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Kommunikation

Viele Wochen ohne Telefon und Internet

Im Zuge des Breitbandausbaus war ein ganzes Dorf ohne Anschluss. Pfatterer Bürger sind stinksauer auf die Telekom.
Von Hans Biederer

Zwei Monate ohne Telefon und Internet: Dr. Gabriele Lermer zeigt den Masten, an dem das Verbindungskabel der zwei Verteiler fehlte.  Foto: H. Biederer
Zwei Monate ohne Telefon und Internet: Dr. Gabriele Lermer zeigt den Masten, an dem das Verbindungskabel der zwei Verteiler fehlte. Foto: H. Biederer

Gmünd.Empört zeigten sich die Bürger von Gmünd, Irling und Herfurth in der Bürgerversammlung im Gasthaus Schinhärl über die massiven Probleme beim Breitbandausbau. Betroffen waren beziehungsweise sind noch immer die Anwohner vom „unteren Dorf“ in Gmünd. Sarkastisch äußerte sich aus diesem Ortsteil Nicole Rauchenecker. „Seit 14 Tagen haben wir ja nun Gott sei Dank das tolle Internet. Wieso erhalten aber die Anwohner im oberen Dorf bis zu 100 Megabit Leistung und wir müssen uns mit 25 Megabit zufriedengeben?“, wollte sie wissen.

Bürgermeister Jürgen Koch entgegnete, dass das nicht sein könne. „Laut Vertrag und nach Auskunft von Herrn Albert von der Deutschen Telekom, mit dem ich erst letzte Woche in dieser Angelegenheit noch telefoniert habe, wurden uns im gesamten Erschließungsgebiet 30 bis 50 Megabit garantiert“, versicherte er. Rauchenecker bat darum, ihre Leitung auf die Leistungsfähigkeit durch die Betreiberfirma überprüfen zu lassen. „Jeder, der meint, diese versprochene Bandbreite nicht in vollem Umfang nutzen zu können, soll sich bei uns im Rathaus melden“, bot der Bürgermeister an. In diesem Zusammenhang klärte der Rathaus-Chef die Anwesenden auf, dass mit dem neuen Vectoring-Verfahren die Bandbreite der Leistungen mit einem Betrag in Höhe von etwa sechs Euro im Monat verdoppelt werden kann.

Zwei Monate ohne Telefon

Deutliche Worte fand auch Dr. Gabriele Lermer aus Irling: „Zu diesem Thema möchte ich gerne was ergänzen. Im Januar hieß es vonseiten der Gemeinde, dass das Breitbandangebot nun genutzt werden kann. Daraufhin haben wir einen entsprechenden Vertrag im Telekom-Laden abgeschlossen. Dort wurde uns zugesichert, dass wir die volle versprochene Bandbreite erhalten. Als Umstellungsdatum wurde uns der 9. Februar in den späten Abendstunden versprochen. Tatsache war jedoch, dass an diesem Tag ab 6 Uhr in der Früh gar nichts mehr funktionierte. Wir saßen ab diesem Datum bis zum 12. April ohne Internet und Festnetztelefon da. Ich schätze, dass mein Mann und ich etwa 15 Stunden mit den Hotlines der Telekom vom Handy aus gesprochen haben. Nach diesen hinhaltenden Gesprächen bin ich vom Glauben abgefallen. Wir wurden vertröstet und keiner wusste Bescheid. Erst, als ich einen privaten Telekom-Laden in Neutraubling aufsuchte, kam das wirkliche Problem zum Vorschein. Es fehlte nämlich nur ein etwa vier Meter langes Verbindungskabel von zwei Verteilern, die sich an einem Mast befanden“, machte die ortsansässige Ärztin ihrem Ärger Luft.

Weiter monierte sie, dass sie für den Zusammenschluss der beiden Verteiler bis zum 30. April hätte warten müssen. „Erst nach weiteren nervigen Gesprächen konnte vor wenigen Tagen nun das Problem gelöst werden. Die Gemeinde und der Landkreis zahlen für den Breitbandausbau sehr viel Geld. Ich hätte mir gewünscht, dass in diesem Fall betroffene Bürger vom Ingenieurbüro unterstützt worden wären. Wir als Verbraucher wurden hier im Regen stehengelassen.

Als Ärztin hätte ich das Telefon so dringend benötigt. Diese Zeit war eine Zumutung“, erklärte Dr. Gabriele Lermer.

Vier Meter Kabel fehlten

„Dieses Problem in Irling und in Herfurth habe ich leider mit verfolgen müssen. Ich habe versucht, hier mit den Verantwortlichen eine schnelle Lösung zu finden. Mir wurde dabei erklärt, dass es an den Leuten fehlt, die die Hardware anschließen“, stellte dazu Bürgermeister Jürgen Koch klar.

Angesprochen wurde zudem, dass am Ortseingang vor dem Anwesen Hausladen ein Hauptverteilerkasten, ein sogenannter DSLAM, steht. Für Verwirrung sorgt nun ein zweiter DSLAM-Kasten beim Anwesen Sötz. „Dieser dient aber nur als Zwischenstation, damit auch die untersten Anwohner in den Genuss von 30 Megabit kommen“, informierte Bürgermeister Jürgen Koch.

Strassenneubau

  • Wasserleitung:

    Christoph Scheuerer monierte, dass nach dem Auswechseln von Wasserschiebern die Aufgrabungen nicht asphaltiert, sondern nur provisorisch geschottert werden. „Dafür ist der Wasserzweckverband zuständig, der diese Maßnahmen im Frühjahr abschließen sollte. Wir werden die Liste der durchgeführten Maßnahmen aber überprüfen und uns mit dem Zweckverband in Verbindung setzen“, versprach Jürgen Koch.

  • Straße:

    Die Sanierung der Ortsstraße Gmünd ist für das Jahr 2020 vorgesehen. 200 000 Euro sind dafür im Haushalt eingeplant.

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