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Dienstag, 24. April 2018 22° 3

Denkmal

Notsanierung für Lagerhaus in Pfatter

Das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert war einsturzgefährdet. Fachleute bauten Balken ein, um den Dachstuhl zu sichern.
Von Johann Biederer

Weil das alte Lagerhaus in Pfatter einsturzgefährdet war, wurde die Wallnerstraße auf Höhe des Fischergassls zwei Wochen lang sowohl für den Fahrzeug- als auch für den Fußgängerverkehr gesperrt. Foto: lbb

Pfatter.Verwundert schaute so mancher Pfatterer in den vergangenen Tagen, als er die Vollsperrung der Wallnerstraße auf Höhe des sogenannten Fischergassls erblickte. Die Durchfahrt bzw. der Durchgang war sowohl für Fußgänger als auch für Autofahrer komplett gesperrt.

Die Ursache der Sperrmaßnahme war das denkmalgeschützte Lagerhaus, wie Bürgermeister Jürgen Koch auf Nachfrage mitteilte. „Statiker haben sowohl mich als auch den Eigentümer des ehemaligen Lagerhauses, Cord Stehr vom Landgasthof Fischer, darüber informiert, dass das alte Gebäude einsturzgefährdet ist. Wir wurden von dieser Tatsache vollkommen überrascht“, erklärte der Rathaus-Chef.

Ein Blick auf das marode Dach sowie auf den Giebel an der Nordseite untermauert allerdings diese Feststellung. „Das Dachgebälk ist in einem äußerst schlechten Zustand“, weiß Jürgen Koch inzwischen. Nach einer Woche der Vollsperre bauten Zimmerleute im Innern des Gebäudes Sicherungsbalken ein, um so den Dachstuhl abzustützen. Wären die Dachbalken eingestürzt, hätte dadurch das Mauerwerk nach außen gedrückt werden und sowohl auf die Fahrbahn als auch auf den angrenzenden Kinderspielplatz fallen können, gibt das Gemeindeoberhaupt zu bedenken.

Einsturzgefahr bestand aufgrund des maroden Dachgebälks des ehemaligen Lagerhauses. Foto: lbb

Mittlerweile konnten die Notsanierungsmaßnahmen abgeschlossen werden, so dass die Fahrbahn wieder frei befahrbar ist. „Trotzdem bleibt für ungewisse Zeit jedoch noch der angrenzende Kinderspielplatz gesperrt. Ich habe diesen mittels eines Bauzauns abriegeln lassen. Es wäre fatal, wenn hier ein Kind zu Schaden käme. In Pfatter gibt es noch in der Nähe des Kindergartens einen Spielplatz, der genutzt werden kann. Diese Maßnahme muss jeder verstehen“, erklärte der Bürgermeister sein Handeln.

Die alt eingesessenen Pfatterer können sich noch sehr gut an die Zeit erinnern, als das ehemalige Stierstorfer-Lagerhaus des damaligen Besitzers aus Geiselhöring bewirtschaftet und von den Landwirten als Lagerplatz für Getreide genutzt wurde. Georg Herwicht war für die Ausgabe von Futter für die Hühner und Schweine, Legemehl und auch Kunstdünger, der damals noch in Säcken verkauft wurde, zuständig. Das aus Bruchsteinen aufgebaute Gebäude wurde mit seitlichen Belüftungsöffnungen mit Backsteinumrahmungen hinterlüftet.

Das Lagerhaus

  • Geschichte:

    Errichtet wurde das aus Bruchsteinen bestehende Lagerhaus Mitte des 19. Jahrhunderts. Darin wurden früher Getreide sowie Futter für Hühner und Schweinen, Legemehl und auch Kunstdünger gelagert. Zur Verbesserung der Lagerhaltung sorgten seitliche Belüftungsöffnungen mit Backsteinumrahmungen. Als Dach wurde damals ein traufständiger Satteldachaufbau gewählt.

  • Wechsel:

    Das Lagerhaus ging vor etwa 25 Jahren in den Besitz des Landgasthofes Fischer über. Das Gebäude selbst wird derzeit nicht mehr genutzt. Darin lagern derzeit lediglich alte Möbel wie Tische oder auch Bänke. (lbb)

Der traufständige Satteldachaufbau aus dem 19. Jahrhundert verfällt seit vielen Jahrzehnten. Teilweise weist die Dacheindeckung bereits Löcher auf, was den Verfall noch beschleunigt. Das Gebäude ist auf der Liste der Baudenkmäler des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege als eines von 53 Bodendenkmälern in der Gemeinde aufgeführt.

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