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Kultur

Mittermeier sorgte für Lacher im Zelt

Kabarettist Michael Mittermeier stellte in Lappersdorf sein Programm „Lucky Punch“ vor – und erzielte viele Treffer.
Von Monika Bucher

Michael Mittermeier ist inzwischen schon Stammgast beim Lappersdorfer Zeltfestival. Foto: Bucher
Michael Mittermeier ist inzwischen schon Stammgast beim Lappersdorfer Zeltfestival. Foto: Bucher

Lappersdorf. Einen „Kampf“ der besonderen Art lieferte sich Komiker und Kabarettist Michael Mittermeier, inzwischen schon Stammgast beim Lappersdorfer Zeltfestival, in seinem brandneuen und inzwischen achten Programm „Lucky Punch – Die Todes-Wuchtl schlägt zurück“ mit dem alltäglichen Irrsinn des Lebens.

Schon die martialisch anmutende und hämmernde Musik – wie beim typischen Einzug der Boxer in den Ring – gab eine Vorahnung auf das, was kam. In der ausverkauften Arena versprach der – untypisch in einem feinen Anzug gekleidete – unbestrittene Begründer der deutschen Stand-up-Comedy dann auch gleich: „Ich will mental unter euer T-Shirt!“ Kurz danach schaffte er dies lediglich mit einer Bemerkung über die Bundeskanzlerin, die er mit typischem Gesichtsausdruck und „Raute“ perfekt imitierte. Mittermeier brauchte nicht lange und schon bog sich das Publikum. „Lachen verdrängt Aggressionen“, so sein Rezept. Deshalb lasse er sich schon mal Witze von einer Apple-Software erzählen wie „Sagt das Schaf zum Rasenmäher: Mäh! Sagt der Rasenmäher: Von dir lass ich mir nichts befehlen!“ Merke: Auch Plattes kann befreien. Dann fiel ihm ein: „Angela Merkel ist die Siri Europas. Die kannst du auch nicht provozieren.“ Wie ein Boxer setzte er einen Treffer nach dem anderen – und das Publikum war begeistert.

Sehen Sie hier einen Ausschnitt aus dem Programm „Lucky Punch“:

Bayern braucht einen Helden

Weiter ging es mit Kalauer über Nordkoreas Kim Jong-un, den er als „Florian Silbereisen in Uniform“ bezeichnete oder Präsident Trump. Ihn schlug er für den Friedensnobelpreis vor. „Damit wird er endlich zahm“, so sein Tipp. Weitere Themen des „bekennenden Fleischfressers“ waren Probleme von Veganern, ebenso wie die Fernsehserie „Bachelor“, die angeblich kein Mensch guckt.

Anschaulich und mit vollstem Körpereinsatz erzählte er von den Helden seiner „maggi-abgehärteten“ Kindheit wie Batman, Superman oder dem eher unbekannten Aquaman. Bayern brauche auch einen Helden, so Mittermeier, und er schlug als Namen „Super-Sepp“ vor. Ausführlichst wurde über die Hauptdarsteller des Films „Die Todes-Kralle schlägt wieder zu“ berichtet und über das darin vorkommende Kampfduell des „Schlümpfe-blau-prügelnden“ Chuck Norris und seines Widersachers Bruce Lee, dem dabei der „Lucky Punch“ gelang.

Sehen Sie hier einen Ausschnitt aus dem Programm „Lucky Punch“:

Damit erklärte er die Bedeutung des Namens seines neuen Programms. Als „Lucky Punch“ wird beim Boxen ein kampfentscheidender Schlag bezeichnet, allerdings des bis dahin deutlich unterlegenen Kämpfers. „Wuchtl“ heiße auf Österreichisch Gag oder Pointe. „Nicht zu verwechseln mit Buchtel oder Rohrnudel“, unkte er dazu.

Donnernden Zwischenapplaus bekam er für die Erzählung über seinen privaten Auftritt als Nikolaus im Kreise seiner Familie. Leider und bezeichnenderweise schaffte er es nicht, den mit dem gebührenden Ernst zu absolvieren. Jeder, der selber Teenager zu Hause hat, konnte sich besonders über die Schilderungen seiner vorpubertären zehnjährigen Tochter amüsieren.

„Gut, dass ihr Eintritt zahlt“

Deren derzeitiger permanent-genervter Spruch, auf alles was ihr Vater sagt, lautet „Hahaha, seeehr witzig!“ Und das werde immer begleitet von einem Würg-Geräusch, berichtete er geknickt. So etwas sei definitiv deprimierend für einen Berufskomiker. „Gut, dass ihr Eintritt zahlt und sogar lacht“, tröstete er sich selber. Aber was könne man erwarten von einem Kind, das noch nicht weiß, dass Goethes Vorname nicht „Fackju“ sei, kam hinterdrein der nächste Lacher. Nach der Pause kam die zweite Sparringsrunde, in der Mittermeier manchmal in etwas derb anmutende Gags und „verbale Inkontinenz“ abdriftete. Da ging es um Schamlippen-OPs, Darmspiegelungen oder die allzu anschauliche Beschreibung der Vergewaltigung eines Frosches. Besonders sympathisch kam er immer dann rüber, wenn er sich mitten unter dem Text selber das Kichern nicht verkneifen konnte. Nach zwei kurzweiligen Stunden verabschiedete er sich mit den Worten „Und möge die Wuchtl mit euch sein!“

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