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Freitag, 17. August 2018 31° 2

Blindgänger

Panzerfaust im Regen gesprengt

Zwei Angler entdeckten das gefährliche Weltkriegs-Überbleibsel in Zeitlarn. Am Samstag wurde es von Experten entschärft.
Von Ralf Strasser

  • Eine zehn Meter hohe Wasserfontäne schoss bei der kontrollierten Sprengung der Panzerfaust in die Luft. Foto: Strasser
  • Roger Falkowski und Christian Scheibinger von der Kampfmittelräumungsfirma Tauber sprengten die Panzerfaust am Samstagvormittag. Foto: Strasser

Zeitlarn.Die Gemeinde Zeitlarn hat ihren ersten Bombenfund. Eine Panzerfaust aus dem Zweiten Weltkrieg hatte sich am Grund des Regens in Höhe des Uferwegs in Zeitlarn einen Platz gesucht und drohte über 70 Jahren nach Kriegsende zur tödlichen Gefahr zu werden. Exakt um 10.45 Uhr am Samstag wurde die Waffe von zwei Experten der Kampfmittelräumungsfirma Tauber gesprengt. Taucher Roger Falkowski hatte 300 Gramm Sprengstoff an die Panzerfaust gelegt und zusammen mit Christian Scheibinger per Fernzündung gesprengt. Gefunden hatten die Panzerfaust, die immerhin drei Kilogramm Sprengstoff beinhaltete, zwei Zeitlarner bereits am Freitagnachmittag.

Panzerfaust beim Schnorcheln entdeckt

Die Experten Christian Scheibinger und Roger Falkowski mit Fabian Eibensteiner – letzterer hatte die Panzerfaust zusammen mit Matthias Bayer beim Schnorcheln entdeckt. Foto: Strasser
Die Experten Christian Scheibinger und Roger Falkowski mit Fabian Eibensteiner – letzterer hatte die Panzerfaust zusammen mit Matthias Bayer beim Schnorcheln entdeckt. Foto: Strasser

Fabian Eibensteiner und sein Freund Matthias Bayer wollten eigentlich zu Fischen. „Wir wollten nur das Flussgelände erkunden und entschlossen uns, mit den Taucherbrillen eine Runde zu schwimmen“, erzählt Eibensteiner, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Beim Schnorcheln entdeckten die beiden in 1,5 Metern Tiefe einen Gegenstand, der sich von den dort üblichen Steinen unterschied. „Als wir durch den aufgewühlten Schlamm erkannten, was dort lauert, haben wir sofort die Finger davon gelassen.“ Die zwei Hobbyfischer handelten schnell und äußerst umsichtig. „Wir haben die Stelle mit einer Boje gekennzeichnet“, erzählt der junge Feuerwehrmann. „Dann warnten wir mögliche Schwimmer und meldeten den Vorfall sofort an den Bürgermeister, der dort in der Nähe wohnt.“ Der informierte die Polizeiinspektion Regenstauf und die örtliche Feuerwehr Die Folge: Ein Prozedere lief an, das bis zur Sprengung wie ein präzises Uhrwerk funktionierte.

„Als wir durch den aufgewühlten Schlamm erkannten, was dort lauert, haben wir sofort die Finger davon gelassen.“

Fabian Eibensteiner

„Nach der Alarmierung haben wir vor Ort eine Sperrung des Uferwegs angeordnet und bis zur Entschärfung am nächsten Tag mit Einsatzkräften darauf geachtet, dass sich niemand dem Fundort nähern konnte“, erklärt Polizeihauptkommissar Michael Niederfellner. Unterstützt wurde die Polizei bis zum Samstag von 32 Feuerwehrfrauen und -männer der FFW Regendorf und FFW Zeitlarn, die durch die Einsatzleiter Martin Ühlin und Stephan Lorenz die Sicherheitslage im Griff hatten.

Eine kurze Videosequenz zeigt die Lage der Panzerfaust unter Wasser:

Panzerfaust im Regen entdeckt

Zehn Meter hohe Wasserfontäne

Taucher Roger Falkowski brachte 300 Gramm Sprengstoff an der Panzerfaust, die mehr als 70 Jahre im Regen schlummerte, an. Foto: Strasser
Taucher Roger Falkowski brachte 300 Gramm Sprengstoff an der Panzerfaust, die mehr als 70 Jahre im Regen schlummerte, an. Foto: Strasser

Die Anwohner taten ihr Übriges: Sie versorgten die Einsatzkräfte mit Kaffee und Mineralsäften. Das Boot für die Kampfmittelräumer stellte Franz Mayerhofer zur Verfügung, und Angler, Spaziergänger und Badegäste legten unaufgeregtes Verständnis für die großräumige Sperrung an den Tag. Auch der Rettungsdienst war im Einsatz. Das größte Lob erhielten allerdings die beiden Finder. „Sie haben wirklich toll reagiert“, sagte Bürgermeister Franz Kröninger. „Und gut gehandelt“, bestätigt auch Taucher Falkowski. „Auf der anderen Seite der Waffe war der Zündbolzen sichtbar, die Waffe hätte explodieren können.“ Kurz vor der Sprengung wurde der Sicherheitskreis noch einmal vergrößert, auch die Kreisstraße jenseits des Flussufers wurde abgesperrt. Dann wurde gezündet. Mit einem lauten Knall und einer zehn Meter hohen Wasserfontäne fand der Spuk ein Ende. (msr)

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