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Natur

Mehr Blühstreifen sollen Bienen helfen

Bezirksbäuerin Rita Blümel will dem Insektensterben entgegenwirken. In Gärten sollen wieder verstärkt Blumen gepflanzt werden.
Von Fritz wallner

Am „Welttag der Biene“ bekräftigten Imker Ernst Roth (Mitte) sowie Kreis- und Bezirksbäuerin Rita Blümel (Zweite von links) dem Bundestagsabgeordneten Peter Aumer (links) gegenüber die Bedeutung der Bienen für die weltweite Ernährung. Foto: Wallner
Am „Welttag der Biene“ bekräftigten Imker Ernst Roth (Mitte) sowie Kreis- und Bezirksbäuerin Rita Blümel (Zweite von links) dem Bundestagsabgeordneten Peter Aumer (links) gegenüber die Bedeutung der Bienen für die weltweite Ernährung. Foto: Wallner

SCHIERLING.Nicht nur am „Welttag der Biene“ ist die Nachbarschaft des Imkers Ernst Roth sowie der Kreis- und Bezirksbäuerin Rita Blümel im Dorf Unterlaichling ideal. Denn Roths Honigbienen bestäuben auf deren Feldern und im großen Garten alles Blühende und holen sich den Nektar für süßen Honig. Am erstmals begangenen „Welttag der Biene“ erklärte Roth dem Bundestagsabgeordneten Peter Aumer, dass besonders die Varroamilbe den Bienen schwer zusetzt, er jedoch aktuell keine signifikante Zunahme des Bienensterbens feststellen müsse.

Die Vereinten Nationen haben den „Welttag der Biene“ ausgerufen. Es sollen damit die Bedeutung der Bestäubungsleistung der Bienen für die weltweite Ernährung und die Probleme, unter denen Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten aktuell leiden, stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Peter Aumer hob die Leistungen der Landwirtschaft für die vielfältige Kulturlandschaft hervor, die Grundlage für die Arbeit der Bienen sei. Der größte Feind der Biene hierzulande sei die seit 1977 nachgewiesene Varroamilbe, so Ernst Roth. Für ein akut auftretendes Bienensterben seien aber auch Umwelteinflüsse und die Arbeit der Imker von Bedeutung. „Es gibt keine gesicherte Antwort auf die eigentlichen Gründe für Bienensterben“, sagte der engagierte Imker.

Die ebenso engagierte Bäuerin Rita Blümel erklärte, die Bienen seien die eigentlichen Arbeiterinnen auf Feld und Flur sowie nach Schweinen und Rindern die wichtigsten Nutztiere der Landwirtschaft. Seit 2010 gebe es ein Bienen-Monitoring, bei dem bisher kein Zusammenhang zwischen Bienensterben und der Landwirtschaft festgestellt worden sei. „Bienenschädliches gehört weg, ganz klar“, so Rita Blümel. Doch müsse die Schädlichkeit durch Forschung nachgewiesen und nicht einfach behauptet sein.

Die Bestäubungsarbeit leisten laut Blümel hauptsächlich die Wildbienen, und deshalb tue die Landwirtschaft sehr viel zur Erhaltung der Artenvielfalt. Sie nannte die vom Bayerischen Bayernverband initiierten „Blühstreifen“ um Äcker. Schon jetzt seien diese so groß wie 12 000 Fußballfelder und Blümel rechnete mit noch mehr, weil die Werbung dafür verstärkt werde. Außerdem verwies sie auf das Programm „Bauern schenken Blumen“, das zum 100. Geburtstag des Freistaats Bayern aufgelegt wurde.

Für Rita Blümel ist sehr wichtig, dass auch jeder Bürger für die Lebensgrundlagen der Bienen etwas tun kann. Die Gärten sollten nicht mit Steinen gestaltet, sondern bienenfreundlich mit mindestens einem Obstbaum, Blühstreifen, Kräutern wie Ringblume und Küchenschelle bepflanzt werden.

Imker im Landkreis

Im Landkreis gibt es 350 Imker mit etwa 3200 Bienenvölkern. Etwa 560 Arten von Bienen sind in Deutschland bekannt. Weltweit wird die Zahl auf bis zu 25 000 verschiedene Arten geschätzt.

Ernst Roth ist Vorsitzender des Imkervereins Köfering und Umgebung und besitzt davon 15 Völker, von denen jedes im Sommer bis zu 50000 Bienen hat. (lww)

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