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Kirche

Stadtpfarrer Gleißner verlässt Hemau

Thomas Gleißner kehrt dem Tangrintel den Rücken, bestätigte der Geistliche am Wochenende. Sein Nachfolger heißt Berno Läßer.
Von Beate Popp

Fünf Jahre lang war Thomas Gleißner Stadtpfarrer in Hemau. Nun tritt er ein neues Aufgabengebiet an. Foto: Popp
Fünf Jahre lang war Thomas Gleißner Stadtpfarrer in Hemau. Nun tritt er ein neues Aufgabengebiet an. Foto: Popp

Hemau.„Schön, dass du da bist!“ Mit diesem Lied hießen die Kleinsten vom Kindergarten Nardini den neuen Hemauer Stadtpfarrer am 15. September 2013 willkommen. Ganz Hemau war auf den Beinen, als der neue Pfarrer Thomas Gleißner nach Hemau kam. Dekan Georg Dunst aus Beratzhausen, der den Festgottesdienst hielt, wünschte ihm, dass er immer die Balance zwischen Weltbild und Gottesbild halten kann. „Auf ein gutes Miteinander“ freute sich der neue Hemauer Stadtpfarrer damals. Bei den Gottesdiensten am Samstag und Sonntag verkündete er nun, dass er die Pfarrei St. Johannes in Hemau, in der er die letzten fünf Jahre gewirkt hat, in wenigen Wochen verlassen wird. Auf den Tag genau vor fünf Jahren teilte dies auch Thomas Strunz den Gläubigen in Hemau bei der Messe mit.

Im September tritt Thomas Gleißner ein neues Aufgabengebiet in der Pfarreiengemeinschaft Mamming und Niederhöcking an. Zwar freut sich Gleißner auf seine neue Aufgabe, aber seine Zeit in der Tangrintelstadt möchte er keinesfalls missen. Viele gute Freundschaften seien während der vergangenen Jahre entstanden, sagte der Geistliche in seiner Sonntagspredigt. „Als mir der Bischof die Pfarrei Hemau anvertraute, versuchte ich nach bestem Wissen und Gewissen, die Pfarrei zu leiten und die mir anvertrauten Menschen immer näher an Christus zu führen.“ Für ihn habe damals eine sehr spannende, neue Zeit und zugleich eine herausfordernde Aufgabe begonnen. „Vieles haben wir dabei gut gemeistert, und an den Herausforderungen bin ich gewachsen und gereift“, so Gleißner. „Auf den Neubeginn freue ich mich und diese Entscheidung habe ich getroffen, weil ich es möchte“, teilte Pfarrer Gleißner den Gläubigen mit.

Viel bewirkt für die Pfarrei

In seiner Amtszeit hat Gleißner in der Pfarrei viel bewirkt: Die durchaus nötige Sanierung des Pfarrhofes zählte zu den ersten Herausforderungen, die der junge Priester in Angriff nahm. Kurz vor dem Weihnachtsfest im ersten Amtsjahr konnte Gleißner dann seine neue Wohnung beziehen. Nachdem er vorher in verschiedenen Unterkünften, zuletzt im Caritas-Altenheim, gewohnt hatte, freute er sich auf seine neue Wohnung als „Rückzugsort, in dem ich wieder neue Kraft schöpfen kann für meine Arbeit“, sagte er damals der MZ.

Ein großes Kapitel der Ordensgeschichte in der Stadt Hemau war der Weggang der Ordensschwestern. Der Hemauer Pfarrer bedauerte es damals, dass es keine Ordensschwestern in der Tangrintelstadt mehr gibt. Mit dem Weggang der Ordensschwestern würde die Pfarrgemeinde ein Stückchen ärmer, sagte er.

Im Januar 2017 wurde aufgrund des steigenden Bedarfs an Krippenplätzen der Kindergarten Dr. Paul Josef Nardini an der Regensburger Straße erweitert. Träger des Kindergartens war damals das Katholische Kinderheim Hemau e.V., also die Pfarrgemeinde St. Johannes. Bedingt durch eine Satzungsänderung ist die Pfarrei Hemau mittlerweile nicht mehr zuständig.

Das kriselnde Alten- und Pflegeheim St. Michael war eine der größten Herausforderungen, die Gleißner in den vergangenen Jahren zu bewältigen hatte. Bedingt durch die Krankheit des Heimleiters war das Heim lange Zeit führungslos. Dem Caritas-Altenheim drohte die Insolvenz. Der Trägerverein um Stadtpfarrer Gleißner hatte die Mitarbeiter daher gebeten, auf einen Prozentsatz ihres Lohns für ein Jahr zu verzichten, um die Einrichtung zu retten.

Altenheim war Herausforderung

Die Zukunft des Altenheimes hing am seidenen Faden, bis der Diözesan-Caritasverband Regensburg Mitte des vergangenen Jahres die Geschäftsführung übernahm. Jetzt erhalten die Mitarbeiter wieder den regulären Lohn. Doch der Weg bis dahin war schwer – für alle Beteiligten. Auch das Nardini Kinderheim Hemau, das dem Deutschen Caritasverband angeschlossen ist, lag in den vergangenen Jahren in den Händen des Hemauer Stadtpfarrers.

Pfarrer zu sein, ist ein Beruf mit vielen Facetten. Der Tagesablauf ist vielschichtig. Neben der Abstimmung der täglichen Termine, der Sichtung von Post und E-Mails, gratuliert der Pfarrer zu runden Geburtstagen der Gemeindemitglieder, hält dienstags und donnerstags in den dritten und vierten Klassen Schulunterricht, bereitet Gottesdienste und Predigten vor, begleitet Wallfahrten, betreibt Seelsorge, führt Trauergespräche und vieles mehr. Da reicht oftmals der Tag nicht und viele Termine fallen in die Abendstunden. Die Pfarrei St. Johannes ist eine Pfarrei mit 18 Ortschaften und mit rund 3800 Katholiken. Im pfarrlichen Leben gibt es etwa 22 Gruppierungen und Vereine, mit denen der Pfarrer zusammenarbeitet.

Viele Gläubige standen nach den Gottesdienst am Wochenende zusammen und waren sich einig, dass Stadtpfarrer Gleißner eine große Lücke in der Pfarrei St. Johannes hinterlassen wird. „Gleißner hinterlässt jetzt ein gut bestelltes Feld“, meinte ein Kirchenbesucher. Der neue Pfarrer heißt Berno Läßer. Er wurde 2013 zum Priester geweiht. Läßer wird ab September die Pfarrgemeinde übernehmen. Er ist gebürtiger Österreicher und ist derzeit als Kaplan in Nabburg tätig.

Sein Leben

  • Werdegang:

    Pfarrer Thomas Gleißner ist 39 Jahre alt. Er wuchs mit seinen zwei Schwestern und seinem Bruder auf dem elterlichen Bauernhof in Enzelsberg bei Oberviechtach auf. Schon als Kind hatte Gleißner den Wunsch, einmal Pfarrer zu werden. Zunächst erlernte er jedoch das Bäckerhandwerk. Aufgrund einer Berufskrankheit machte er eine Umschulung zum Kaufmann. Nach Berufstätigkeit und Grundwehrdienst rückte der Priester-Wunsch aus der Kindheit wieder in den Mittelpunkt.

  • Studium:

    Er begann ein Studium mit dem Berufsziel Gemeindereferent. Darauf folgte das Theologiestudium im Spätberufenenseminar in Lantershofen. Im Dezember 2006 wurde Gleißner zum Diakon geweiht und empfing am 30. Juni 2007 die Priesterweihe. Nach der Zeit in Neustadt an der Donau (Gangkofen) und in Viechtach als Kaplan sowie als Pfarradministrator mit der Leitung der Pfarrei in Viechtach übernahm der Geistliche als Stadtpfarrer die Pfarrei St. Johannes in Hemau.

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