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Zuschuss

So kommen Vereine an Geld

Der Haupt- und Finanzausschuss hat neue Richtlinien zur Förderung der Vereine erarbeitet. Der Marktrat muss noch zustimmen.
Von Ingrid Kroboth

Mit einem Gautrachtenfest feierte der Beratzhausener Heimat-und Trachtenverein D’Labertaler im vergangenen Jahr sein 70-jähriges Bestehen. Künftig wird der Markt Vereinsjubiläen nach nun fest fixierten Regeln bezuschussen. Archivfoto: Seidl
Mit einem Gautrachtenfest feierte der Beratzhausener Heimat-und Trachtenverein D’Labertaler im vergangenen Jahr sein 70-jähriges Bestehen. Künftig wird der Markt Vereinsjubiläen nach nun fest fixierten Regeln bezuschussen. Archivfoto: Seidl

Beratzhausen.Der Haupt- und Finanzausschuss des Marktrats hat in seiner jüngsten Sitzung neue Richtlinien für die Förderung von Vereinsarbeit beschlossen. Dem Entwurf muss jetzt nur noch das Gesamtgremium zustimmen. Erst dann tritt die neue Satzung in Kraft – und damit die neuen Fristen und Voraussetzungen für gemeindliche Finanzspritzen an Vereine, Organisationen und Verbände. Das Regelwerk löst das bisher praktizierte „Gieskannen-Verfahren“ ab, das etwa im vergangenen Jahr rund 15000 Euro auf knapp 50 Vereinskassen verteilt hatte.

Voraussetzung für künftige Zuwendungen sind der Vereinssitz im Gemeindegebiet, Gemeinnützigkeit und ordnungsgemäße Kassenführung. Kein Geld gibt es unter anderem für politische Gruppierungen, Bürgerinitiativen, Fördervereine oder Untergruppen. Vereine, die aus dem Gemeindesäckl einen Zuschuss möchten, müssen diesen schriftlich bis zum 31. Dezember beantragen – jeweils vorausplanend für das kommende Jahr. Der Antrag muss begründet und mit Nachweisen – etwa einer Vermögensaufstellung – ergänzt werden.

Förderfähig sind Investitionen „im Sinne des Vereinszwecks“ von mindestens 1000 Euro. Diese werden mit maximal 30 Prozent gefördert. Der Förder-Höchstsatz liegt bei 5000 Euro, bezogen auf fünf Jahre. Wenn ein Verein gemeindliche Einrichtungen unentgeltlich nutzt, reduziert sich der Zuschuss generell um 50 Prozent.

Ausfallbürgschaft für Verlust

Festgeschrieben ist auch schon die Förderung von Vereinsjubiläen. Auf Antrag gibt es künftig eine Ehrengabe von 250 Euro je 25 Jahre, gedeckelt auf maximal 1500 Euro. Voraussetzung für den Jubiläums-Zuschuss ist eine offizielle Feierstunde oder Veranstaltung. „Alt werden allein ist keine Leistung“, fügte Sebastian Liedtke (CSU) diesem Punkt an. Und weil Jubelvereine für den Markt „ein Aushängeschild sind“, so Bürgermeister Konrad Meier (CSU), gewährt die Gemeinde zur Sicherheit eine „Ausfallbürgschaft“. Damit kann ein nachzuweisender Verlust aus den Jubiläums-Feierlichkeiten zu 50 Prozent, mit maximal 1000 Euro, ausgeglichen werden. Die Entscheidung über jeden Zuschussantrag obliegt künftig dem Haupt- und Finanzausschuss.

Einen aufschlussreichen Überblick zur Haushalts-Entwicklung des Markts im vergangenen Jahr lieferte Kämmerer Andreas Dechant. Er präsentiere den Rechnungsabschluss 2017, der unterm Strich doch erheblich vom Haushaltsansatz mit einem Gesamtvolumen von 16,6 Millionen Euro abweicht. So konnten abschließend auf der Einnahmenseite lediglich 11,2 Millionen Euro und bei den Ausgaben nur 14,4 Millionen Euro verbucht werden.

Mit Blick auf die einzelnen Posten fällt zunächst die zum Vorjahr um gut 180000 Euro gestiegene Gewerbesteuer auf. Auch an Einkommensteuer sind rund 250000 Euro mehr in den Gemeindesäckl geflossen als 2016. Die 1,7 Millionen Euro Schlüsselzuweisung sind mit der Kreisumlage von 1,8 Millionen Euro auch gleich wieder verbraucht. Die Personalkosten sind um rund 210000 Euro auf 2,669 Millionen Euro gestiegen. Auch das Defizit für die Kinderbetreuung ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 80000 Euro auf nun knapp 650000 Euro angewachsen. Die Unterdeckung beim Schwimmbad blieb konstant bei rund 160000 Euro. Leider, so der Kämmerer, wurden auch 2017 keine Kanalgebühren erhoben. Somit fehlten auf der Einnahmenseite rund 900000 Euro. Trotzdem konnten dem Vermögenshaushalt noch 730000 Euro zugeführt werden.

Viele Vorhaben zurückgestellt

Und trotzdem weist der Vermögensetat am Ende einen Soll-Fehlbetrag von „nur“ 3203485 Euro auf, sagt Dechant, nachdem er all die ausgesetzten Vorhaben vorgestellt hatte: keine Rathaus-Sanierung, keine Planung für die Turnhallen-Sanierung, kein Straßenausbau Triftweg, weit geringere Ausgaben für Grundstückskäufe, keine Bewegung beim Baugebiet Pfraundorf, keine Herstellungsbeiträge vom Straßenbau Schrotzhofen, keine Leichenhaus-Sanierung, deutlich geringere DSL-Versorgung, keine E-Tankstelle, Keller-Trockenlegung Wiendlgebäude auf 2018 verschoben.

Den größten Brocken auf der Sollseite – rund vier Millionen Euro – machen die immer noch ausstehenden Bescheide für den Kläranlagen-Neubau aus. Diese wurden auf Marktratsbeschluss zudem auf 90 Prozent reduziert, womit dem Gemeindesäckl rund 570000 Euro entgehen. Zwar musste der Markt kein neues Darlehen beanspruchen, er schöpft aber den Kassenkredit aktuell mit 3,1 Millionen Euro aus.

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