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Samstag, 26. Mai 2018 28° 2

Baumaßnahme

Rathaus wird zum Kinderhaus

Im Erdgeschoss der ehemaligen Wiesenter Verwaltung laufen die Arbeiten mit Hochdruck. 2019 wird alles dann fertig.
Von Walter Schiessl

  • Da, wo die Wiesenter Verwaltung bis Ostern ihren Sitz hatte, sind jetzt Handwerker tätig. Das Erdgeschoss wird umgebaut. Fotos: schiessl
  • Auch die Außenfassade ist nicht mehr wiederzuerkennen.

Wiesent.In der ehemaligen Gemeindeverwaltung geht es seit einigen Wochen hoch her. Denn das Gebäude, das in den 70er Jahren gebaut wurde, wird zu einem Haus für die vier Kindergartengruppen und zwei Gruppen der Kinderkrippe umgebaut. Die Kosten sind auf 3,3 Millionen Euro veranschlagt, wobei der Bund 480 000 Euro für das Vorhaben zuschießt.

Ein ausgeklügelter Plan

Über einen Mangel an Arbeit kann die Gemeindeverwaltung mit Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher an der Spitze nicht klagen. Wurde doch erst unlängst das alte Schulhaus in der Ortsmitte zu einem modernen Rathaus umgebaut und in den Osterferien bezogen. Jetzt ist die Modernisierung des alten Verwaltungsgebäudes an der Reihe. Im Obergeschoss war bislang der viergruppige Kindergarten untergebracht, im Erdgeschoss bestand die Gemeindeverwaltung. Die zehn Plätze zählende Kinderkrippe Bollerwagen, die es in Wiesent schon seit vielen Jahren gibt, war bislang in der Schule ausgelagert.

„Das wird sich im Jahr 2019 ändern, denn dann wird das Kinderhaus fertig sein“, sagt Verwaltungsleiter Klaus Eschbach. Er hat zusammen mit dem Architekten Manfred Winkler und Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher einen Plan ausgeklüngelt, der eine reibungslose Unterbringung der Mädchen und Buben in der Gemeinde gewährleistet.

„Das fängt mit der Umgestaltung des Erdgeschosses an. Dort entstehen zwei Module für eine Kinderkrippe, die neben dem Gruppenraum noch einen Ruheraum und Sanitäranlagen vorsehen. Daneben werden noch ein Mehrzweckraum, ein Turnraum, Sozialräume für das Personal sowie das Büro für die Leiterin errichtet. „Das alles soll bis Weihnachten fertig sein“, sagt Eschbach weiter. Der Umzug der Bollerwagen-Gruppe sowie zweier Kindergartengruppen in das Erdgeschoss erfolgt dann in den Weihnachtsferien. Gleichzeitig soll dann die Verlagerung der beiden anderen Kindergartengruppen in das Bürgerhaus vonstattengehen. „Dann haben wir das Obergeschoss frei und können mit dessen Umbau starten“, sagt Eschbach. Ist auch dieser einmal abgeschlossen, werden die vier Kindergartengruppen wieder rückverlagert und das Ganze ist irgendwann vollbracht, blicken Klaus Eschbach und Elisabeth Kerscher in die Zukunft. Als Zeitplan dafür nannten sie Ende 2019.

Sechs Firmen sind derzeit dabei, den Innenraum im Erdgeschoss zu erneuern. Gleichzeitig wird das Dach des Gebäudes neu gemacht. 15 bis 20 Arbeiter sind jeden Tag auf der Baustelle, um das Erdgeschoss völlig neu zu gestalten. Kein Stein bleibt auf dem anderen, sagt der Verwaltungsleiter, der die Baustelle zusammen mit Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher immer wieder unter die Lupe nimmt. „Aber wir kommen schon gut voran“, sagen sie.

Der Boden ist tief aufgegraben, dort werden dicke Leitungsrohre verlegt, neue Mauern sind zum Teil schon aufgezogen und die Heizungsmonteure sind schon dabei, die ersten Rohre zu installieren. Das läuft alles nach einem strengen Plan, sagt Eschbach. Die Arbeiten im Erdgeschoss werden das ganze Jahr über andauern, nach und nach gilt es, die Räume neu zu gestalten und die Pläne des Wörther Architekten Manfred Winkler, der auch schon den Umbau des alten Schulhauses bewerkstelligt hat, umzusetzen. „Aber die Arbeiter wissen natürlich genau, was zu tun ist“, sagt der Geschäftsleiter. Sechs Firmen sind im Augenblick vor Ort.

Die steigende Zahl von Kindern zwang uns zu handeln“, sagte Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher unlängst. Wiesent wird dadurch eine der ersten Gemeinden in der Region Wörth sein, die in der Endstufe 24 Krippenplätze bieten kann. Geht man davon aus, dass manche Kinder nur an einem, zwei oder drei Tagen in der Krippe sind, wird die Gemeinde 50 Kinder betreuen können. Damit wird dann die „Institution“ Bollerwagen bei der Schule geschlossen werden. Alle Kleinkinder werden in das Erdgeschoss des ehemaligen Verwaltungsgebäudes kommen, und in das Obergeschoss werden dann die 100 Kindergartenkinder in vier Gruppen einziehen.

Kosten bei 3,3 Millionen Euro

Den Plänen des Architekten zufolge werden sich die Umbaukosten des Gemeindehauses auf 3,3 Millionen Euro belaufen. „An Förderung erhalten wir 1,8 Millionen Euro“, sagt Klaus Eschbach. 480 000 Euro fließen aus Bundesmitteln nach Wiesent und 1,3 Millionen zahlt der Freistaat.

Die Wiesenter wollen dann Ende 2019 bestens für die Kinderbetreuung gerüstet sein. Schließlich wolle man auch die bundesweit geltenden Regelungen auf den Anspruch auf einen Kitaplatz umsetzen, sagt Eschbach. Eltern, die wegen eines fehlenden Kitaplatzes nicht arbeiten gehen können, haben in der Regel einen Anspruch auf Schadensersatz gegenüber ihrer Kommune.

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