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Polizei

McDonald’s-Räuber: weitere Ermittlungen

Zwei 20-Jährige aus Stadt und Landkreis haben gestanden, Ende 2017 die Obertraublinger Filiale ausgeraubt zu haben.
Von Christof Seidl

Die beiden Männer, die den Schnellimbiss Am Schwindgraben ausgeraubt haben sollen, sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Foto: Jaumann
Die beiden Männer, die den Schnellimbiss Am Schwindgraben ausgeraubt haben sollen, sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Foto: Jaumann

Obertraubling.Es war einer von drei Überfällen, die in der Zeit um Neujahr für Aufregung gesorgt hatten. Über einen Hintereingang war ein Unbekannter gegen 3.10 Uhr ein mit einer Schusswaffe bewaffneter und vermummter Mann in das McDonald’s-Schnellrestaurant Am Schwindgraben in Obertraubling eingedrungen. Er bedrohte die Anwesenden und erbeutete einen vierstelligen Bargeldbetrag. Anschließend entkam der Mann unerkannt. Trotz einer umgehend eingeleiteten Großfahndung gelang dem Täter die Flucht.

Jetzt hat die Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen. Die beiden Männer im Alter von jeweils 20 Jahren sitzen seit Mittwochabend in Untersuchungshaft. Die Haftbefehle gegen das Duo sind aber noch nicht der Schlusspunkt der umfangreichen Ermittlungen in den vergangenen fünf Wochen.

Am Mittwochmorgen durchsuchten Beamte der Kriminalpolizei Regensburg die Wohnungen der beiden Tatverdächtigen in der Stadt beziehungsweise im Landkreis Regensburg. Die Ermittler des Fachkommissariates K2 der Kripo Regensburg sehen die beiden Männer als für den bewaffneten Überfall auf das Schnellrestaurant verantwortlich.

Mit dieser Spielzeugpistole wurden die Angestellten betroht. Foto: Polizei
Mit dieser Spielzeugpistole wurden die Angestellten betroht. Foto: Polizei

Die Kriminalbeamten trugen nach Angaben der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberpfalz Stück für Stück zahlreiche Bausteine zu einem Bild zusammen, das die Festgenommenen als mutmaßliche Täter erkennen ließ. Mit diesen detaillierten Erkenntnissen wandten sie sich an Staatsanwaltschaft Regensburg, die ständig in die Ermittlungen eingebunden war. Diese erwirkte beim Ermittlungsrichter Durchsuchungsbeschlüsse für verschiedene Objekte.

Erkenntnisse und Geständnisse

In den Wohnungen trafen die Beamten auch die beiden Verdächtigen an. Bei der Vernehmung konfrontierte die Polizei die 20-Jährigen mit ihren Erkenntnissen. Daraufhin hätten die beiden Männer schließlich eingeräumt, den Überfall begangen zu haben, erklärte die Pressestelle. Noch am Mittwochnachmittag wurden sie auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Regensburg vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehle wegen des dringenden Verdachts des schweren Raubes. Die beiden Männer sind seitdem in Untersuchungshaft.

Der Tatort liegt an einer vielbefahrenen Straße. Foto: Mehltretter
Der Tatort liegt an einer vielbefahrenen Straße. Foto: Mehltretter

Im Zuge der Ermittlungen gelang es den Kripo-Beamten zudem, die mutmaßliche Tatwaffe, eine täuschend echt aussehende Spielzeugpistole, sicherzustellen. Wie Frank Mosher, Inhaber von 14 McDonald’s-Filialen im Großraum Regensburg, gegenüber der Mittelbayerischen nach dem Überfall sagte, hatte der Unbekannte damit einen 44-jährigen Managementmitarbeiter gezwungen, den Tresor zu öffnen und die Tageseinnahmen herauszunehmen. Mosher sprach von einer Summe „unter 5000 Euro“.

Dazu, welche Spuren zu den beiden 20-Jährigen geführt haben, will sich die Polizei noch nicht äußern. Die Aussagen der Verdächtigen hätten eine Reihe weiterer Ermittlungen ausgelöst. Details zum Tathergang oder dazu, welche Rolle der zweite Täter gespielt hat, könnten deshalb noch nicht bekanntgegeben werden, sagte Albert Brück von der Pressestelle des Polizeipräsidiums im Gespräch mit unserer Zeitung. Dasselbe gelte für das Tatmotiv der beiden Verdächtigen.

Video kann wertvoll sein

Video: Michael Sperger, Bettina Mehltretter

Auch die Frage, ob die Videoaufzeichnungen aus der McDonald’s-Filiale bei den Ermittlungen eine Rolle gespielt haben, wollte der Pressesprecher nicht beantworten. „Für solche Aussagen ist es noch zu früh.“ Generell seien derartige Aufzeichnungen für die Polizeiarbeit aber sehr wertvoll. Das gelte sogar dann, wenn beispielsweise das Gesicht eines Täters nicht zu erkennen sei. Denn auch aus den Bewegungsmustern ließen sich Rückschlüsse ziehen, außerdem könne man mit Videoaufzeichnungen auch Zeugenaussagen abklären. Sogar eine Aufzeichnung, auf der niemand zu sehen ist, kann laut Brück als Beweis dienen. Wenn jemand behaupte, zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort gewesen zu sein, lasse sich das auf diese Weise gut nachprüfen.

Überfälle zur Weihnachtszeit

  • 2017:

    Binnen drei Tagen überfielen Räuber kurz vor Silvester im Raum Regensburg die Obertraublinger McDonald’s-Filiale, einen Supermarkt und eine Tankstelle.

  • 2016:

    Im Jahr zuvor viel die Bilanz um Weihnachten und Silvester noch krasser aus. Damals gab es binnen zwölf Tagen sieben Überfälle, alle im Stadtgebiet Regensburg.

  • Ermittlung:

    Von diesen Fällen ist bisher neben Obertraubling ein weiterer ermittelt: Im Sommer 2017 verhaftete die Polizei zwei Männer, die eine Tankstelle überfallen haben sollen.

Einen Zusammenhang mit zwei weiteren Überfällen, die sich Ende Dezember in Regensburg und in Pentling ereignet hatten, kann die Polizei bislang nicht feststellen. Auch in diesem Punkt dauern die Ermittlungen noch an. Außerdem müsse ein Geständnis, auch wenn es nachvollziehbar klinge, nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen. Deshalb müsse die Polizei entsprechende Aussagen nochmals prüfen. Dazu dürfte vermutlich auch der Fluchtweg zählen. Der Tatort liegt an der B15 im Obertraublinger Gewerbegebiet Nord. Er ist über den Kreisverkehr am Ende der Straße Am Schwindgraben zu erreichen, außerdem führt ein asphaltierter Fußweg vorbei. Kurz hinter dem Restaurant beginnt ein kleines Wäldchen.

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