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Mittwoch, 18. Juli 2018 29° 1

Justiz

Mildes Urteil für Angebot zum Drogendeal

Ein 36-jähriger Kfz-Mechaniker ist vor dem Landgericht Regensburg wegen Drogendelikten mit einem blauen Auge davon gekommen.

Der Angeklagte bekam zwei Jahre Haft auf Bewährung. Foto: Boeselager
Der Angeklagte bekam zwei Jahre Haft auf Bewährung. Foto: Boeselager

Regensburg.Die Strafkammer unter Vorsitz von Richter Georg Kimmerl verurteilte den getrennt lebenden Mann zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Der Angeklagte hatte zuvor nach einem Deal mit dem Gericht gestanden, im Frühjahr 2015 im westlichen Landkreis vermeintlichen Drogenkunden zwei Mal je 100 Gramm Heroin angeboten zu haben. Der Preis: 5000 beziehungsweise 5500 Euro. Der Haken: Bei den Interessenten handelte es sich um einen verdeckt ermittelnden Polizeibeamten, der von der Staatsanwaltschaft Regensburg anscheinend als Lockvogel eingesetzt war, und um zwei Vertrauenspersonen, denen von der Anklagebehörde Vertraulichkeit zugesichert worden war.

V-Leute hätten Angeklagten zur Tat verleitet

Der Verteidiger Helmut Mörtl hatte sich gegen die Verwertung der Zeugenaussagen der verdeckten Ermittler gewandt. Bei V-Leuten handle es sich meist um „Personen aus dem kriminellen Milieu“, die sich durch ihre Kooperation mit der Polizei Vergünstigungen erhofften. Daher sei nicht nur ihre Glaubwürdigkeit anzuzweifeln. Auch sei die Verwertung der so gewonnenen Erkenntnisse „rechtswidrig“, sagte der Anwalt. Die Ermittler hätten seinen Mandanten, der längere Zeit nichts mehr mit Drogen zu tun hatte, erst „zu der Tat verleitet.“

Vor dem Hintergrund der mit Risiken behafteten Beweissituation stellte das Gericht dem Angeklagten bei einem weitgehenden Geständnis eine Bewährungsstrafe zwischen eineinhalb und zwei Jahren in Aussicht. Davon machte der Regensburger Gebrauch und räumte die Vorwürfe ein.

Zwei kleinere Anklagepunkte eingestellt

Zwei kleinere Anklagepunkte – der Mann soll auf seinem Freizeitgrundstück im Landkreis bei Bienenstöcken Drogen verwahrt haben – stellte das Gericht ein. Beim Urteil wurde eine frühere Strafe wegen Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz einbezogen. Zugunsten des Angeklagten wertete die Kammer neben dem werthaltigen Geständnis die lange Verfahrensdauer sowie die Tatsache, dass der 36-Jährige lediglich „verbal“ mit Drogen handelte. (mov)

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