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Natur

Regenstauf wartet auf den Frühling

Die Gärtner des Bauhofs waren fleißig. Später als sonst, pflanzten sie die Frühjahrsblüher. Alles ist bereit für laue Tage.
Von Sabine Norgall

Gut zwei Wochen später als sonst machten sich die Gärtner des Marktes heuer daran, die ersten Beete und Container in der Ortsmitte mit Frühlingsblühern zu bepflanzen. Mit ihren knalligen Farben sorgen sie für eine freundliche Atmosphäre. Fotos: Norgall
Gut zwei Wochen später als sonst machten sich die Gärtner des Marktes heuer daran, die ersten Beete und Container in der Ortsmitte mit Frühlingsblühern zu bepflanzen. Mit ihren knalligen Farben sorgen sie für eine freundliche Atmosphäre. Fotos: Norgall

Regenstauf.Bestenfalls durchwachsen, so präsentieren sich heuer die ersten kalendarischen Frühlingstage. Wer in der Regenstaufer Ortsdurchfahrt unterwegs ist, der trifft seit der vergangenen Woche aber zumindest auf die frisch gepflanzten, leuchtenden Farbkleckse, nach denen sich das Auge nach dem langen Winter sehnt.

Die Mitarbeiter des Bauhofs, sagt Gärtner Bernd Riepl, waren heuer mit der Frühjahrsbepflanzung wegen der späten und harten Frostperiode rund zwei Wochen später dran als sonst. Anders als im Mai, wenn der Sommerflor an den Start geht, ist der Blumenschmuck in der Gemeinde jetzt noch nicht so allgegenwärtig und bunt, allerdings versucht man gezielt, den einen oder anderen Blickfang zu setzen.

Das Pflanzbild verändert sich

Keine üppige Sofortwirkung für wenige Tage, sondern ein Frühlingsbeet, in dem es bis Mitte Mai Neues zu sehen geben wird, gestalteten die Gärtner auf dem Platz vor St. Jakobus. Erst in den kommenden Wochen werden Mandelbäumchen und Säulenkirschen aufblühen. Foto: Norgall
Keine üppige Sofortwirkung für wenige Tage, sondern ein Frühlingsbeet, in dem es bis Mitte Mai Neues zu sehen geben wird, gestalteten die Gärtner auf dem Platz vor St. Jakobus. Erst in den kommenden Wochen werden Mandelbäumchen und Säulenkirschen aufblühen. Foto: Norgall

Was immer besonders ins Auge fällt, sind die Beete vor dem Rathaus und am Kirchplatz. Wer die bunten Flächen aus den vergangenen Jahren noch vor Augen hat, der merkt, dass Bernd Riepl heuer bei der Auswahl der Blumen vorsichtiger war. Statt Goldlack oder Ranunkeln setzt er fast durchgehend auf Bellis und Hornveilchen, die sich auch nach einer Nacht mit deutlichen Minusgraden wieder erholen.

Vor dem Rathaus fängt eine üppige Fülle an Frühjahrsblühern wie Bellis oder Hornveilchen die ersten Sonnenstrahlen ein. Auf kälteempfindliche Pflanzen wie Ranunkeln oder Goldlack hat Gärtner Bernd Riepl heuer bewusst verzichtet. Zu lange drohte Frostgefahr. Foto: Norgall
Vor dem Rathaus fängt eine üppige Fülle an Frühjahrsblühern wie Bellis oder Hornveilchen die ersten Sonnenstrahlen ein. Auf kälteempfindliche Pflanzen wie Ranunkeln oder Goldlack hat Gärtner Bernd Riepl heuer bewusst verzichtet. Zu lange drohte Frostgefahr. Foto: Norgall

Zwischen Veilchen und Bellis sorgen vorgetriebene Mininarzissen für Frühlingsstimmung. Später werden in den Beeten in zwei Schüben noch Zwiebelblüher das Pflanzbild verändern. Die Zwiebel wurden im Herbst in die Erde gesteckt. Große Pflanzflächen wie an der Ampel zum Grasigen Weg oder im Friedhof hat man im März nicht völlig umgestaltet, aber auch dort sorgen Tulpen und Narzissen jetzt für erste bunte Akzente.

Regenstauf ist bereit für den Frühling

Schon Mitte März, erzählt Bernd Riepl, bepflanzten die Gärtner versuchsweise erste Tröge. Das habe man aber schnell wieder abgebrochen, die Frühlingsblüher litten massiv unter den Nachfrösten. Erst in der vergangenen Woche wurde großflächig gepflanzt. Und da wurde es, sagt Riepl, wirklich Zeit. Mitte Mai wird die Anpflanzung schon wieder ausgetauscht. Da der Markt seine Blumen schon im Winter bei der Gärtnerei Fischer in Burglengenfeld vorbestellt, ist bei der Neubepflanzung im Mai keine Eile geboten. Je nach Wetter, kann man sich dann auch etwas Zeit lassen.

In die Pflanzsäulen integriert sind sogenannte Gießdome. Dazu setzen Mitarbeiter des Bauhofs Abwasserrohre mit Löchern in die Pflanzsäulen ein. Die perforierten Rohre sind mit einem Vlies umwickelt, das sicherstellt, dass das Gießwasser allmählich abgegeben wird. Foto: Norgall
In die Pflanzsäulen integriert sind sogenannte Gießdome. Dazu setzen Mitarbeiter des Bauhofs Abwasserrohre mit Löchern in die Pflanzsäulen ein. Die perforierten Rohre sind mit einem Vlies umwickelt, das sicherstellt, dass das Gießwasser allmählich abgegeben wird. Foto: Norgall

Auf alte Bauernregeln oder Sinnsprüche, die die besten Pflanztage im Frühling festmachen, wie „Kunigund kommt d‘Wärm von unt“ (3. März) oder „Gertrud ist die Gärtnerin“ (17. März) verlässt sich Bernd Riepl in Zeichen des Klimawandels nicht. Er schaut lieber in verschiedene Wetterapps, bildet daraus einen Querschnitt und beschießt gemeinsam mit Bauhofleiter Wolfgang Eichinger, wann gepflanzt wird. Künftig, sagt Riepl, werde man noch mehr auf Blumen ausweichen, die Wetterkapriolen wie in den vergangenen Wochen aushalten: Einmal tiefe Minusgrade, ein paar Tage später 15 Grad plus. Was gepflanzt wird, da fließen ganz viele Ideen von Riepl, Wolfgang Eichinger und anderen Mitarbeitern des Bauhofs ein. Riepl: „Oft sieht einer irgendwo was, das wir, wenn möglich, umsetzen. Was Riepl nicht mag, sind die übervollen Blumenflächen der 60er- und 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Er bevorzugt es, Beete so zu gestalten, dass der Betrachter auch beim mehrmaligen Hinschauen immer etwas Neues entdecken kann. Deshalb finden sich heuer in den Frühjahrsanpflanzungen auch Moos oder Wurzeln, an denen der Blick hängenbleibt.

Spezialzüchtungen aus Holland

Blumenzwiebel blühen auf den öffentlichen Flächen im Markt nur für eine Saison. Die Zwiebel, sagt Riepl, würden, was Größe und Kraft anbelangt, für eine Saison gezüchtet. „Es rentiert sich nicht, die aufzuheben.“ Tulpen oder Narzissen, die im vergangenen Herbst gesetzt wurden, sind Spezialzüchtungen für öffentliche Flächen, die der Markt direkt von einem Züchter aus Holland bezieht.

„Im Sommer“, kündigt Riepl an, „da trumpfen wir richtig auf.“ Bereits in der kommenden Woche werden in der Gärtnerei Fischer die Säulen bepflanzt, die entlang des Lärmschutzwalls den Ortsnamen formen werden. Dazu müssen die winzigen Eisbegonien jetzt so durch die Gittersäulen gepflanzt werden, dass sie sich bis in den Mai in eine Farbfläche verwandeln.

n der Ortsmitte am Marktplatz fehlt nur noch der Sonnenschein für Frühlingsgefühle. Der OGV verwandelte den Sagen- in einen Osterbrunnen und hunderte Hornveilchen in der Gittersäule sollen jetzt schnellstmöglich zu einem bunten Blütenteppich zusammenwachsen. Foto: Norgall
n der Ortsmitte am Marktplatz fehlt nur noch der Sonnenschein für Frühlingsgefühle. Der OGV verwandelte den Sagen- in einen Osterbrunnen und hunderte Hornveilchen in der Gittersäule sollen jetzt schnellstmöglich zu einem bunten Blütenteppich zusammenwachsen. Foto: Norgall

Viel Neues wird es in dieser Saison eher nicht geben, aber Bernd Riepl und Wolfgang Eichinger lassen sich vorab nicht gerne in die Karten schauen. Und so bleibt Riepl in einer weiteren Ankündigung vage und erzeugt Spannung: „Wenn ich sehe, wie sich die Ortsdurchfahrt entwickelt, dann wird die mit Blumen unheimlich gut harmonieren.“

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