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Umgestaltung

Viel Lob für neuen Dorfplatz

Die Pielenhofener sind von der Sanierung in und um den Klosterstadel begeistert. Es entstand eine „Begegnungsstätte“.
Von Andrea Leopold

  • Die Sanierung des Klosterstadels und die Neugestaltung des Dorfplatzes lobten die Pielenhofener als gelungen. Fotos: Andrea Leopold
  • Innen wirkt der Klosterstadel geräumig und großzügig.

Pielenhofen.Die Gemeinde Pielenhofen hat sich in den letzten 15 Jahren von einem unscheinbaren Entlein, gut versteckt im Tal der Naab, zu einem stolzen Schwan gemausert. Darüber waren sich Einwohner und Lokalpolitiker bei der Bürgerversammlung im Klosterstadel der Gemeinde Pielenhofen einig.

Sichtlich stolz luden die drei Bürgermeister zum ersten Mal in den frisch sanierten Klosterstadel ein. In einer Vorher-Nachher-Show zeigte der 1. Bürgermeister Reinhold Ferstl die Verwandlung des ehemaligen Lagerraums in eine moderne Begegnungsstätte. Selbst das Kellergewölbe des Stadels, ehemals Rumpelkammer mit abgeblättertem Putz und beschädigtem Dachstuhl, wurde aus seinem Aschenputteldasein herausgeführt und bekam ein völlig neues Outfit verpasst mit original Gewölbedachstuhl aus gemauertem Klinkersteinen, Granitsäulen und Steinfußboden. Es gibt bereits zahlreiche Anfragen von Tourismusveranstaltern.

Alle zogen an einem Strang

In der Diashow von Reinhold Ferstl konnte man deutlich sehen, wie es der Gemeinde mithilfe der 50-prozentigen Zuschüsse der Städtebauförderung gelungen ist, ein attraktives Ortsbild zu schaffen. Die Sanierung umfasste die Ortsteile Dorfplatz, Dorfbrunnen, Schul- und Klosterstraße, das Bürger- und das Schulhaus. Der Bürgermeister betonte, was passieren kann, wenn Gemeinde und Bürger an einem Strang ziehen. Die Einwohner hätten sich nicht lumpen lassen und in einem Aufwasch ihre Häuser gleich mitsaniert. Das Zentrum dieser „Schönheitsoperation“ liegt allerdings im Herzen des Orts am Dorfplatz mit dem neu renovierten Klosterstadel, einem Dorfladen mit eigener Kaffeerösterei und dem geräumigen und großzügigen Veranstaltungsraum. Gemeinderätin Ulrike Kappl lobte den Stadel als eine „Begegnungsstätte der Bürger“. Dieser habe zwischenzeitlich die Aufgabe des Dorfbrunnens aus früherer Zeit übernommen. Schüler strömten nach dem Unterricht in den Klosterladen, Mütter kämen nachmittags mit ihren Kindern zu einem Plausch und die Senioren bräuchten nach einem Besuch am Friedhof nicht gleich wieder nach Haus zu gehen, sondern könnten ihren Kaffee im gemütlichen Klosterstadel trinken.

Bei den Einwohnerzahlen ist die Tendenz weiterhin steigend von 1188 Einwohnern im Jahr 2001 auf 1631 im Jahr 2017. Auch der Haushalt verzeichnet ein dickes Plus von 1739596 Euro. Erstmals erreichten die Einkommensteuereinnahmen die Millionengrenze. Es gibt zwar einen leichten Pro-Kopf Schuldenstand, dieser sei aber vor allem dem Bau der neuen Kläranlage geschuldet.

Aufgrund der steigenden Einwohnerzahlen müsse dringend eine Kinderkrippe mit zwölf Plätzen für Kinder zwischen null und drei Jahren gebaut werden. Dies zeige die starke Nachfrage von bauwilligen Familien. Bürgermeister Rudolf Gruber zeigte den beschwerlichen Weg von der Planung bis zur Genehmigung des Baus auf. Zur Zeit werden noch 20 Prozent der Kinder wegen der fehlenden Krippe auswärtig untergebracht. Die Krippe soll auf einem kirchlichen Grundstück gebaut werden.

Ein weiteres Highlight ist die seit dem Schuljahr 2017/2018 neu eröffnete „Zweigstelle“ des Berufsschulzentrums (BSZ) Regensburg Land, die mit 28 Schülern gestartet ist. Ab dem nächsten Schuljahr werden dort 54 Schülerinnen und zwei Schüler im Gebäude der ehemaligen Grundschule unterrichtet. Man könne dies als einen „Glücksfall“ bezeichnen, so Bürgermeister Ebkemeier. Die Mutterschule in der Plattlinger Straße sei „aus allen Nähten geplatzt“ und hätte einen enormen Zuwachs an Schülern gehabt. Jürgen Ebkemeier zeigte Impressionen von der nagelneuen Akademie.

Wie geht es voran mit dem Breitbandausbau in der Gemeinde? Der 2. Bürgermeister stellte die neuen Anschlussmöglichkeiten der Telekom mit möglichen Geschwindigkeiten bis zu 200 Mbit/s vor. Die Grabungsarbeiten seien abgeschlossen. Ende Juni seien die Systeme nach Aussagen der Telekom betriebsbereit.

Josef Gschlössl stellte die Frage, wie man sich die Parkplatzsituation bei den kommenden Veranstaltungen vorstellen würde. Es gebe bereits wüstes Geparke rund um die Wohnwege und auf der Feuerwehranfahrtszone, beklagte sich Michael Küffner. Der 1. Bürgermeister verwies auf die mangelnden Freiflächen durch das enge Tal. „Wo gibt es Flächen? Wir haben nichts!“ Die Gemeinde sei nicht zuständig für die Wildparker, die Veranstalter müssten sich selber darum kümmern. Es gebe jedoch Parkplätze auf der anderen Naabseite. Diese seien den Besuchern aber anscheinend zu weit entfernt.

Verdreckte Leuchten und Müll

Christian Geusch brachte das marode Pflaster in Winterort zur Sprache, der Bürgermeister will sich dieses vor Ort anschauen. Siegfried Reinhardt führte das Hochwasser an der Naab ins Feld, bei dem von Winterort aus die Zufahrt abgesperrt sei. Ferstl entgegnete, dass für diese Belange die Bayerischen Staatsforsten verantwortlich seien. Weitere Diskussionspunkte waren die verdreckten Leuchten auf der Brücke und der Sperrmüll, der nach Auszug der Bewohner in der Angerstraße noch lagert. Diesen Zustand monierte Josef Gschlössl.

Die hoffnungsvolle Frage nach einer Abwassergebührensenkung von Christian Geusch musste Ferstl verneinen. Diese werde nicht kommen.

Auf Anfrage von Alexander Pilz, ab wann man mit dem Badeplatz im neuen Baugebiet rechnen könne, der als Ausgleichsmaßnahme im Bauplan vorgesehen sei, antwortete der Bürgermeister, dass dieser Anfang des nächsten Jahres ausgeschrieben werde. Ludwig Rödl wollte wissen, wann man sich auch im Ortskern an das neue Fernwärmeheizwerk anschließen könne. Der 1. Bürgermeister verwies auf die Rewag. Als Erstes werde man den Klosterstadel, die Turnhalle und das Neubaugebiet anschließen.

Zahlen aus der Gemeinde

  • Einwohner:

    In der Gemeinde Pielenhofen leben Menschen aus 36 Nationen, darunter ein Neuseeländer, eine Chinesin, eine Thailänderin und zwei Mauritier.

  • Maßnahmen 2018:

    Einrichtung einer Kindertagesstätte und Sanierung der Klosterturnhalle

  • Schüler:

    176 Kinder besuchen die Grundschule, 73 Kinder sind in der Herder-Realschule gemeldet und 19 Schüler zählt die Mittelschule Lappersdorf aus der Gemeinde.

  • Fachakademie:

    Ab Herbst werden 56 Schüler die Fachakademie für Sozialpädagogik besuchen.

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