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Geschichte

Schon 40 Jahre in einem Boot

Alteglofsheim und Pfakofen haben seit 1978 eine gemeinsame Verwaltung. Bei der Feier wurden einige Anekdoten erzählt.
Von Yvonne Weigl

Stellvertretender Landrat Willi Hogger (links), Bürgermeister von Pfakofen und Vorsitzender VG, Reinhold Winter (2. von links), Bürgermeister von Alteglofsheim, Herbert Heidingsfelder (rechts) und Geschäftsstellenleiterin Monika Gmeinwieser (rechts vorne) mit den Geehrten Foto: Weigl
Stellvertretender Landrat Willi Hogger (links), Bürgermeister von Pfakofen und Vorsitzender VG, Reinhold Winter (2. von links), Bürgermeister von Alteglofsheim, Herbert Heidingsfelder (rechts) und Geschäftsstellenleiterin Monika Gmeinwieser (rechts vorne) mit den Geehrten Foto: Weigl

Alteglofsheim.„Ich kann mich noch sehr gut an die hellblauen Fliesen erinnern“, erzählt die Geschäftsstellenleiterin Monika Gmeinwieser schmunzelnd, als sie rückblickend an die Anfangszeiten in der Verwaltungs-gemeinschaft Alteglofsheim denkt. Zusammen mit zahlreichen Ehrengästen konnte nun das 40-jährige Bestehen des Zusammenschlusses der ursprünglich fünf Gemeinden gefeiert werden, die Alteglofsheim, Hagelstadt, Köfering, Thalmassing und Pfakofen waren. Heute besteht die VG nur noch aus den Gemeinden Pfakofen und Alteglofsheim.

Überhaupt versäumte es die Geschäftsstellenleiterin nicht, so manche Anekdote aus der Gründungszeit preiszugeben. Damals wurde in die Königsfeldstraße 5 eingezogen. Das ehemalige Lehrer-Haus bestand aus zwei Wohnungen. Dies musste nun umgebaut werden. Die beiden Bäder des Gebäudes wurden kurzerhand zum Personal- und Kopierraum umfunktioniert. Sie selbst wurde im Kinderzimmer untergebracht. Augenzwinkernd meint sie als Grund, „weil ich wohl am jüngsten war“. „Die Bürgermeister hatten kein eigenes Zimmer, weil die am liebsten bei Frau Allkofer waren.“

1979 hatte der erste Azubi seine Lehre begonnen. Als die Räumlichkeiten bezogen wurden, wurde dazu aufgerufen, dass aus allen beteiligten Gemeinden gute gebrauchte Möbel mitgebracht werden. Das erste Gerät, das angeschafft wurde, war eine gebrauchte Buchungsmaschine für 14 000 DM. Auch „der Flurkartenatlas von damals befindet sich noch heute bei uns im Bauamt“, weil die digitalen Verzeichnisse so manche umgangssprachliche Bezeichnung nicht kennen.

„Schweinshaxn-Affäre“

Und auch der VG-Kurier wurde damals noch in der VG gedruckt und per Hand gefaltet. Dies erledigt mittlerweile eine örtliche Druckerei. Fünf Jahre nach der Gründung schaute die Kommunalaufsicht das erste Mal vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. „Wir arbeiten effektiv, hieß es“, so Gmeinwieser. Ab 1984 ging es dann turbulenter zu, da eine Gemeinde unzufrieden war. Es gab sogar eine „Schweinshaxn-Affäre“.

1990 folgte dann die Grundsteinlegung für das neue Rathaus, das damals schon barrierefrei war. Aufgrund der Alarmanlage wurde das Gebäude ein „Hochsicherheitsbereich“. Für 110000 DM wurde Mobiliar angeschafft. Im Jahr 2002 kam die neue Telefonanlage für 12000 Euro hinzu. Für die Flachbildschirme wurden sie damals schon von anderen Gemeinden beneidet. Auch die gute alte Stechuhr hatte irgendwann ausgedient. „Jedes Jahr gabs mehr Computerprogramme“, eine elektronische Wahlauszählmaschine kam hinzu. „Wir verabschieden uns Jahr für Jahr von mehr Papier. Heute gibts mehr Clouds. Auch der Bürger kann viel online machen.“ Während 1978, also im Gründungsjahr, noch Teilzeitarbeitsverhältnisse tabu waren, war dies ab Anfang der 1990er-Jahre normal. „Heute sind wir zu verschiedenen Arbeitszeitmodellen verpflichtet.“ Neu ist nun die „Pflegezeit für Angehörige“. Das Zusammengehörigkeitsgefühl mit dem Personal liegt ihr am Herzen. Und „auch zu den Gemeindearbeitern haben wir ein kameradschaftliches Verhältnis. Ohne sie würden wir nicht nur heute ganz schön im Regen stehen“, mit Blick gen Himmel.

Lieber mit Alteglofsheim

Laut dem Stellvertreter von Landrätin Tanja Schweiger, Willi Hogger, hatten die Politiker damals „erkannt, dass funktionierende Gebiete nur klappen, wenn es entsprechende Angebote in den Gemeinden gibt“. Und auch viele Freizeitangebote wurden für die Bürger notwendig. 1971 erfolgte dann der erste Teil der Gebietsreform und der Straßenbau wurde gefördert. Nach Meinung Hoggers ist die „VG die kostengünstigste Variante, trotz hoher Umlage.“ Der Pfakofener Bürgermeister Reinhold Winter erinnert sich rückblickend, dass im Sommer 1975 von Seiten der Regierung der Oberpfalz der Vorschlag zum Beitritt mit der Gemeinde Sünching kam. Die Gemeinde Pfakofen entschied sich mit 87 % für Alteglofsheim.

15 Jahre: Mitarbeiter mit mindestens 15-jähriger Beschäftigung sind Karin Heidingsfelder, Martina Kirschner, Martina Homeier, Günther Penzkofer.

20 Jahre: Am zweitlängsten ist Horst Hageneder angestellt, mit einer über 20-jährigen Anstellung. Heinrich Ettl wurde für 24 Jahre Mitgliedschaft in der Gemeinschaftsverwaltung ausgezeichnet.

40 Jahre: Eine besondere Ehrung für über 40 Jahre Mitgliedschaft in der Gemeinschaftsverwaltung erhielt Erich Schindler. (lwy)

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