyer wies darauf hin, dass man auch noch nicht sagen könne, wie der Zustand der Fundamente sei und ob man diese weiter verwenden könne. Auch hob er deutlich hervor: „Wir sind für die Brücke verantwortlich.“

Bürgermeister Jürgen Sommer (SPD) sprach sich dafür aus, die Instandsetzungsplanung in Auftrag zu geben und nach Vorliegen der Ergebnisse weiter zu beraten. Zweiter Bürgermeister Wolfgang Weigert (CSU) sagte, man sei nun einen Schritt weiter, denn die Brücke schleife man nun seit mindestens 15 Jahren mit. Die Brückenprüfung sei nun endlich erfolgt, denn bisher sei es so gewesen, als fahre man mit einem Auto ohne TÜV durch die Gegend. Mit einer Gegenstimme wurde beschlossen, die Planung in Auftrag zu geben.

Kommunales Denkmalschutzkonzept

  • Grund:

    Nach der Ankündigung der Denkmalschutzbehörde, dass der Umgriff des historischen Ensemblegebiets verkleinert werden solle, beschloss im vergangenen Jahr der Marktrat nach ausgiebigen Beratungen und Informationsgesprächen, den Auftrag zur Erstellung eines kommunalen Denkmalschutzkonzepts zu vergeben.

  • Angebot:

    Nun stimmte nach intensiver Beratung der Marktrat dafür, einen Ergänzungsauftrag in Höhe von rund 7300 Euro an das beauftragte Büro zu vergeben. Vordringliches Ziel soll die Vorbereitung zur Umgestaltung der sogenannten Gestaltungsfibel zu einer Satzung sein. Im Oktober solle die fertige Satzung vorliegen, sieht der Zeitplan vor.

Über die Schaffung eines Fußwegs von der St. Salvator-Kirche bis zum Buswendeplatz wurde ebenfalls wieder einmal ausgiebig beraten. Über eine „große Lösung“, bei der nicht nur eine Fußwegverbindung, sondern auch Parkplätze geschaffen werden sollten, wurde im Marktrat schon einmal beraten. Wegen der Kosten und der dann notwendigen größeren Eingriffe in die Natur war dies bald wieder vom Tisch. Der vorhandene Weg gehört der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung. Bisher wird der Weg im Winter gesperrt. Nun informierte Geschäftsstellenleiter Stefan Unertl, dass ein ordnungsgemäßer Winterdienst auf dem Weg in seiner jetzigen Bauweise nicht möglich sei. Man habe bei einer Ortseinsicht festgestellt, dass die Hauptnutzer des Weges nicht Schulkinder oder Donaustaufer Bürger seien, sondern Walhalla-Besucher, gab Unertl an. Die Kosten schätzte er auf rund 50000 Euro und sagte weiter, dass der Planer gerade an der Ausarbeitung der Unterlagen sei.

„Stolzer Preis“ für kurzen Weg

Auf die Anregung von dritter Bürgermeisterin Brigitte West, den Weg auf die andere Straßenseite zu verlegen, da auf der geplanten Seite eine Stützmauer nötig sei und man wohl auch Bäume fällen müsse, entgegnete Unertl, dass man hier auch keinen Grund habe. Martin Sendlbeck (CSU) merkte an, dass 50 000 Euro ein stolzer Preis für eine übersichtliche Wegstrecke sei. Er halte jedoch den Weg für wichtig, denn es herrsche dort reger Verkehr, erklärte er. Rüdiger Hage (SPD) betonte, dass ihm die Sicherheit der Schulkinder wichtig sei, aber 50000 Euro für das kleine Wegstück zu viel seien.

Man kam überein, dass sich Bürgermeister Jürgen Sommer mit der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung in Verbindung setzen und die Thematik – auch hinsichtlich einer Beteiligung an den Kosten – besprechen soll.

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