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Donnerstag, 20. September 2018 31° 1

Initiative

Unterschriften für Hochwasserschutz

Laabers Marktplatz wird regelmäßig überflutet. Jetzt fordern Anwohner die Politik auf, wirksame Maßnahmen zu ergreifen.
Von Peter Pavlas

Martin Grabinger präsentiert vor den Hochwassermarken aus den Jahren 1902 und 1909 seine Unterschriftenliste. Foto: Pavlas
Martin Grabinger präsentiert vor den Hochwassermarken aus den Jahren 1902 und 1909 seine Unterschriftenliste. Foto: Pavlas

Laaber.Nach dem Starkregen zu Fronleichnam, der den Marktplatz unter Wasser gesetzt hat, streben Anwohner mit einer Unterschriftenaktion Abhilfe an. Auch der Schutz gegen etwaige Hochwasserfluten der Laber ist Thema. „Auf die Schnelle sind Lösungen eher nicht in Sicht“, sagt Bürgermeister Hans Schmid.

„Das Wasser stand diesmal sogar in unseren Häusern und Geschäften“, beschreibt Martin Grabinger die Folgen des Starkregens zu Fronleichnam. Teils kniehoch stand das Wasser. Der Inhaber einer Tankstelle und eines Handy-Ladens ist besorgt darüber, was das Wetter in Zukunft an Überraschungen bringen könnte. Schon am „Prangertag“ hat er eine Unterschriftenaktion initiiert, deren Ziel es ist, sowohl den Hochwasserschutz zu verbessern, als auch wirksame Maßnahmen gegen Sturzfluten in die Wege zu leiten. Rund 50 Bürger haben bereits unterschrieben.

Marktplatz ist die tiefste Stelle

In der Vergangenheit seien Böden versiegelt und Baulücken geschlossen worden, und Wetterphänomene seien unberechenbarer geworden. Der Marktplatz sei zudem die tiefst gelegene Stelle des Ortes, von der große Wassermengen nur erschwert abfließen können. Die Gemeinde müsse daher handeln und investieren, so Grabinger. Vorstellen könne er sich, den Querschnitt des Kanals westlich der Engstelle am Kleinen Marktplatz demjenigen anzupassen, der in der Regensburger Straße nach Osten führt. Dessen Dimension habe etwa Stehhöhe und könne auch das Oberflächenwasser gut aufnehmen. Außerdem plädieren er und viele Anwohner dafür, den Schutz gegen Gefahren zu erhöhen, die von einer hochwasserführenden Laber drohten. Mauern sollten gegen Unterspülung stabilisiert werden, andere neu errichtet. In einem Konzept des Wasserwirtschaftsamtes, das vergangenes Jahr vorgestellt worden war, seien auch zwei Pumpwerke vorgesehen gewesen. Im Gemeinderat seien damals bei zwei Gegenstimmen kurzfristige Maßnahmen abgelehnt worden.

Marktplatz wird nicht aufgegraben

„Die Ursachen der Überschwemmung letzthin sind vielfältig“, erklärt Bürgermeister Schmid der Mittelbayerischen. Neben der Topographie der Ortsmitte hätten die Dachrinnen an manchen Gebäuden die Wassermassen nicht mehr fassen und in den Kanal leiten können. Auch von höher gelegenen Straßen seien die Niederschläge auf den Marktplatz geleitet worden. Sinkkästen vor den Häusern seien teilweise verschmutzt gewesen und hätten den Regen nicht mehr ableiten können. Das Baugebiet am südwestlichen Ortsrand habe jedenfalls keinen Einfluss auf die Lage am Marktplatz gehabt. Es werde über einen Kanal auf der südlichen Seite der Laber entwässert. Dass im Bereich des Marktplatzes verbaute Mischwasser-Kanalsystem sei damals Stand der Technik gewesen. Es erlaube konstruktionsbedingt eine bessere Durchspülung der Leitungen als es beim jetzt häufig angewendeten Trennsystem der Fall sei.

In der angesprochenen Marktratssitzung habe sich 2017 die Mehrzahl der Räte bewusst für eine mittelfristige Lösung ausgesprochen, die auf etwa fünf Jahre angelegt sei. Demnächst werde eine Besprechung mit dem Wasserwirtschaftsamt stattfinden, die eine Verbesserung der Gefahrenlage zum Ziel habe. An ein Aufgraben am Marktplatz sei derzeit nicht gedacht, so Schmid.

Hochwasserschutz

  • Hans Schmid:

    Der Bürgermeister kann sich vorstellen, an geeigneten Stellen dafür zu sorgen, dass etwaiger weiterer Starkregen auf der Straßenoberfläche besser abfließen kann. Leicht werde das nicht.

  • Kosten:

    Laut Schmid würden Pumpwerke an der Laber jeweils rund eine halbe Million Euro kosten, eine eventuelle Investition, die wohl bedacht sein müsse.

  • Pegel:

    Markierungen am Gebäude „Bücher am Markt“ in bis zu rund zwei Metern Höhe zeugen von der immerwährenden Macht des Wassers.

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