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Politik

Pläne für ehemaliges Gasthaus abgelehnt

Das frühere Gasthaus Müller in Undorf kann nicht als Beherbergungsbetrieb genutzt werden. Es fehlen die Stellplätze.
von Paul Neuhoff

Die ehemalige Gaststätte „Müller“ in Undorf war früher eine Hofmark. Eine Umnutzung erlauben die Nittendorfer Räte nicht. Foto: Neuhoff
Die ehemalige Gaststätte „Müller“ in Undorf war früher eine Hofmark. Eine Umnutzung erlauben die Nittendorfer Räte nicht. Foto: Neuhoff

Nittendorf.Energienutzung und Bauleitpläne standen unter anderem auf der Agenda der letzten Sitzung des Nittendorfer Marktrates. Den Einstieg machte Josef Konradl vom Planungsbüro ZREU, Regensburg. Der Fachmann für Energieanwendung stellte die endgültige Fassung des vom Markt in Auftrag gegebenen Energienutzungsplanes für das gesamte Marktgebiet vor. Das zukunftsweisende Projekt, das im Wesentlichen eine effiziente und sparsame Energienutzung aufzeigen sollte, wurde mit Zuschüssen des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Energie und Technologie erstellt.

Wie Josef Konradl in der Sitzung erläuterte, wäre es im Bereich um das Rathaus sinnvoll und angesichts wieder steigender Heizölpreise auch wirtschaftlich, bestehende und künftige Gebäude mit Wärme aus Biomasse zu beheizen. Ein relativ großes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch sieht der Experte bei den Schulen. So würde sich etwa die Umstellung der Leuchtstoffröhren auf LED-Lampen in der Mittelschule Undorf in sechs Jahren amortisieren. Handlungsbedarf sieht er auch bei der Straßenbeleuchtung, die viel Strom verbraucht. Abschließend empfahl der Planer dem Gremium, für die Umsetzung der Erkenntnisse aus dem Energienutzungsplan einen Klimaschutzmanager einzustellen. Diese Stelle werde aus Mitteln der EU finanziell gefördert, erklärte er. Der Plan wurde von den Räten einstimmig zur Kenntnis genommen und die Verwaltung beauftragt, das Werk öffentlich bekannt zu machen.

Baugebiet: Pläne nachgebessert

Eine weitere Hürde nahmen die Bauleitpläne zum Baugebiet „Thumhausen Süd.“ Im ersten Beteiligungsschritt hatten Fachstellen und Bürger Anregungen, aber auch Einwände vorgebracht. Die Stellungnahmen wurden von Stadtplaner Reinhard Galli aus Rieden aufgearbeitet, bewertet und die Ergebnisse in der Sitzung vorgestellt. Die Höhere Landesplanungsbehörde bei der Regierung der Oberpfalz etwa ist von der Notwendigkeit des Baugebietes noch nicht ganz überzeugt, das Wohngebiet würde zudem zu weit in landwirtschaftliche Flächen hineinreichen. Zwei Landwirte des Dorfes sehen sich zudem in ihren Entwicklungen beschränkt und fürchten durch die Bebauung Beeinträchtigungen im Betrieb. Den genannten Kritikpunkten kommt man nun auf Vorschlag von Galli insoweit nach, als der geforderte Bedarfsnachweis noch detailliert nachgeliefert wird und bestimmte Grundstücke im Umfeld der landwirtschaftlichen Betriebe aus der Planung herausgenommen werden. Außerdem sollen Bauwillige explizit darauf hingewiesen werden, dass sie mit typisch landwirtschaftlichen Imissionen rechnen müssen. Weitere Anregungen werden entweder berücksichtigt oder mit Hinweis auf den von der Staatsregierung geforderten „schlanken Bebauungsplan“ zurückgewiesen. Die überarbeiteten Bauleitpläne werden zur Einsichtnahme im Rathaus öffentlich ausgelegt. Bürger und Fachstellen können nochmals Anregungen und Bedenken vorbringen.

Besseres WLAN für den Markt

Ein weiteres Thema in der Gemeinderatssitzung betraf das Internet. Hier will der Markt auf der Höhe der Zeit bleiben. Bürgermeister Helmut Sammüller informierte die Räte über Verhandlungen mit einer Fachfirma zur Aufstellung eines acht Meter hohen Funkmastes an der Bernsteinstraße. Dieser Schritt ist Teil des von der Staatsregierung aufgelegten Programms „BayernWLAN“ und ermöglicht laut Sammüller einen deutlich besseren Empfang als die bereits bestehenden WLAN-Hotspots.

Keinen Erfolg hatte der neue Eigentümer des ehemaligen Gasthauses Müller in Undorf mit seinem Antrag auf Umnutzung des Gebäudes. Es sollten Wohnungen und Fremdenzimmer eingerichtet werden. Wie Sammüller erläuterte, fehlen für diese Nutzung die erforderlichen Stellplätze auf dem Grundstück. In den teils engen Seitenstraßen im Umfeld des Gebäudes sei ein Parken auch nicht möglich. Das Gremium folgte dem Vorschlag der Verwaltung und verweigerte dem Vorhaben einstimmig das Einvernehmen.

Bayern-WLAN

  • Das Programm:

    Der Freistaat Bayern will bis zum Jahre 2020 im Rahmen des Programms „BayernWLAN“ den Bürgern 20 000 Hotspots zum kostenfreien Zugang ins Internet anbieten.

  • Zuschüsse:

    Dafür wurde in Straubing das „BayernWLAN-Zentrum“ eingerichtet, das die Kommunen bei der Umsetzung unterstützt. Die Kommunen erhalten für bis zu zwei Hotspots Zuschüsse.

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