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Landkreis
Sonntag, 27. Mai 2018 28° 2

Eröffnung

Startschuss für neues ADAC-Gelände

Die neue Fahrsicherheitsanlage im Landkreis Regensburg ist fertig. Trainer demonstrierten die Grenzbereiche der Technik.
Von Ralf Strasser

Mintraching.Mit Schubladendenken ist das so eine Sache. Es ist nicht immer positiv besetzt. Wenn allerdings die Fahrsicherheit ins Spiel kommt ändert sich diese Einordnung. „Wenn ich in extreme Fahrsituationen komme, weiß ich, dass ich noch eine gute Portion Sicherheit in der Schublade habe“, erklärt der ADAC-Fahrsicherheitstrainer Michael Heckenstaller.

Und dieses Gefühl der Sicherheit kann man auf der neuen Fahrsicherheitsanlage des ADAC Südbayern in Regensburg/Rosenhof buchstäblich erfahren. Auf einem 3,7 Hektar großen Gelände direkt an der Ausfahrt Rosenhof der Bundesautobahn A3. Dorthin hatte der ADAC zum großen Opening eingeladen, und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und ADAC folgten der Bitte, spazierten an Straßenwacht-Oldtimern vorbei in die neue spannende Welt der modernen Fahrsicherheit.

Symbolträchtige Eröffnung

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (2. von rechts) eröffnete gemeinsam mit dem neuen Vorsitzenden des ADAC Südbayern, Dr. Gerd Ennser (links), der Bürgermeisterin von Mintraching, Angelika Ritt-Frank (2. von links) und der Landrätin Tanja Schweiger (rechts) das neue Zentrum für Fahrsicherheit. Foto: Strasser

Allen voran Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, der zusammen mit dem Vorsitzenden des ADAC Südbayern, Dr. Gerd Ennser, der Bürgermeisterin von Mintraching, Angelika Ritt-Frank, und Landrätin Tanja Schweiger das neue Zentrum für Fahrsicherheit symbolträchtig eröffnete. Vor über zehn Jahren habe man mit dem Projekt begonnen, bilanzierte Dr. Gerd Ennser in seiner Rede vor den 80 geladenen Gästen, „20 Standorte wurden geprüft und wieder verworfen, bis wir schließlich das richtige und ideale Gelände in Rosenhof gefunden haben.“

Dafür hat der ADAC viel Geld ausgegeben. 3,7 Millionen Euro hat er investiert für ein Fahrsicherheitsangebot, das sich an alle Motorrad-, Auto- und Kraftfahrer in der Region Oberpfalz und im ostbayerischen Raum richtet. Eine Investition in ausgefeilte Technik: Gleitflächen, Drucklufthindernisse, automatisches Bewässerungssystem und eine Geschwindigkeits-Messanlage. 70 000 Fahrzeuge passieren täglich die A3 bei Rosenhof, darunter auch solche mit teilautomatisierten Systemen. „Zukunfts-Enthusiasten meinen, dass schon bald die Technik das Steuer komplett übernehmen wird“, sagte Ennser mit Blick in die Zukunft. „Und ausgerechnet in dieser Zeit baut der ADAC Südbayern einen Trainingsplatz für Fahrzeuge, in denen noch ‚echte‘ Menschen hinter dem Lenkrad sitzen?“ Das tue man ganz bewusst, so der Vorsitzende, „denn der Faktor Mensch wird noch für lange Zeit der entscheidende Faktor im Straßenverkehr bleiben“.

„Beeindruckend“, attestierte Landrätin Schweiger und outet sich dabei als Fan des Fahrsicherheitstrainings. „Ich hab als 19-jährige Fahranfängerin in Augsburg mein erstes Training gemacht und dabei den Respekt vor den Kräften der Fahrphysik erfahren dürfen.“ Bereut hat sie es nie. „Und schön, dass der Weg zur Fahrsicherheit jetzt nicht mehr so weit ist.“ Für den bayerischen Innenminister ist es „Training auf Top-Niveau“, wie er in seiner Rede in den neuen Schulungsräumen betonte. „Der ADAC hat in den vergangenen Jahrzehnten wesentlich dazu beigetragen, unsere Straßen sicherer zu machen“, sagte er. „Gerade Fahrsicherheitstrainings leisten hier einen wichtigen Beitrag, denn Unfälle resultieren häufig aus Fahrfehlern in bestimmten Verkehrssituationen.“ Gar nicht erst zu einer gefährlichen Situation kommen lassen“, meinte Ennser. „Lernen vorauszusehen, erfahren wie man reagieren kann, fühlen was das Fahrzeug macht, wenn die Technik ein Ausbrechen nicht mehr verhindern kann.

Unsere Bildergalerie zeigt Fotos von der neuen Anlage:

Neue Fahrsicherheitsanlage bei Regensburg

ADAC-Straße als Namensheimat

Nachdem Mintrachings Bürgermeisterin Ritt-Frank die Zusammenarbeit mit dem ADAC als „vorbildlich über alle Höhen und Tiefen hinweg“ bezeichnete und darauf verwies, dass man es ihrem Geschäftsleiter Karlheinz Hernitschek zu verdanken habe, dass die Anlage ganz offiziell an der ADAC-Straße heimisch wurde, vollzogen die Ehrengäste den Eröffnungsakt mit Band und Schere. Nicht ohne ökumenische Segnung auf dem Gelände der Fahrsicherheitsanlage durch den katholischen Pfarrer Beck und den evangelischen Pastor Herrmann.

Dann öffneten die Trainer Tom Keil und Jürgen Kramer mit ihrem Instruktorenteam die Abteilung „Speed mit Action und Adrenalin“. Sie demonstrierten eindrucksvoll, welche Kräfte auf schleudernde Fahrzeuge einwirken können. Wenn Assistenzsysteme an ihre Grenzen stoßen, wenn Hindernisse auf nassen Fahrbahnen das Fahren zum Abenteuer machen und immer wieder neue Situationen schaffen. „Unglaublich“, bestätigte MdL Jürgen Mistol bei einer Probefahrt, während die Gäste beim Imbiss in der ADAC-Gastronomie „Boxenstop“ die Anlage bei guten Gesprächen auf sich wirken ließen.

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