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Donnerstag, 16. August 2018 30° 1

Freizeit

Ohne sie geht nichts am Guggi

Das Wochenende wird heiß. Sonnenanbeter zieht es daher an den Neutraublinger See. Doch nicht alle dürfen sich entspannen.
Von Kristin Winderl

Foto: Gruber
Foto: Gruber

Zwei Männer Kämpfen gegen den Unrat am Guggi-Strand

Die Badegäste am Guggenberger See hinterlassen Müll – viel Müll. Seit vier Jahren machen Günter Brechtl und sein Kollege deshalb jeden Morgen dort ihre Runde. Je nach Wetter sind sie dann ab 6 oder 7 Uhr morgens unterwegs, immer vier Stunden lang. Das 80 Hektar große Areal ist oft so verschmutzt, dass Brechtl die ganze Zeit mit Aufräumen beschäftigt ist - für seine anderen Arbeiten hat er dann kaum Zeit. Eigentlich sollte er auch Grillplätze warten, wilde Lagerfeuerstellen beseitigen und Hecken ausschneiden. In den Müllstationen, die bereitstehen, findet Günter Brechtl oft Kurioses: Kunstrasen, Matratzen und so weiter. Zum Baden werden diese Gegenstände eigentlich nicht gebraucht, meint er. Zusätzlich kümmert sich Brechtl um die Einteilung des Personals, das an Hochsommertagen Parkgebühren kassiert und für Ordnung auf den Parkplätzen sorgt.

Sie kümmert sich um die Sicherheit der Badegäste

Während die einen fröhlich im Wasser planschen, kommen bei Corinna Hertel keine Urlaubsgefühle auf. Die Anspannung und Verantwortung, die sie während ihrer Schicht hat, sind zu groß. Gemeinsam mit ihren Kollegen von der Wasserwacht passt sie auf, dass den Badegästen nichts passiert. Dafür ist sie oft an Wochenenden und Feiertagen von morgens bis abends mit einem Team am Guggi. Die ehrenamtlichen Wasserwachtler beobachten von ihrem Wachhäuschen aus den See oder gehen am Ufer Patrouille. Zu Unfällen im Wasser kommt es laut Hertel, die seit acht Jahren bei der Wasserwacht und seit vier Jahren Wachleiterin ist, sehr selten. Häufiger sind da schon kleinere Probleme: Sei es ein Bienenstich, eine Schnittwunde oder ein Hitzschlag – das Team leistet Erste Hilfe. Am Ende der Saison gibt es ein Grillfest für alle Helfer.

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Zwei Weltenbummler sorgen für Extra-Spass am See

Deutlich länger als Günter Brechtl und Corinna Hertel sind Rainer Hochholzer und Alois Groll (unser Bild) am See. Hochholzer betreibt am Westufer seit 1984 die Cantina-Bar. Der Gardasee-Fan wollte so damals das Italien-Flair auch nach Neutraubling holen. Und er findet: Er hat das auch geschafft. In seinem Leben hat Hochholzer viel gemacht, zum Beispiel die erste Snowboardschule des Bayerischen Walds und eine Kite-Schule in Tunesien betrieben. Aber auch am Guggenberger See hat er den Oberpfälzern das Kiten beigebracht. Doch seit drei Jahren ist er wieder ganz „back to the roots“, wie er es nennt: Mit 59 Jahren macht er langsamer und beschränkt sich auf die Cantina Bar.

Alois Groll, der zweite Unternehmer am See, war 1972 am Meer im Urlaub. Doch das Baden hat ihn gelangweilt – da hat er sich zum ersten Mal ein Surfbrett ausgeliehen. Bald hat ihn das Surffieber gepackt. Für Anfänger auf dem Brett ist der Guggenberger See seiner Meinung nach optimal, da der Wind nicht zu stark und die Wellen nicht zu hoch sind. Mittlerweile betreibt er deshalb dort am Westufer die Surfschule. Privat fährt Groll selbst aber lieber dorthin, wo es mehr Wind und Wellen gibt: etwa nach Holland. Für Profis wie ihn ist der Guggi doch ein bisschen fad.

Bei schönem Wetter chauffiert der RVV die Badegäste

Die Busfahrer, die zwischen Neutraubling und dem Guggi pendeln und Schwimmer, Surfer und Sonnenanbeter hin- und wieder zurückbringen, sehen das Paradies dort nur aus der Ferne. Mit dem Badebus sind die Busfahrer in den Pfingst- und Sommerferien täglich sowie zwischen den Ferien an Wochenenden und Feiertagen unterwegs und transportieren gut gelaunte Gäste. Die Busse der Linie 50 fahren ab der Haidauer Straße in Neutraubling und halten dann beim Café Seeblick, beim Hundestrand und beim Südstrand. Ob der Badebus dann auch tatsächlich fährt, steht tags zuvor auf der Homepage des RVV. Denn wenn kein Badewetter herrscht, lohnt sich der Betrieb nicht. Die Busfahrer sind dann anderswo im Einsatz.

Baden am Guggenberger See

  • Angebot:

    Am Guggi kann man sich auf Liegewiesen und Sandstränden entspannen. Aber auch ein Rundwanderweg, Grillplätze, Cafés und Kiosks stehen zur Verfügung.

  • Parken:

    Den Besuchern stehen am Guggenberger See etwa 1500 Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Diese sind aufgeteilt auf je einen Parkplatz im Norden und im Süden des Sees.

Auf Mittelbayerische Maps finden Sie Badeplätze in und um Regensburg:

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