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Verkehrschaos

Wörth: Nur sechsspuriger Ausbau hilft

Eine Verbreiterung der BAB zwischen Rosenhof und Straubing könnte das Chaos vermindern. Das Thema ist aber vorerst durch.
von Walter Schiessl

  • Ein gewohntes Bild zwischen Wörth und Rosenhof. Wörther sehen nur den sechsspurigen Ausbau als eine Lösungsmöglichkeit aus dem Chaos. Foto: ws
  • Bei Unfällen auf der BAB nehmen Lkws den Weg durch die Stadt.Foto: Meyritz

Wörth.Viele Wörther haben vom Straßenverkehr, der sie fast täglich mehr oder weniger stark beeinträchtigt, die Nase voll. Eine Initiative von Bernhard Meyritz gibt es, bei der mit einer Unterschriftensammlung erreicht werden soll, dass die Ortsdurchfahrt vom Schwerlastverkehr befreit wird. Die Aussichten, dass das ein Erfolg wird, stehen nicht allzugut. Der Kreisrat Herbert Schötz (CSU), der 2014 einen Vorstoß für den sechsspurigen Autobahnausbau zwischen Rosenhof und Straubing gestartet hatte, wagt einen rneuten Vorstoß. Der Verkehrswegeplan, der 2016 unter der Federführung des damaligen Verkehrsministers Alexander Dobrindt den sechsspurigen Ausbau Rosenhof-Straubing ausgespart hatte, muss geändert werden, verlangt Schötz, eine andere Alternative für eine Linderung der Situation gebe es nicht.

Der Vorstoß ist gescheitert

Herbert Schötz (73) hatte sich schon 2014, als der Verkehr auf der Autobahn drastisch zugenommen hatte, für einen sechsspurigen Ausbau ins Zeug gelegt und auch Politiker dafür gewonnen. Doch außer einem Ortstermin im Wörther Rathaus und vollmundigen Ankündigungen der Politiker geschah nur wenig. Zwar hatten sich MdL Sylvia Stierstofer und Graf Phillip Lerchenfeld, der im vergangenen Jahr verstorben ist, medienwirksam in Szene gesetzt, doch schnell stellte sich heraus, dass das Gewicht der Abgeordneten bei weitem nicht ausreichte, um eine Aufnahme der Verbreiterung in den Verkehrswegeplan zu erreichen.

Schötz‘s Appell bei der Kreistagssitzung im Februar, auch nach der Verabschiedung des Verkehrswegplans am Thema dranzubleiben, fand keine Unterstützung. „Meine Worte wurden zwar zur Kenntnis genommen, mehr aber auch nicht“, zeigte sich der frühere Wörther Verwaltungsleiter enttäuscht. Denn der Ausbau der Strecke von Nittendorf nach Regensburg auf sechs Spuren sei beschlossen worden, obwohl die Verkehrszahlen an der Anschlussstelle Nittendorf niedriger seien als die an der Anschlussstelle Wörth-Wiesent. „Der Stadt Wörth könnte zwar eine weiträumige Sperrung, wie sie Bernhard Meyritz in der Unterschriftenaktion fordert, schon auch etwas helfen“, sagt Schötz, doch die Rettung aus dem Chaos könne nur ein sechsspuriger Ausbau der Schnellstraße sein.

Anstatt einer Vollsperrung wie auf zweispurigen Autobahnen könnte dann der Verkehr auf der linken oder rechten Spur vorbeigeleitet werden, was verhindere, dass Lkws bei einem Stau ab Kirchroth von der Autobahn bei Wörth-Ost von der Polizei ausgeleitet würden und durch Wörth kurvten. „Diese Lkw-Lenker tun mir wirklich leid“, sagt Schötz, denn sie stünden unter einem enormen Zeitdruck. Für das Einhalten der vorgeschriebenen Lenkpausen müssten dann oft Ruheplätze auf die Schnelle gesucht werden, die vom Gesetz her gar nicht erlaubt seien. „Was soll die Polizei machen, wenn sie einen Lkw stehen sieht, dieser aber da gar nicht sein dürfte, der Lenker zugleich auf die vorgeschriebene Ruhezeit verweist?“, fragt der Kreisrat. Politische Antworten gebe es dafür bis heute nicht.

Seine Erfahrungen, die er vor einer Woche bei einer Autofahrt von Köln nach Regensburg gemacht hatte, nahm Schötz zum Anlass, über die sozialen Medien einen offenen Brief an Verkehrsminister und niederbayerischen CSU-Chef Andreas Scheuer zu schreiben. „Lieber Andy, am Mittwoch bin ich mit Pkw mit Anhänger von Köln nach Regensburg gefahren. An der Raststätte Siegburg habe ich getankt, die Zapfsäule konnte noch angefahren werden, ein Parkplatz war nicht vorhanden, da alles von Lkws verstellt war. Unterwegs wollte ich auf Parkplätze mit WCs fahren, fast alle Einfahrten waren mit Lkws verstellt oder verstopft. Konnte ich wirklich hineinfahren, standen links und rechts der Fahrbahn Lkws, so dass ich gerade noch durchfahren konnte. Ein Halten oder Parken war nicht möglich. Nach Würzburg bin ich dann auf einem Parkplatz auf der Straße stehen geblieben. Die anschließende Einfahrt war wegen des fließenden Verkehrs gefährlich.“

„Es muss was geschehen“

Es sei nachts ein unhaltbarer Zustand auf der A 3 – weder für die Pkw-Fahrer und noch schlimmer für die bedauernswerten Lkw-Fahrer, die ihre Ruhezeiten einhalten müssen. Es müsse etwas geschehen – entweder mehr Parkplätze bauen oder eine Regelung finden, wonach sich die Zahl der Lkws auf den jeweiligen Autobahnen nach der Anzahl der dortigen Parkplätze richten darf. Maut könne ja auch kassiert werden, schreibt der Wörther Kommunalpolitiker an den aus Passau stammenden Verkehrsminister, der auch der CSU angehört.

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