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Soziales

Seit 30 Jahren eine Senioren-Heimat

Mitte der 80-er Jahre wurde das Wörther Schloss für sieben Millionen saniert. Seit 1988 ist es eine Einrichtung für Senioren.
Von Walter Schiessl

Die Senioren im Schloss machen gemeinsame Spiele, sie singen und lachen. Mit dabei ist immer ein Ergotherapeut. Fotos: Schießl
Die Senioren im Schloss machen gemeinsame Spiele, sie singen und lachen. Mit dabei ist immer ein Ergotherapeut. Fotos: Schießl

Wörth.30 Jahre ist es her, dass das Wörther Schloss in ein Seniorenheim umgewandelt wurde. 98 ältere Mitbürger werden seitdem von 60 Angestellten von pro Seniore betreut. Zum Stamm gehören auch drei Krankenschwestern, 20 Altenpfleger, zwei Ergotherapeuten und sieben Altenpflegelehrlinge. Seit zehn Jahren hat Ursula Schmeling die Regie über das Unternehmen, das den Firmensitz in Saarbrücken und 99 Standorte in der ganzen Bundesrepublik hat.

Ein tägliches Programm

Vor dem Beschluss, das alte Gemäuer des Wörther Schlosses in eine Seniorenresidenz umzubauen, hatte die Burg hoch über Wörth eine wenig ruhmreiche Zeit. Die Veste siechte vor sich hin, verfiel mehr und mehr. 1979 war das Schloss vom Haus Thurn und Taxis an der Bauunternehmer Adlhoch verkauft worden, der das Bauwerk auf eigene Kosten renovieren wollte, aber vor Beginn der Arbeiten tödlich verunglückte. Schließlich erwarb es ein Regensburger Rechtsanwalt, der er fertig brachte, das Haus in 75 Eigentumsanteile umzuwandeln und diese auch an den Mann brachte. Das war die Voraussetzung für die folgende Renovierung, bei der sich Landkreis, Bezirk, Stadt Wörth und der bayerische Staat zusammentaten. Sieben Millionen Euro kostete die aufwendige Maßnahme damals.

Erste Mieterin war die Deutsche Senioren- und Krankenhilfe (DSK), die die Zimmer von den überwiegend im Raum Frankfurt beheimateten Eignern anmietete. Das Rondellzimmer, in das der Landkreis 400 000 Euro investiert hatte, sowie der westliche Teil blieben im Eigentum des Landkreises.

1998, nachdem das Haus zehn Jahre betrieben war, stieg die DSK aus und pro Seniore, ein privater Altenheimbetreiber, ein. Schon vier Jahre zuvor hatte Ursula Schmeling, eine aus Bad Endorf stammende gelernte Finanzbuchhalterin, die später ein Hotel leitete, das in eine Seniorenresidenz umgewandelt worden war. „So kam ich zum ersten Mal in Kontakt mit der Seniorenarbeit und wusste auch gleich, das ist das Richtige für mich“, sagt die heute 65-jährige Heimleiterin, die seit 2008 das Belegungsmanagement des Schlosses leitet. Zuvor hatte sie sich zur Altenpflegerin ausbilden lassen und weitere Ausbildungen zur Wohnbereichsleiterin und zur Heimleiterin absolviert.

„Uns ist es wichtig, dass alle Bewohner zumindest stundenweise mobilisiert und aktiviert werden“, sagte Ursula Schmeling, die längst ihren Wohnsitz in Wiesenfelden genommen hat. Die Wörther pro-Seniore-Einrichtung arbeitet wie alle anderen 99 Häuser eigenständig, hat eine Küche und neben den Zimmern, in denen die Senioren leben, noch große Aufenthalteräume, lichtdurchflutete Gänge und einen Garten im Innenhof.

Täglich gibt es ein Programm, das von Ergotherapeuten angeleitet wird. „Dabei wird gemeinsam gesungen, das Gedächtnis geschult oder eine Erzählung zum Besten gegeben“, sagte Jörg Hauswald, einer der Ergotherapeuten unlängst. Von den Bewohnern können sich in der Regel 20 Prozent noch alleine bewegen, der Rest ist auf Gehhilfen oder Rollstühle angewiesen. Für die Zimmer werden ja nach Pflegestufe zwischen 2000 und 3560 Euro verlangt. Beiträge werden dazu aber je nach Finanzkraft der Senioren von den Sozialhilfeträgern, den Krankenkassen, den Sozialhilfeeinrichtungen und den Bezirken gezahlt.

Abwechslung für Bewohner

Um an den Aktivitäten der Pfarrei Wörth teilnehmen können, gibt es einen Bus, der die Senioren den steilen Berg hinab und natürlich wieder herauf bringt. „Die kirchlichen Veranstaltungen sind natürlich eine Abwechslung für uns“, sagen die Bewohner des Schlosses. Das 30-jährige Bestehen der Senioreneinrichtung im Schloss wird heuer zweimal gefeiert. So wird es am Mittwoch, 6. Juni, ab 12 Uhr im Rittersaal eine Feier bei Kaffee und Kuchen geben, bei der das Duo „Mamma Mia“ Musik aus den letzten 30 Jahren zum Besten geben wird. Diese gesellige Feier ist für die Senioren, die im Heim leben, und auch Wörther Bürger, von denen ein Teil die Schloss-Bewohner immer wieder besucht, vorgesehen.

Später im Jahr wird es dann noch eine große Feier mit Ehrengästen, einem Festakt im Schloss und Ansprachen geben, sagte Heimleiterin Ursula Schmeling. Der Termin für diese Veranstaltung ist aber noch nicht festgelegt.

Das Seniorenheim

  • Standort:

    Das Wörther Schloss wurde im 16. Jahrhundert errichtet, es hatte anschließend eine abwechslungsreiche Geschichte. In den 70-er Jahren verfiel das Gebäude mehr und mehr. Die Besitzer wechselten nach dem Verkauf mehrfach.

  • Zivildienst:

    Mit Tobias Mühlbauer verabschiedete sich 2011 der letzte Zivildienstleistende aus dem Schloss. Eine Gesetzesänderung hatte es von da an nicht mehr erlaubt, dass es die Billigarbeitskräfte für einen befristeten Zeitraum gibt. Zuletzt hatte man fünf „Zivis“ in Diensten.

  • Senioren:

    Die Unterhaltung zwischen den Senioren ist ein wichtiger Bestandteil im Leben auf dem Schloss. Ein tägliches Programm ist eine weitere Bereicherung für die Senioren, die bisweilen auch Besuche von Schulklassen erhalten.

  • Feier:

    Feierlichkeiten im Schloss gab es bereits zum 20-jährigen und auch zum 25-jährigen Bestehen der Senioreneinrichtung. Dazu kamen der Landrat sowie Bürgermeister und Kreisräte. Das Heim präsentierte sich bei diesen Gelegenheiten der Öffentlichkeit.

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