MyMz
Anzeige

Kultur

Pfarrhof wird auch 2018 nicht saniert

Für die Nutzung des Altenthanner Pfarrhofs wird schon seit vier Jahren geplant. Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht.
Von Walter Schiessl

Mit der Sanierung des ehemaligen Pfarrhofs wird es auch heuer nichts. Foto: Seidl
Mit der Sanierung des ehemaligen Pfarrhofs wird es auch heuer nichts. Foto: Seidl

Altenthann.Der Altenthanner Pfarrhof ist nach wie vor in der Warteschleife. Vier Jahre nach dem Kauf des Gebäudes durch den Landkreis gibt es zwar vage Ideen für die Nutzung, aber die Umsetzung einer Sanierung ist nach wie vor in weiter Ferne. „Für unsere Gemeinde wäre es gut, wenn sich endlich mal was täte“, sagt CSU-Vorsitzender Tobias Fuchs. Die Gemeinde sei nach wie vor im Ungewissen über die Pläne, mit denen sich schon viele Fachleute beschäftigt haben. Allerdings gibt es neue Nachrichten aus dem Landratsamt: Geht es nach den Plänen des Kulturreferenten Dr. Thomas Feuerer könnte ab Herbst ein Finanzierungskonzept erarbeitet werden, das dann dem Kreistag einmal vorgelegt wird.

Der Pfarrhof war bis 2014 im Besitz der Diözese, die das denkmalgeschützte Gebäude im Mai 2014 an den Landkreis, der noch von Herbert Mirbeth geführt wurde, verkaufte. Das stattliche Gebäude stand bis 2006 unter staatlicher Baulast und diente über Jahrhunderte hinweg als Wohnsitz des jeweiligen Altenthanner Pfarrers. Mit Robert Weiß verließ 2002 der letzte Pfarrer das Haus, fortan war Altenthann in die Pfarreigemeinschaft Altenthann-Brennberg-Frauenzell eingegliedert. Nachdem Pfarrer Adolf Schöls seinen Wohnsitz nach Brennberg verlegt hatte, mietete Diakon Johann Emmerl das Haus für sich und seine zehnköpfige Familie. Im Erdgeschoss war das Pfarrbüro eingerichtet, im ersten Stock lebte die Diakons-Familie.

Die Zahlen schwanken

Seit Emmerls Auszug wird das Gebäude immer maroder und der Putz fällt an vielen Stellen von den Wänden. In der Denkmalschutzliste ist der Hof als zweigeschossiger Mansardwalmdachbau mit geohrtem Sandsteinportal und seitlichem Torbogen eingetragen. Nach einem Brand im Jahr 1782 seien die Hofmauer und das Hoftor mit dorischer Säulenordnung und Dreiecksgiebel erneuert worden. Überschrieben wurde das Haus der Gemeinde Altenthann, die aber laut Vertrag nur für die Hausmeisterarbeiten zuständig ist. Gedanken über seine „baldige Sanierung“ wurden immer wieder nach hinten verschoben.

Das wird auch noch länger so bleiben. Bei der heutigen Sitzung des Kreisausschusses für Familie und Gesundheit, Kultur, Sport und Freizeit steht zwar der Punkt „Ehemaliger Pfarrhof Altenthann“ auf der Tagesordnung, vermeldet werden soll aber nur ein Zwischenstand, wie im Landratsamt zu erfahren war. Pläne, wann konkret Sanierungsarbeiten beginnen werden, gibt es im Landkreis ebensowenig wie einen Grundsatzbeschluss.

Die Zahlen für eine kleinere und eine große Lösung schwankten in den letzten Jahren zwischen 1,4 und vier Millionen Euro. Zur großen Lösung gehört unter anderem die Schaffung eines Anbaus an der rechten Seite des Gebäudes, um weitere Räumlichkeiten zu erhalten. Der Ausbau des Dachgeschosses wurde von den Experten bislang als unwirtschaftlich angesehen. Die Kosten dafür wurden auf eine Million geschätzt, die für den Anbau „nur“ auf 400 000 Euro.

Jetzt soll unter dem Namen „Kulturachse Ost“ ein Kulturverbund mit den Gemeinden Altenthann, Brennberg und Donaustauf geschaffen werden. Wie die Landkreis-Pressestelle wissen ließ, sollte mit diesem „interkommunalen, kulturellen Leuchtturmprojekt“ ein Kulturzentrum Altenthann entstehen, das auf die gesamte Metropolregion Regensburg ausstrahlen würde. Die drei Gemeinden hätten deshalb bei der Regierung Antrag auf Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm gestellt. Durch die Vernetzung mit dem Klosterareal in Frauenzell ergäben sich wichtige Synergieeffekte von großer Bedeutung, so die Pressestelle. Liege der Bescheid dann auf dem Tisch, könne eine belastbare Kostenberechnung auf der Basis eines realistischen Finanzierungskonzepts erstellt werden. Der Gemeinde Altenthann liege aktuell ein Angebot für die künftige Nutzung des Pfarrhofs durch die Bürogemeinschaft Culthega – Architekturbüro Robold vor.

„Ein leeres Haus verkommt“

Als relativ sicher galt bisher die Möglichkeit, dass das bislang im Dachgeschoss der Mehrzweckhalle untergebrachte Heimatmuseum, das der Lehrer Hans Hemrich in den 80-er Jahren gegründet hat und inzwischen von Annemarie Seidl geführt wird, eine neue Heimat finden wird. Dieses sollte dann, so sagte Bürgermeister Karl Hermann bei einem Ortstermin vor einem Jahr, offiziell Kreisheimatmuseum genannt werden. Die Öffnungszeiten sollten dann erweitert werden.

Dass sich im spätbarocken Gebäude auch nach vier Jahren gar nichts tut, ärgert natürlich viele der Altenhanner. „Es wäre besser gewesen, man hätte Diakon Johann Emmerl drin wohnen lassen“, sagen sie und verweisen darauf, dass ein leeres Haus verkomme, auch wenn es im Winter durch eine vor etwa 30 Jahren eingebaute Pelletsheizung vor dem Einfrieren des Wassers geschützt werde. Die Altenthanner und damit der ganze Ostlandkreis sind somit immer noch in einer Erwartungshaltung, dass das Pfarrhaus irgendwann doch noch saniert wird. Aber so richtig glauben wollen einige das inzwischen schon nicht mehr. „Das zieht sich schon viel zu lange hin“, sagt Tobias Fuchs anstelle von vielen Mitbürgern.

Weitere Nachrichten und Berichte aus dem Landkreis Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht