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Benefiz

Schama läuft für die Schüler in Nigeria

Der Hemauer Ortsteil Hohenschambach unterstützt einen Pfarrer in Nigeria. In diesem Jahr gibt es den vierten Spendenlauf.
Von Heiner Stöcker

Hunderte Teilnehmer waren 2017 beim dritten Spendenlauf an den Start gegangen. Fotos: Silberhorn
Hunderte Teilnehmer waren 2017 beim dritten Spendenlauf an den Start gegangen. Fotos: Silberhorn

Hemau.Pfarrer Dr. Hilary Ochulor ist ein Mann, der etwas in seiner Heimat Nigeria bewegen will. Und Hilfe bekommt er aus der Oberpfalz: In den Pfarreien Schwarzenfeld, Aichkirchen und Hohenschambach hat er besonders aktive Freunde. Der Verein Schama e.V. organisiert am 5. August den „bewegenden Tag für Nigeria“. Einen Benefizlauf.

Pfarrer Ochulor betreibt zwei Schulen im nigerianischen Hinterland – zwei Flug- plus drei Bus-Stunden von der Metropole Lagos entfernt. Und dafür sammeln die Aktivisten in Hemau. „Hilary hat bei uns früher immer die Urlaubsvertretung gemacht“, sagen Silke Pollinger und Martina Silberhorn. Das war, als er in Würzburg promoviert hat. Später hatte er an der Universität einen Lehrauftrag – musste aber nach dem Tod seines Bruders als neues Oberhaupt der Familie in seine Heimat zurück.

Die Freundschaft bleibt

Im vergangenen Jahr feierte eine kleinen Abordnung aus der Oberpfalz mit dem Geistlichen silbernes Priesterjubiläum. Fotos: Silberhorn
Im vergangenen Jahr feierte eine kleinen Abordnung aus der Oberpfalz mit dem Geistlichen silbernes Priesterjubiläum. Fotos: Silberhorn

Aus bürokratischen Gründen konnte er danach die Urlaubsvertretungen nicht mehr übernehmen – der Kontakt nach Hemau ist aber nie abgerissen. Die Menschen hier unterstützen den Geistlichen nach Kräften. Und das ist nötig.

Nigeria ist ein Land voller Chancen und auch voller Probleme. Der Bundesstaat in Westafrika am Atlantischen Ozean ist fast dreimal so groß, wie Deutschland und dort leben mehr als doppelt so viele Menschen. Das Land machte seit 1950 einen gewaltigen Sprung von 38 Millionen auf mehr als 190 Millionen Einwohner in 2017. Dazu kamen seit 1960 unter anderem das Ende der britischen Kolonialzeit, bewaffnete Konflikte, Militärregimes, Hungersnöte und Korruption. Erst 1999 wurde Nigeria endgültig demokratisiert, wobei die Wahlen ab den 2010er Jahren erstmals als halbwegs fair eingestuft werden.

Benefizlauf im August für alle

  • Hintergrund:

    In Hohenschambach veranstaltet der Verein Schama e.V. am 5. August einen bewegenden Tag für Nigeria. „Walken-Wandern-Laufen für einen guten Zweck“ ist das Motto der Veranstalter. Der „bewegende Tag für Nigeria“ ist ein Benefizlauf und unterstützt den ehemaligen Urlaubsvertretungspfarrer Dr. Hilary Ochulor bei seinen Schulprojekten in seiner Heimat Umuahia im afrikanischen Land Nigeria.

  • Details:

    Der „Nigerialauf“ findet am Sonntag, 5. August, am Feuerwehrhaus Hohenschambach statt und beginnt um 14 Uhr mit dem 0,5 Kilometer Kinderlauf. Im Anschluss starten gemeinsam die Läufer, Walker und Wanderer bei Strecken von drei oder sechs 6 Kilometer. Der Erlös aus Startgeldern sowie Kaffee- und Kuchenverkauf geht an Pfarrer Ochulor. Mitmachen kann jeder Läufer, Walker und Wanderer.

Seit dem geht es bergauf: Die Wirtschaft wächst rasant. Seit 2014 ist Nigeria vor Südafrika die größte Volkswirtschaft Afrikas. Es wird von der Weltbank als Schwellenmarkt angesehen. Der Boom findet aber vor allem in den Metropolen, wie Lagos oder der Hauptstadt Abuja statt. Auf dem Land sieht es anders aus. Dort wirkt Pfarrer Dr. Hilary Ochulor.

Nach seiner Rückkehr aus Deutschland kaufte er damals ein Grundstück und baute darauf eine Grundschule für die Kinder aus seinem Heimatdorf Olokoro und aus der Region. Die Schule „St. Andreas“ besuchen heute mehr als 300 Kinder. Vor sechs Jahren hat ihm der Bischof zusätzlich die Leitung der Schule in der nigerianischen Stadt Okwu übergeben. Die „Holy Ghost“-Schule hatten irisch-katholischer Mönche gegründet. Ende der 60er Jahre mussten die aber Nigeria verlassen. Die Schule fiel erst an den Staat und später an die Diözese.

Mit dem spendenfinanzierten Schulbus werden die Kinder aus den umliegenden Dörfern zur Schule gebracht. Fotos: Silberhorn
Mit dem spendenfinanzierten Schulbus werden die Kinder aus den umliegenden Dörfern zur Schule gebracht. Fotos: Silberhorn

„Man sieht, dass es besser wird“, sagt Silke Pollinger. Vor ein paar Jahren waren sie und Martina Silberhorn zusammen mit einer kleinen Abordnung zum ersten Mal zu Besuch bei Pfarrer Ochulor. Und im vergangenen Jahr sind die Beiden noch mal da gewesen, um Ochulors silbernes Priesterjubiläum mitzufeiern. „Die Straßen sind immer noch schmutzig. Aber inzwischen gibt es Müllcontainer oder zumindest Müll-Sammelstellen. Das war bei unserem ersten Besuch noch nicht so“, sagt Martina Silberhorn. „Oder das Schulgebäude in der Holy-Ghost School – das haben Hilary und seine Helfer seit dem toll saniert. Man sieht: Unser gesammeltes Geld kommt an und es bewegt etwas.“

Dieser erste Besuch war es, der die beiden Frauen motiviert hat, sich zu engagieren. „Damals hat sich der Lauftreff hier in Hohenschambach gerade gegründet.“ Und mit der Unterstützung von Schama e.V. stand ihrer Initiative „Ein bewegender Tag für Nigeria“ nichts mehr im Wege.

Bewegen für einen gutern Zweck

„Unsere Idee war, ‚Walken-Wandern-Laufen für einen guten Zweck‘. Und die ist aufgegangen“, sagt Silberhorn.

Auch in diesem Jahr kommt Pfarrer Ochulor nach Hemau, um den Startschuss zu geben. Fotos: Silberhorn
Auch in diesem Jahr kommt Pfarrer Ochulor nach Hemau, um den Startschuss zu geben. Fotos: Silberhorn

Der mittlerweile vierte „Nigerialauf“ ist in diesem Jahr am 5. August. Start ist am Feuerwehrhaus Hohenschambach. Beginn ist um 14 Uhr mit dem 0,5 Kilometer Kinderlauf. Im Anschluss starten gemeinsam die Läufer, Walker und Wanderer über Strecken von drei oder sechs Kilometern. „Der komplette Erlös aus Startgeldern und des Kaffee- und Kuchenverkaufs geht an Hilary“, sagt Pollinger. Mitmachen kann jeder Läufer, Walker und Wanderer. Auch Kaffeegäste sind herzlich willkommen. Für die Musik sorgt die Stadtkappelle Hemau. Pfarrer Ochulor wird Ende Juli selbst nach Deutschland kommen. „Wir freuen uns drauf – und er sich auch. Er wird persönlich den Startschuss geben“, sagt Silberhorn.

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