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Sonntag, 27. Mai 2018 29° 2

Bildung

Whatsapp und Kartentricks

Regenstaufer Schüler bringen Senioren neue Techniken mit den Handys bei. Sie lernen im Gegenzug von ihnen aber alte Spiele.
Von Sieglinde Geipel

Die Regenstaufer Schüler erklärten den Senioren viele Möglichkeiten in der Nutzung der Handys. Foto: Geipel

Regenstauf.Die Schüler der Klasse 8b an der Mittelschule am Schlossberg haben gemeinsam mit ihrem Klassenleiter Stefan Steiner ein neues Projekt mit dem Namen ins Leben gerufen. Es heißt „Erfahren trifft technisch begabt“ . Dahinter verstecken sich regelmäßige Treffen der Seniorengruppe des Marktes unter Leitung der Seniorenbeauftragten Paula Wolf mit den Schülern der Mittelschule.

Den Anstoß dazu gab Paula Wolf, die neben dem monatlichen Kaffeeaustausch und dem wöchentlichen Kartenspiel den Senioren ein weiteres Angebot machen wollte. Ihre Idee war es, die Senioren und die Schüler zum Austausch zusammenzubringen. „Am leichtesten geht das über die neuen Medien wie Handy und Tablet“, war Paula Wolf überzeugt und sie hatte Recht. Die Jugendlichen waren begeistert von dieser Idee.

Ein toller Nachmittag

Von den älteren Mitbürgern bekam der Nachwuchs alte Spiele erklärt. Foto: Geipel

Der Schultag der Klasse 8b, eine gebundene Ganztagsklasse, beginnt wie in den Regelklassen um 8 Uhr, endet aber erst um 16 Uhr. Neben dem Unterricht, der natürlich den Schwerpunkt des Schulalltags darstellt, sollen die Schüler auch weitere Angebote aus dem musischen, sportlichen aber auch gesellschaftlichen Bereich erhalten. Hierzu zählt unter anderem der Kontakt zu älteren Menschen.

Im Mittelpunkt der Treffen soll der Austausch zwischen den Generationen stehen. Angefangen hat man mit Hilfestellungen bei der Bedienung von Handy und Tablet durch die Schüler. Daraus ergab sich auch der Projektname „Erfahren trifft technisch begabt“. Aber nicht nur die Schüler wollen den Senioren ihr Wissen weitergeben, auch die Senioren können den jungen Menschen viel geben. So nahmen die Schüler an einem Spielenachmittag der Senioren im Kulturhaus teil.

Bereits das erste Treffen im Februar in der Mittelschule war für beide Seiten sehr spannend. Die Senioren, die zum Teil ihre eigene Schulzeit an der Volksschule Regenstauf erlebten, erkannten ihre Schule nicht wieder. Begeistert ließen sie sich von den Schülern durch das Schulhaus führen. Voller Stolz zeigten die Schüler die Klassenräume, die modernen Computerräume, den Übungsraum der Schulband, die Küche und viele mehr. „Das ist eine tolle Schule!“, das fanden auch die Senioren. Nach der Schulbesichtigung fanden sich Schüler und Senioren schnell zusammen. Auf Fragen „Wie geht denn das mit dem WhatsApp?“ oder „Ich habe Fotos gemacht, wie finde ich die wieder?“, konnten die Schüler fachkundige Auskunft geben. Nur wenige Fragen blieben unbeantwortet, aber das lag nicht an den Schülern, sondern an der fehlenden technischen Ausstattung, da in den einzelnen Klassenzimmern kein Internet zur Verfügung steht und so spezielle Probleme aus dem Bereich Internet nicht behandelt werden konnten. Nicht nur ihr Wissen wollten die Schüler weitergeben, sie hatten auch für das leibliche Wohl mit Getränken und selbst gebackenen Kuchen gesorgt.

Alle waren sich einig: Das war ein toller Nachmittag. Dass es wirklich Spaß gemacht hatte, zeigte sich auch bei den nächsten Treffen: Alle Schüler nahmen wieder teil und auch die Senioren kamen wieder, schließlich gab es noch viele Fragen zu beantworten. Nach diesem ersten Treffen war das Eis gebrochen und zum nächsten Treffen besuchten die Schüler die Senioren im Mehrgenerationenhaus zum Spielenachmittag. Viele der Spiele kannten die Jugendlichen nicht. Geduldig erklärten die Senioren die Spielregeln. Alle hatten viel Freude an diesem Nachmittag.

Ein wertvolles Projekt

Für die Schüler sei dieses Projekt sehr wertvoll. Die Erfahrung, dass ältere Menschen sie nach Rat fragen und sie ihnen auch helfen können, haben die meisten Schüler bisher nicht gemacht. Sie sind es gewohnt, dass in der Schule von ihnen wohl Leistung verlangt wird, aber das direkte Erfolgserlebnis fehlt dabei. Noten, egal wie gut sie sind, können dies nicht leisten, sie werden von den Schülern eher als Druck empfunden. Ganz besonders ist diese Erfahrung für Schüler, die nicht immer sehr gute schulische Leistungen bringen und nun plötzlich erleben: Ich kann auch was und das ist so gut, dass ich damit anderen Menschen helfen kann.

Dieses Projekt soll auf jeden Fall bis zum Ende des Schuljahres weiterlaufen. Angedacht ist auch ein gemeinsames Kochen. Die Hauswirtschaftslehrerin Tanja Greller denkt dabei etwa an Mehlspeisen. Unter diesem Begriff können sich die meisten Schüler überhaupt nichts vorstellen, erzählt sie.

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