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Donnerstag, 21. Juni 2018 29° 8

Projekt

Turnhalle geht in Betrieb

Die Kallmünzer Schüler können aufatmen: Das 3,1 Millionen Euro teure Bauwerk wurde binnen eineinhalb Jahren erneuert.
Von Martina Neu

  • Die Feuertaufe hat die Schulturnhalle bereits beim Heimspiel der Volleyball-Damen bestanden. Foto: Helmut Obermeyer
  • Die Mitglieder des Schulverbandes mit Schulleiter Dr. Josef Igl (rechts) und Geschäftsstellenleiter Uwe Auburger (im Hintergrund) auf Besichtigungstour in der neuen Turnhalle. Foto: Neu

Kallmünz. Nach Jahren der Kompromisse und Entbehrungen können die Schülerinnen und Schüler der Johann-Baptist-Lassleben-Grund- und Mittelschule ab dem heutigen Montag in ihrer Schulturnhalle wieder dem Schulsport nachgehen. Ihre Feuertaufe hat die generalsanierte Turnhalle bereits mit Bravour bestanden: Die Volleyball-Damen des VC-Kallmünz Burglengenfeld spielten gegen den ASV Schwend und TuS Schnaittenbach – dabei haben sie einen weiteren Schritt in Richtung Aufstieg in die Bezirksliga gemacht.

Eigentlich hätte die Halle bereits zu den Herbstferien fertig sein sollen, aber es kommt auch bei solchen Baustellen dann doch wieder etwas dazwischen, so die bittere Erkenntnis. Vorbei sind die Zeiten als im Winter 2014/2015 der Schulsport und teilweise auch der Vereinssport wegen unzumutbarer Temperaturen von rund acht Grad in der Halle ausfallen mussten. Vorbei sind auch die Zeiten, in denen eine Verletzungsgefahr durch den maroden Boden der Halle bestand. Vorbei sind ebenfalls die Zeiten, in denen Räumlichkeiten, wie Geräteräume oder zusätzliche Trainingsräume fehlten.

630 Quadratmeter Grundfläche

Kein Wunder, die alte Halle wurde 1973/74 gebaut und hatte ihre beste Zeit schon längst hinter sich. Da lag es auf der Hand: es musste etwas geschehen. Gesagt, getan. Die Mitglieder des Schulverbandes Kallmünz, die Mitgliedsgemeinden Duggendorf, Holzheim, Kallmünz und Wolfsegg, haben es sich nicht leicht gemacht. Von anfangs vier möglichen Varianten einigte man sich auf die nun durchgeführte Maßnahme, auch mit dem Hintergrund, dass die Regierung nur eine Einfachturnhalle bezuschusste. Die Bürgermeister des Schulverbandes verbrachten so manche Sitzung, um die beste Lösung für alle Beteiligten zu finden. Die Kostenaufteilung erfolgt anhand der Schülerzahlen mit dem Stand zum 1.10.2015. Damals besuchten 265 Kinder die Schule, davon kamen 73 Kinder aus Duggendorf, 38 Kinder aus Holzheim, 133 Kinder aus Kallmünz und 21 Kinder aus Wolfsegg.

Um den Schülern während der Umbauphase trotzdem den Sportunterricht zu ermöglichen, nutzten die Grundschüler den Mehrzweckraum der Schule oder den Bürgersaal. Die Mittelschüler wurden mit dem Bus zum Gymnasium nach Burglengenfeld befördert und konnten sich dort in der Sporthalle auspowern. Jetzt hat auch dies ein Ende, denn die schmucke Turnhalle wartet förmlich, dass sie von den Schulkindern mit Leben erfüllt wird. Nach 19 Monaten der Umbau- und Generalsanierung, Baubeginn war im Juli 2016 können sich die Schülerinnen und Schüler, sowie die Sportler auf eine Turnhalle freuen, die ihresgleichen sucht.

Die Halle hat eine Grundfläche von rund 630 Quadratmetern, für Umkleiden, Geräteräume, etc. fallen weitere 640 Quadratmeter an. Helles Holz, eine grazile Dachkonstruktion, ein spezieller Sportboden, genügend Stauraum für die Sportgeräte, vier neue Umkleideräume, Duschräume, Heizungsanlage, eine Küche und vieles mehr lassen kaum noch Wünsche offen. Fensterfronten an den beiden Längsseiten bringen genügend Tageslicht in die Halle. Eine Abtrennung, die bei Bedarf ein Drittel von der Halle mittels eines Trennvorhangs abteilt, schafft einen zusätzlichen Trainingsraum. So können beispielsweise im größeren Teil der Turnhalle Aerobic-Stunden oder die Ski-Gymnastik abgehalten werden und der kleinere Teil kann von der Tischtennisabteilung genutzt werden. Der Konditionsraum wird von der ATSV-Abteilung Group Fitness und in Zukunft von den Triathleten zum Konditionstraining benutzt. Für diese „Traum-Sporthalle“ musste der Schulverband tief in den Geldsäckel greifen.

Die Baumaßnahme schlägt voraussichtlich mit rund 3,1 Millionen Euro, davon sind 2,65 Millionen förderfähig, zu Buche und wird mit 1,07 Millionen Euro von der Regierung der Oberpfalz bezuschusst. Wobei die genaue Summe erst nach der Fertigstellung der Außenanlagen feststeht. Diese werden sobald es die Witterung zulässt in Angriff genommen. So muss eine zusätzliche Rampe als Fluchtweg errichtet werden, eine Auflage des Landratsamtes, das die Turnhalle bereits als Bauaufsichtsbehörde abgenommen hat.

Bolzplatz für Kinder zugänglich

Weiterhin sollen sechs Pkw-Stellplätze entlang des Schulweges mit einer neuen Baumbepflanzung entstehen. Die Erneuerung der Sprunggrube mit Absprungbereich, der neue Bolzplatz mit Einzäunung und Rollrasen, sowie die Erneuerung der Treppenanlage zum Bolzplatz und die Erweiterung der Zaunanlage zur Straße hin werden noch in Angriff genommen. Zusätzliche 20 Pkw-Stellplätze entlang der Kindergartenstraße mit Fahrrad- und Motorradstellplätzen werden auch noch errichtet. Der Bolzplatz soll übrigens künftig am Nachmittag, wenn kein Schulsport stattfindet, für alle Kinder zugängig sein.

Was besonders hervorzuheben ist, es wurden bisher soweit möglich, Firmen mit den Arbeiten beauftragt, die im Ort oder der Umgebung ansässig sind. Insgesamt waren bis zur Gebäudeendreinigung 45 Firmen an der Maßnahme beteiligt. Nachdem die Halle von den Schülern und Sportlern auf Herz und Nieren getestet wird, soll sie auch der Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden.

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