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Musik

Rock-Oldies packen ihre Instrumente aus

Drei Bands von einst spielen in Neutraubling für die Fans von früher. Sie wollen das Niveau der letzten Konzerte toppen.
Von Michael Jaumann

Die Oldies rocken am 12. September wieder. Krönender Abschluss wird eine Session aller Bands. Foto: Jaumann
Die Oldies rocken am 12. September wieder. Krönender Abschluss wird eine Session aller Bands. Foto: Jaumann

Neutraubling.Das hätten sich die Musiker von einst vor ein paar Jahren wirklich nicht träumen lassen: Dass ihr musikalisches Wiedersehenstreffen von Bands der 60er- und 70er-Jahre mit ihren Fans mehr wird als nur eine Eintagsfliege. Und dass jedes Konzert in der Neutraublinger Stadthalle ausverkauft sein wird, manche sogar Wochen vor dem Konzerttermin.

Dieter Frank bringt die lokalen Rockgrößen von einst wieder auf die Bühne. Foto: Frank
Dieter Frank bringt die lokalen Rockgrößen von einst wieder auf die Bühne. Foto: Frank

Inzwischen gibt es mit dem Konzert am 12. September, zu dem der Vorverkauf bereits begonnen hat, sogar ein kleines Jubiläum: „Wir geben das fünfte Konzert“, freut sich der Neutraublinger Dieter Frank (Jahrgang 1947), Bassist der Skyriders und Motor der Konzertserie. Weil sich die fünf Rockmusik-Treffen aber auf vier Jahre verteilen, nennt sich das Konzert „Oldies rocken 4.0“.

Suche nach den Original-Bands

Im Unterschied zu den „Rentnerbands“, die sich im mittleren oder vorgerückten Alter zu neuen Bands formiert haben, geht es Frank und seiner Musikergeneration, die sich auf die 70 zubewegt oder sogar schon überschritten hat, um die Freude, möglichst die Original-Bands ihrer Jugendzeit aus Regensburg und Umgebung noch einmal auf die Bühne zu bringen.

Auslöser der Revivalbewegung ist Franz Herrmann, der mit seinem Buch „Regensburger Beat- und Popkultur“ die Sache ins Rollen gebracht und die Lust der Rockgrößen von einst geweckt hat, wieder zusammen Musik zu machen. Bei der Feier, die Franz Herrmann 2015 zum Erscheinen seines kultigen Buchs ausrichtete, kamen an die 40 Musiker zusammen, die ihre Instrumente mitgebracht hatten. Leute von vier, fünf verschiedenen Bands spielten zusammen und bald war nicht nur die Idee eines Revivals geboren, sondern auch rasch umgesetzt. In der Neutraublinger Kulturbeauftragten Angelika Achter fanden die Musiker nämlich eine Ansprechpartnerin, die unkonventionellen Ideen stets aufgeschlossen ist.

Gewinnen Sie im Video einen Eindruck:

Die Oldies rocken in Neutraubling

„Wir verfolgen unsere Linie weiter“, erzählt Frank. „Möglichst Musiker von damals mit derselben Musik für dasselbe Publikum“. Bereits im vergangenem Jahr hatten die Organisatoren mit der Band Miss S. and the rocking Woods(t)ocks noch einen Brückenschlag über die Generationen hinweg geschlagen. Anstatt Steffi Baringer (Miss S.), bei der es laut Frank heuer zeitlich nicht gepasst hat, schlagen heuer Big Five die Brücke zur jüngeren Generation. Sie spielen die Musik der 80er-Jahre, in der Frank und seine Freunde keine Wurzeln mehr haben. „Wir wollen aber die nächste Generation nicht ausschließen“, erklärt Frank. Kultbands wie ZZ-Top und Queen hätten durchaus musikalische Geschichte geschrieben. Die „Dick Hermann Group“ von Franz Hermann wird auch diesmal nicht von der Partie sein, berichtet Frank. Deren Musiker leben zu weit auseinander, um vernünftig üben zu können.

„Wir wollen nicht immer die gleichen Stücke spielen.“ Dieter Frank

Die Bands aus den alten Zeiten, die am 12. September die Bühne entern werden, sind erneut die Hedgehogs sowie Skyriders and Friends. „Die Bands sind musikalisch viel besser aufgestellt als am Anfang“, versichert Bassist Frank. Es werde geübt auf Teufel komm raus und die Musik neu arrangiert. Die Vorproben haben in kleineren Blöcken wie Bläser oder Gitarristen stattgefunden. Inzwischen geht es schon an die Hauptproben. „75 Prozent des Programms“ hätten die Skyriders aufgefrischt, denn „wir wollen nicht immer die gleichen Stücke spielen“. Frank ist ehrgeizig und will „das Niveau der letzten Konzerte toppen“.

Nächstes Jahr ein Open Air?
Die Skyriders treten übrigens – anders als die beiden anderen Bands – tatsächlich nur zur Oldienacht auf. „Mir reicht der September“, winkt Frank ab. Die Musiker sind schließlich nicht mehr die Jüngsten. Und für so ein Konzert wie in der Stadthalle geht mit Aufbau, Soundcheck, Üben der finalen Nummern, Auftritt, Abbau und Manöverkritik im Ratskeller ein ganzer Tag drauf. Wie immer werden alle Bands für die Schluss-Sequenz gemeinsam auf der Bühne stehen.

Der Vorverkauf hat bereits begonnen und lässt sich gut an. Karten zum Preis von zwölf Euro gibt es beim Kartenvorverkauf im Rathaus Neutraubling sowie im Globus-Tabak- und Zeitschriftenshop. Frank richtet seinen Blick schon ein wenig weiter, denn nächstes Jahr stehe die Stadthalle wegen Sanierung nicht zur Verfügung. Ein kostenloses Open Air zusammen mit Schulbands schwebt ihm vor. „Das wird sicher spannend!“

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