mz_logo

Landkreis
Mittwoch, 26. September 2018 18° 1

Politik

Plan für Sozialbau geändert

Der ursprüngliche Plan für den Wohnungsbau in Irlbach ist nicht haltbar. Eine Tiefgarage kommt wegen des Bodens zu teuer.
Von Petra Schmid

Der Siegerentwurf sieht einzelne Gebäude für den sozialen Wohnungsbau vor. Foto: Jasmin Weigert
Der Siegerentwurf sieht einzelne Gebäude für den sozialen Wohnungsbau vor. Foto: Jasmin Weigert

Wenzenbach.Im Ortsteil Irlbach soll auf dem ehemaligen Riederer-Areal ein Projekt „sozialer Wohnungsbau“ verwirklicht werden. Dazu wurde ein Planungswettbewerb durchgeführt und Ende vergangenen Jahres der Sieger bekannt gegeben. Der ausgewählte Entwurf sah einzelne Gebäude vor, denn der Wenzenbacher Gemeinderat hatte bereits im Vorfeld gewünscht, dass kein geschlossener Riegelbau entstehen solle. Das Thema wurde bereits mehrfach im Gemeinderat diskutiert und auch den Wenzenbacher Bürgern im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung vorgestellt.

Der Siegerentwurf sah unter anderem auch eine Tiefgarage vor und ließ noch offen, wo weitere Stellplätze oberirdisch angeordnet werden sollen. In der Detailplanung habe die Einhaltung der Stellplatzsatzung den Planer vor Herausforderungen gestellt, sagte nun Bürgermeister Sebastian Koch in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Auch könne die ursprüngliche Kostenschätzung nicht gehalten werden, sagte er weiter und übergab das Wort an den Architekten. Dieser erläuterte, dass die sechs kleinteiligen Baukörper südlich und nördlich der Straße sich in die Ortsstruktur einfügen würden. Auch lege man Wert darauf, die Fassaden passend zu gestalten. Für die einzelnen Wohnungen habe man offene Grundrisse gewählt. Man wolle moderne Wohnräume gestalten, erklärte er. Die ursprünglich vorgesehene Tiefgarage sei wohl unwirtschaftlich und er rate dazu, sie entfallen zu lassen.

Eventuell Grundwasserprobleme

Es habe sich in der weiteren Planung herausgestellt, dass schwierige Bodenverhältnisse vorliegen. Es handle sich um wenig tragfähigen Baugrund, und auch mit dem Grundwasser seien Probleme zu erwarten, führte er an. Deshalb sei bei der Umsetzung der Tiefgarage mit unproportioniert hohen Kosten zu rechnen, hob der Architekt hervor. Auch wolle man nun im nördlichen Bereich auf die Keller verzichten, da mit Grundwasserproblemen zu rechnen sei. Man reduziere deshalb die Wohneinheiten von 26 auf 25, um den Technikbereich so unterzubringen, erklärte der Experte. Halte man an den ursprünglichen Planungen fest, sei mit einer Kostensteigerung des rund acht Millionen teuren Projekts um etwa 25 Prozent zu rechnen, gab er zu bedenken. Man habe im April die Gemeinde Wenzenbach und die Förderbehörde informiert, dass der Betrag von 2500 Euro je Quadratmeter Wohnfläche dann auf 3300 Euro steigen würde.

„Die Parkplätze sind nicht optimal, die Tiefgarage wäre schick gewesen.“

Bürgermeister Sebastian Koch

Sein Vorschlag sei, die Tiefgarage entfallen zu lassen, einen Teil der Parkplätze nach Möglichkeit im Keller der Gebäude unterzubringen und die weiteren oberirdisch anzuordnen. Ein Landschaftsarchitekt erläuterte die Auswirkungen der Umplanung auf die den Häusern zugeordneten und allgemeinen Grünflächen.

Koch machte noch einmal deutlich, dass die Kosten der nun vorgestellten Variante um etwa 850 000 Euro reduziert werden könnten. Der Landkreis würde dies mittragen, sagte er. Auch mit der vorgeschlagen Querungshilfe über die Straße werde man einen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten. Rainer Mißlbeck kritisierte, dass man das topographisch schwierige Gelände vorab berücksichtigen hätte sollen und er diese Variante als wesentliche Änderung des Plans empfinde. Der Planer entgegnete, dass dem Wettbewerb kein Bodengutachten zugrunde lag und dies üblicherweise erst bei weiterführenden Planungen gemacht werde.

„Weg weiter gehen“

Der Rathauschef betonte, man habe Schritt für Schritt festgestellt, dass sich die Planung nicht für acht Millionen Euro umsetzen lasse. Martin Unger hingegen zeigte sich nicht enttäuscht von der geänderten Planung, da man sich durch das Weglassen der Tiefgarage wohl viele Schwierigkeiten spare. „Ich glaube, auf dem Weg, den wir bisher beschritten haben, sollten wir weitergehen“, fasste er zusammen. Mit einer Gegenstimme wurde letztlich beschlossen, die Variante mit dem Wegfall der Tiefgarage und der Reduzierung der Wohneinheiten von 26 auf 25 weiter zu verfolgen und die notwendigen Schritte einzuleiten. Ein entsprechender Bauantrag wird wohl im Juli im Bauausschuss beraten werden.

Die örtliche Prüfung der Jahresrechnung 2016 wurde vom Gemeinderat ohne Gegenstimmen beschlossen und die Entlastung erteilt. Außerdem wurde der Abschluss einer Vereinbarung zwischen der Laber-Naab-Infrastruktur GmbH und der Gemeinde Wenzenbach über die Aufgabenerledigung des Gesetzes zur Erleichterung des Ausbaus digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze beschlossen.

Aufwertung für Schloss Schönberg

  • Idee:

    Bei der letzten Vorstellung des Konzepts zur Nutzung des Schlosshofes wurde auch über die Lichtgestaltung gesprochen und angeregt, ob diese auch in Farbvariationen möglich sei. Nun stellte ein Experte das vor.

  • Umsetzung:

    Es sei möglich, farbliche Akzente auf die Maueraspekte zu setzen, erklärte der Planer, und weiter: Jegliche Farben seien hier möglich. Er empfehle jedoch, weißes, dimmbares Licht zu verwenden.

  • Beschluss:

    Einstimmig wurde die vorgestellte Farblichtgestaltung „mehrfarbig“ abgelehnt. Es bleibt somit beim ursprünglich vorgestellten „einfachen“ Lichtkonzept. Die Kosten liegen bei rund 10 000 Euro.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht