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Politik

Schulhausumbau ist der dickste Brocken

Wiesents Etat 2018 schnellt wegen dreier Projekte massiv in die Höhe. Das alte Schulhaus wird die neue Gemeindeverwaltung.
von Walter Schiessl

Die Arbeiten im alten Schulhaus sind schon in der Endphase angelangt. Foto: Schiessl
Die Arbeiten im alten Schulhaus sind schon in der Endphase angelangt. Foto: Schiessl

Wiesent.Wie in allen Jahren, so wird die Gemeinde Wiesent wieder eine der ersten Kommunen in der Region sein, die den Haushalt für 2018 beschließen wird. „Das soll in unserer nächsten Gemeinderatssitzung am 23. Januar geschehen“, sagt Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher. Der Etat, mit dem die Wiesenter in diesem Jahr leben müssen, wird der Größte sein, den Wiesent jemals verabschiedet hat. Er umfasst 8,5 Millionen Euro, was unter anderem mit dem Umbau des alten Schulhauses in eine Gemeindeverwaltung, mit dem Umbau der jetzigen Gemeindeverwaltung in ein Kinderhaus und mit der Ausweisung eines Baugebiets zu tun hat.

Wiesents Verwaltungsleiter Klaus Eschbach ist mit der Erstellung des Etats alle Jahre sehr fix. Meist schon in der Januarsitzung präsentiert er den Gemeinderäten das umfangreiche Zahlenwerk, das in der Regel stets auch einstimmig verabschiedet wird. Nur höchst selten ist in der Gemeinde mit 2500 Einwohnern die Erstellung eines Nachtragsetats notwendig.

Ein schönes Gemeindezentrum

Der Etat für 2018 wird aufgrund dreier großer Projekte gegenüber der vorangegangenen Haushalte deutlich in die Höhe schnellen. Den Löwenanteil machen der derzeit laufende Umbau des alten Schulhauses in ein modernes Gemeindezentrum und der im Anschluss beginnende Umbau des jetzigen Rathauses in ein Kinderhaus aus. Wiesent hatte sich für den Erhalt des alten Schulgebäudes entschieden, obwohl bei Bürgerversammlungen auch Stimmen laut wurden, die sich für einen Neubau stark gemacht hatten. „Doch wir wollten das Haus, das aus dem Jahr 1850 stammt, erhalten“, sagen Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher und Verwaltungsleiter Klaus Eschbach unisono. Veranschlagt sind für die Maßnahme 2,3 Millionen, wobei von der Regierung ein zinsloses Darlehen in Höhe von 1,1 Millionen Euro gewährt wird.

Im Gebäude, mit dessen Umbau vor fast genau einem Jahr begonnen wurde, geht es seitdem hoch her. Zunächst musste das ganze Haus entkernt werden, was die Arbeiter binnen weniger Wochen geschafft hatten. Dann wurden die von Architekt Manfred Winkler geplanten Decken und Wände eingezogen, um dem Raumbedarf, den die Gemeinde hat, gerecht zu werden. „Wir sind gerade noch im Zeitplan“, sagt Eschbach, denn im März soll die Gemeinde umziehen. Sämtliches Mobiliar wird mitgenommen, nur einige Ergänzungsmöbel werden gekauft. Gestern waren die Parkettleger am Einbauen des Bodens im Sitzungssaal am Werk. Auch die Geländer für das Treppenhaus wurden installiert. Als nächstes stehen dann der Einbau der Sanitäranlagen, der Türen und die Verkabelung an. In einem neuen Anbau sind die Registratur und das Archiv untergebracht.

Nach der Fertigstellung des neuen Rathauses wird Wiesent dann mitten im Ort ein Gemeindezentrum aufweisen, denn angebaut ist das Bürgerhaus, das in den vorausgegangenen Jahren errichtet wurde. Dieses entstand aus einem alten Lagerraum, in dem sich früher der Bauhof befunden hatte, und beherbergt heute einen Versammlungsraum im Erdgeschoss und ein Jugendzentrum im Obergeschoss.

Laut Elisabeth Kerscher beträgt der Verwaltungsteil des Haushalts 4,5 Millionen Euro und der Vermögensteil 4 Millionen. Der für heuer eingestellte Betrag für den Umbau der Verwaltung in das Kinderhaus liegt 2018 bei 1,4 Millionen Euro. Für zwei Baugebiete (Wiesent-Mitte und Kruckenberg) sind 500 000 Euro eingeplant.

Geld für die Schulheizung

Ein dicker Brocken ist auch die Heizungserneuerung in der Schule. „Die Heizung ist 20 Jahre alt und läuft mit Öl“, sagt Elisabeth Kerscher, 240 000 Euro sind dafür im Etat eingestellt, die Gemeinde rechnet mit einem Zuschuss in Höhe von 110 000 Euro, weil man auf erneuerbare Energien setzen wird. Ideal, so die Bürgermeisterin, wäre es, den Austausch in den Sommerferien vorzunehmen. „Wir hoffen, dass wir bis dahin die Ausschreibung getätigt haben und anpacken können“, sagt Elisabeth Kerscher.

Der Wiesenter Haushalt wird so hoch wie keiner jemals zuvor sein. „Aber ich weiß, dass der Etat wieder bestens von Klaus Eschbach ausgearbeitet ist“, sagt Elisabeth Kerscher, die es sich ebenso wie der Verwaltungsleiter zum Ziel gemacht hat, den Etat in der Januar-Sitzung zu verabschieden. Das habe in Wiesent schon eine lange Tradition und daran wolle man auch festhalten.

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