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Freitag, 17. August 2018 31° 2

Chaos

Staus: Wörther haben Verkehr satt

Bei Unfällen auf der Autobahn ist die Innenstadt dicht. Lkws und Pkws verstopfen die Straßen bis hinauf nach Donaustauf.
von Walter Schiessl

Verkehrschaos am Anfang der Straubinger Straße. Die schweren Lkws sollen endgültig aus der Stadt verbannt werden. Fotos: Meyritz, schiessl (3), xtl
Verkehrschaos am Anfang der Straubinger Straße. Die schweren Lkws sollen endgültig aus der Stadt verbannt werden. Fotos: Meyritz, schiessl (3), xtl

Wörth.Bernhard Meyritz hat die Nase gestrichen voll. „Was wir hier mitmachen“, sagt der 38-jährige Handwerker, der seit 2003 am Rathausplatz wohnt, „das geht längst auf keine Kuhhaut mehr“. Denn nahezu bei jedem Unfall auf der Autobahn schlängelt sich der gesamte regionale und überregionale Verkehr durch die Innenstadt oder die Straßen parallel zur Autobahn bis nach Donaustauf hinauf. Sämtliche Anlieger sind mit ihren Nerven am Ende, denn in diesen Zeiten gibt es weder ein Durchkommen noch ein Rein- und Rausfahren in die Anwesen und auch für die Fußgänger wird es dann sehr gefährlich.

Weiträumige Ausleitung

Bernhard Meyritz sagt, es muss etwas geschehen. Aus diesem Grund hat er zusammen mit seinem Schwiegervater Sepp Eidenschink eine Unterschriftenaktion gestartet, die die Behörden dazu veranlassen soll, endlich einmal was zu unternehmen. Meyritz‘ Ziele sind die Ausleitung des Verkehrs in Richtung Regensburg bei Karambolagen schon ab Straubing auf die B 8 und nicht den Verkehr durch Wörth laufen zu lassen. Und natürlich muss die Polizeiinspektion Wörth mit wesentlich mehr Personal ausgestattet werden, sagt der Vater zweier Kinder.

Aus diesem Grund sollen die Listen an das Landratsamt, an die Regierung und an weitere Behörden geschickt werden, um diesen die untragbare Situation der Wörther zu schildern. „Man muss davon ausgehen, dass der Raum Wörth in den nächsten sechs Jahren Unfallschwerpunkt der Autobahn bleibt“, sagt Bernhard Meyritz, höchstwahrscheinlich wird die Verbreiterung der Autobahn sogar bis zu zehn Jahre dauern, da dürfe es nicht sein, dass bei jeder Karambolage sich der ganze Verkehr durch die Wörther Straßen wälzt. Das Mindeste, was man tun könne, sei die Schaffung einer großräumigen Umfahrung, sagt der 38-jährige Initiator. Male man den Teufel an die Wand, so müsse man von Wörth wegziehen und bekomme dann nicht einmal Geld für seine Immobilie.

Eines der Hauptprobleme sei es, dass sich bei Unfällen die Lkw-Lenker nicht an das 2012 erlassene Durchfahrtsverbot für Gefährte über zwölf Tonnen halten. „Wenn man die Lenker einmal anhält, bekommt man höchstens zur Antwort, dass die kein Wort Deutsch verstehen“, sagt Bernhard Meyritz. Die Polizei könne in solchen Situationen dann auch nichts mehr machen, wenn Wörth praktisch zu sei. Man stelle sich dann auch noch vor, das der Rettungswagen des BRKs nach Tiefenthal oder Hofdorf gerufen würde, wertvolle Zeit würde verstreichen, bis die Sanitäter dann einmal vor Ort sein könnten.

Das Verkehrschaos zieht sich an solchen Tagen quer durch den Ostlandkreis. Da ist dann die Donaubrücke ebenso dicht wie es die Staatsstraße 2125 hinauf nach Donaustauf ist. „Alles zu“, heißt es dann in Wiesent, Kruckenberg, Frengkofen, Bach und Donaustauf, von wo entweder Regensburg oder die Neutraublinger Autobahneinfahrt angesteuert werden müssen. „Da kann es schon mal mehrere Stunden dauern, bis man sein Ziel erreicht“, sagen Bacher, die sich längst an Münchner Verhältnisse erinnert fühlen. Für sei der Verkehrskollaps schon häufig spürbar.

Wird die Strafe erhöht?

Der in den letzten Jahren massiv gestiegene Verkehr hat natürlich auch die Unfallzahlen massiv erhöht. Die Ausweichroute durch Wörth wird bei Unfällen stark genutzt, obwohl für Lkws über zwölf Tonnen ein Durchfahrtsverbot besteht und per Schilder auch darauf hingewiesen wird.

Die bislang von der Polizei von den Speditionen der geschnappten Brummilenker kassierten 75 Euro reichen natürlich nicht, sagt Bernhard Meyritz. Aus diesem Grund hat ihn die gestern von PI-Chef Josef Schweiger gegebene Mitteilung gefreut, dass an den Wörther Ortseingängen neue und größere Schilder aufgestellt werden, die darauf hinweisen, dass bei der Durchfahrt Wörths nicht mehr 75, sondern 500 Euro zu berappen sind. „Ich hoffe, dass das dann doch einige der Lkw-Lenker abschreckt“, sagt Bernhard Meyritz, der hofft, dass irgendwann doch noch Ruhe in Wörth einkehrt.

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