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Penny-Markt für Beratzhausen

In der Gemeinde entsteht eine neue Einkaufsmöglichkeit – und die Markträte erfahren davon durch eine Stellenanzeige.
Von Ingrid Kroboth

  • Der neue Penny-Markt zieht in das ehemalige Edeka-Gebäude, rechts neben dem Wiendl-Gelände. Fotos: Pakula/Kroboth
  • Die ehemalige Edeka-Filiale in Beratzhausen steht seit 2015 leer. Jetzt interessiert sich Penny dafür.

Beratzhausen.Die Einkaufssituation in der Marktgemeinde soll sich verbessern. Mitte 2018 will sich in der seit Jahren leerstehenden Edeka-Filiale an der Staufferstraße ein Penny-Markt ansiedeln. Edeka hat sich vor gut zwei Jahren aus Beratzhausen zurückgezogen. Seither ist die Bevölkerung auf das Angebot von Netto angewiesen, dem Discounter am östlichen Ortseingang.

Zwar favorisiert Bürgermeister Konrad Meier seit rund einem Jahrzehnt die Ansiedlung von Norma auf dem inzwischen freigeräumten Gelände der ehemaligen Brauerei Wiendl – aber passiert ist nichts. Dazu gibt es allerdings auch einen Marktrats-Beschluss, wonach es ohne Vollsortimenter im Ort keinen weiteren Discounter geben soll.

Doch wie heißt es so schön? Wenn sich zwei (oder mehr) streiten, freut sich der Dritte! Nach Beratzhausen kommt nun Penny - ein Tochterunternehmen der Rewe-Kette – das sich selbst für die meisten Markträte unbemerkt, zwischen alle Fronten geschoben hat.

Eröffnung Mitte des Jahres

Wie Kameliya Maneva von der Penny-Regionalleitung auf MZ-Anfrage mitteilte, steht noch kein genauer Eröffnungstermin fest, geplant sei aber „Mitte des Jahres 2018“. Die Verkaufsfläche soll rund 720 Quadratmeter umfassen. Dort würden dann zehn bis zwölf Arbeitsplätze für Verkäufer und Kassierer geschaffen, so auch das Stellenangebot auf der Penny-Homepage.

Aber wusste die Marktgemeinde von der Neuvermietung der Edeka-Bauruine? Bürgermeister Konrad Meier (CSU) überließ die Antwort „für meine Wenigkeit und die Verwaltung“ dem dritten Bürgermeister und Wirtschaftsreferenten Ludwig Scheuerer (CWV): „Uns ist seit der Stellenausschreibung durch Penny bekannt, dass der Eigentümer des ehemaligen Edeka-Gebäudes einen Mietvertrag mit Penny geschlossen hat“.

Information blieb stecken

Die Gemeinde habe da keinerlei Mitspracherecht, außerdem sei „das Objekt baurechtlich dafür genehmigt“. Die Gemeinde melde „auch keinerlei Bedenken an, da ein weiterer Versorger die jetzige Situation etwas entschärft“. Dazu ergänzt CWV-Fraktionssprecher Robert Achhammer: „Es ist nach wie vor unser erklärtes Ziel, einen Vollsortimenter für Beratzhausen zu gewinnen.“

Die Information war aber offenbar irgendwo zwischen den Fraktionen steckengeblieben. So hat CSU-Fraktionssprecher Andreas Niebler „erst letzte Woche über die im Internet geschaltete Stellenausschreibung von der möglichen Ansiedlung eines „Penny-Marktes“ erfahren“. Grundsätzlich begrüße er „eine sinnvolle Nachnutzung des Gebäudes“, womit die angespannte Einkaufssituation für die Bürger „zumindest etwas entschärft wird“, auch wenn das Angebotssortiment wohl eher nicht verbessert werde. Mit Interesse erwartet Niebler nun die Reaktion der Norma-Verantwortlichen auf die „unmittelbaren Konkurrenten am gleichen Standort“. Im Hinblick auf die weitere Entwicklung am ehemaligen Wiendl-Gelände komme die Eröffnung eines Penny-Marktes gar nicht ungelegen, und „vielleicht kommt jetzt Bewegung in die ‚verfahrene‘ Situation.“

Wieder Kritik an Meier

SPD-Fraktionssprecher Georg Thaler versicherte: „Seit Donnerstag letzter Woche wusste ich, dass Penny Personal für einen Markt in Beratzhausen sucht.“ Und er meint: „Mit der Ansiedlung eines weiteren Discounters dürfte es schwierig werden, einen Vollsortimenter nach Beratzhausen zu holen. Die einseitige Bevorzugung der Norma durch Bürgermeister Meier rächt sich jetzt.“

Zweiter Bürgermeister Martin Tischler (FW) hatte erst am Freitag vergangener Woche von den Penny-Plänen erfahren. Er hätte sich „eine andere Lösung gewünscht, nämlich die Rückgabe der Auflassungs-Vormerkung durch die Norma“. Für einen weiteren Einkaufsmarkt sieht er schwarz, „denn zwei Discounter und ein Vollsortimenter sind für die Kaufkraft von Beratzhausen zu viel“.

Von Michael Eibl war zu erfahren: „Die UB-Fraktion ist nicht informiert worden.“ Und er unterstreicht: „Dies bestätigt unsere Auffassung, dass der Markt Beratzhausen die Rahmenbedingungen für einen Vollsortimenter schaffen muss.“

Ob sich neben zwei Discountern noch ein Vollsortimenter im Markt ansiedeln wird, bezweifelt auch Grünen-Sprecherin Dr. Diana Hehenberger-Risse. Und trotzdem sagt sie zu Penny: „Besser so, als gar nichts!“

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