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Familie

Wenzenbach plant Kinderhaus

Plätze für Kindergartenkinder und in der Kinderkrippe werden knapp. Eine neue Betreuungseinrichtung soll Abhilfe schaffen.
Von Petra Schmid

Der Gemeinderat hat den Beschluss gefasst, an der Mittelschule provisorisch 24 Kinderkrippenplätze einzurichten. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa
Der Gemeinderat hat den Beschluss gefasst, an der Mittelschule provisorisch 24 Kinderkrippenplätze einzurichten. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Wenzenbach.Derzeit reichen die Kinderbetreuungsplätze der Gemeinde Wenzenbach aus. Durch die bereits realisierten Baugebiete und die noch zu entstehenden Bauplätze kann man aber abwarten, bis die Kindergarten- und Kinderkrippenplätze nicht mehr ausreichen. Bereits in der Juli-Sitzung des Gemeinderats, fasste das Gremium den Beschluss, an der Mittelschule provisorisch 24 Kinderkrippenplätze für etwa zwei bis drei Jahre einzurichten. Hierzu wird ein derzeit ungenutzter Trakt mit eigenem Eingang umgebaut. Die Krippenplätze sollen noch im November zur Verfügung stehen.

Nun stellte der Gemeinderat, wie bereits in der Juni-Sitzung angekündigt, die Weichen für ein Kinderhaus. Hier sollen je zwei Gruppen für Krippenkinder und Kindergartenkinder untergebracht werden. Nach derzeitigem Stand soll die neue Betreuungseinrichtung auf der gemeindlichen Fläche am Jahnweg, auf Höhe Hausnummer acht, entstehen.

Übergangsweise werden Krippenkinder an der Mittelschule betreut. Foto: lps
Übergangsweise werden Krippenkinder an der Mittelschule betreut. Foto: lps

Letztendlich wurde ohne Gegenstimme die Gemeindeverwaltung beauftragt, ein Vergabeverfahren über die Leistungsphasen „1“ und „2“ des Neubaus zu beginnen und schnellstens zu vergeben. Zeitgleich solle die Verwaltung entsprechende Fördermittel beantragen. Es ist angedacht, das neue Kinderhaus bis Ende des Jahres 2020 zu eröffnen. Im Finanzplan der Gemeinde sind für das nächste Jahr rund 1,8 Millionen Euro vorgesehen, um bis Mitte des Jahres 2020 rund 50 Kindergartenplätze und 24 Krippenplätze neu zu errichten, heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde.

Mögliche Standorte

Bürgermeister Sebastian Koch informierte nun in der Sitzung, dass man bereits in der vergangenen Sitzung, als man das Provisorium an der Mittelschule beschloss, mögliche Standorte für ein Kinderhaus andiskutiert habe. Zwar sehe man den Schulgarten als sehr attraktiv an, jedoch stünde dieses Areal wohl noch eine Weile nicht zur Verfügung. Man habe nun quasi als Plan B, wie bereits vorbesprochen, das Grundstück am Jahnweg ins Auge gefasst. Man solle zügig in die Planung einsteigen und zeitnah je zwei Kindergarten- und Krippengruppen schaffen, appellierte der Rathauschef.

Gerhard Bäumler entgegnete, dass man in der vergangenen Sitzung zwar von Vorplanungen gesprochen habe, aber noch keine Standortentscheidung getroffen habe. Seiner Ansicht nach, solle man die Räumlichkeiten der Mittelschule nicht außer Acht lassen. Er sprach sich dafür aus, die Planungen bis Jahresende zurückzustellen und abzuwarten, ob sich die Mehrheitsverhältnisse im Schulverband der Mittelschule ändern würden und dann eventuell Räume oder Flächen zur Verfügung stehen würden.

Kinderbetreuung in Wenzenbach

  • Kindergärten:

    Neben dem Johanniter Kinderhaus „Abenteuerland“ in Wenzenbach, gibt es einen Johanniter Kindergarten in Irlbach. Ebenso einen kirchlichen Kindergarten in Irlbach und einen Waldkindergarten in Grünthal. Ein neues Kinderhaus soll bis 2020 in Wenzenbach entstehen.

  • Kinderkrippen:

    Derzeit hat die Gemeinde in Wenzenbach und in Irlbach eine Kinderkrippe. Ab November soll es eine Provisorium an der Mittelschule mit zwei Krippengruppen geben. In dem neu geplanten Kinderhaus wird es auch zwei weitere Gruppen für Krippenkinder geben.

„Im Oktober werden die Karten für den Schulverband neue gemischt“, hob er hervor und weiter: Man solle jetzt keine Hoppla-Hopp-Entscheidung treffen, forderte er. Nun begnüge man sich mit der zweitbesten Lösung und zum Jahresende stünde eventuell die Beste zur Verfügung, fasste Bäumler zusammen. Man solle bezüglich der Wasserproblematik nicht den gleichen Fehler wie beim sozialen Wohnungsbau, wo nun der hohe Grundwasserspiegel Probleme bereite, machen. Man solle nichts übers Knie brechen, betonte er.

Koch weist Fehler zurück

Bürgermeister Koch wies zurück, dass in Irlbach ein Fehler geschehen sei. Es sei hier ein Planungswettbewerb durchgeführt worden und hier stünden die Entwurfsplanung und die Bodenuntersuchung im Vordergrund, erklärte er. Außerdem erhalte er die Anrufe der Eltern, die ihre Kinder nicht in einer vernünftigen Einrichtung unterbringen können. Fakt sei, dass derzeit auf die Fläche der Mittelschule nicht zugegriffen werden könne. Es sei naiv zu glauben, dass eine andere Lösung herbeigeführt werden könne, weil sich die Mehrheitsverhältnisse im Schulverband ändern würden. Auch müsse man bedenken, wenn die Generalsanierung der Mittelschule realisiert würde, brauche man auch die freistehenden Räumlichkeiten um bei einem Umbau rolieren zu können.

Dr. Rudolf Ebneth fragte, was denn gegen den Standort am Jahnweg spreche? Zumal man das Gelände schon einmal im Blick hatte. Sollte man zum Jahresende die Möglichkeit haben den Schulgarten zu nutzen, könne man die Vorplanungen übertragen, schlug er vor. Man vergebe sich jetzt damit nichts und es sei wichtig, einmal in die Gänge zu kommen und nicht nur zu reden. Er wünsche sich, dass in Sachen Schulverband Nägel mit Köpfen gemacht würden und in die richtige Richtung gebracht werde, machte Bäumler abschließend noch einmal deutlich.

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