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Soziales

Wörther Nachbarn warten auf Arbeit

Christiane Pedolzky koordiniert den Hilfsverein. Die Palette reicht vom Arztbesuch über das Einkaufen bis hin zum Rasenmähen.
Von Walter Schiessl

Christiane Pedolzky koordiniert die Arbeiten beim Wörther Nachbarschaftshilfsverein. fotos: schiessl (3), dpa (2)
Christiane Pedolzky koordiniert die Arbeiten beim Wörther Nachbarschaftshilfsverein. fotos: schiessl (3), dpa (2)

Wörth.Der Wörther Nachbarschaftshilfeverein hat die Startschwierigkeiten längst überwunden. „Bei uns läuft es gut“, sagt Christiane Pedolzky, die die Arbeiten für die Mitglieder koordiniert. Ein breites Spektrum werde durch fünf bis sechs Helfer, die für die Unterstützungsaktionen für ältere Menschen bereitstehen, abgedeckt, sagt sie. Fahrten zum Arzt seien ebenso darunter wie das Einkaufen oder das Erledigen kleinerer Arbeiten wie das Rasenmähen oder das Einschrauben einer Glühbirne. „Aber wir dürfen natürlich keine Dienstleister sein“, sagt die hauptberufliche Krankenschwester, die in Hofdorf wohnt. Den Menschen, die Hilfe brauchen, soll durch den Nachbarschaftshilfsverein bei Begleitung bei manchen Tätigkeiten der Alltag erleichtert werden, lautet Christiane Pedolzkys Devise.

„Mir selbst macht diese Arbeit großen Spaß“, sagt die Frau, die lange Jahre in München gearbeitet hatte, ehe sie wieder nach Wörth zurückkehrte. Das Koordinieren der Tätigkeiten müsse schnell und problemlos funktionieren, sagt sie. „Das ist wie geschaffen für mich“, erklärt sie lachend und fügt an, dass die Zahl der aktuell bereitstehenden Helfer auf fünf bis sechs zwar gesunken sei, aber für die Abwicklung der anstehenden Arbeiten reiche das aus.

Demografischer Wandel

Zwischen 200 und 300 Stunden waren die Wörther in den letzten Jahren im Einsatz. Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Hilfsleistungen ist natürlich die Mitgliedschaft im Verein. „Das geht schon aus versicherungstechnischen Gründen nicht anders“, weiß Christiane Pedolzky. Sie verteilt an die Helfer sogenannte Regiezettel, in die die Arbeiten dann eingetragen werden. Für eine Stunde berechnet der Wörther Nachbarschaftshilfsverein sechs Euro, für jeden Kilometer im Auto werden zudem 25 Cent verlangt. Der Mitgliedbeitrag kostet 15 Euro im Jahr.

Der Verein wurde 2011 gegründet. Vorbild war der Aufhausener Nachbarschaftshilfsverein, der erste von gut 25 Zusammenschlüssen, die bald darauf im Landkreis ins Leben gerufen wurden. Den Vorsitz übernahm – wie bei den meisten dieser Vereine – der Bürgermeister. 1000 Euro gab es vom Landkreis als Starthilfe. Ziel, so hatte Stadträtin Hildegard Schindler bei einer Stadtratssitzung wissen lassen, sei es, dem demografischen Wandel in der Stadt zu begegnen. Den immer älter werdenden Menschen solle es auf alle Fälle ermöglicht werden, so lange es geht, in den eigenen vier Wänden zu leben. Dazu wolle man eben eine Form der Unterstützung leisten.

„Wir wollen den Betagten helfen, die Arbeiten wie etwa das Fenstersputzen oder das Rasenmähen zu erleichtern“, sagte Bürgermeister Rothfischer, der den Verein seit der Gründungsversammlung führt. 40 Interessenten kamen dann auch gleich zur ersten Zusammenkunft, bei der die Ziele formuliert werden. Als zweiter Vorsitzender fungierte zunächst 2. Bürgermeister Josef Schütz, 2014 folgte ihm Horst Seppenhauser nach. „Die Vereinsführung sollte eigentlich in private Hände gelegt werden“, sagt Schütz heute. Aber es sei schwierig, einen neuen Vorsitzenden zu finden, so dass Anton Rothfischer bis heute dieses Amt immer noch inne hat.- Als Koordinatorin begann Anita Hebauer, die das Amt mit großem Elan begann, dann aber nach eineinhalb Jahren aus Enttäuschung über die Vereinsführung entnervt das Handtuch warf. Kommissarisch übernahm dann Veronika Steger aus dem Wörther Rathaus die Koordinationsarbeit, ehe dann im Mai 2014 mit Christiane Pedolzky wieder eine tatkräftige Managerin gefunden wurde.

Startschwierigkeiten vorbei

Die Startschwierigkeiten, wie sie von Bürgermeister Rothfischer bezeichnet wurden, scheinen vorbei zu sein. Die Außendarstellung des Vereins sollte verbessert werden, weshalb die Stadt einen Flyer herausgab und mehr Infos über die Nachbarschaftshilfe unter die Bevölkerung bringen wollte.

Christiane Pedolzky ist guten Muter, dass die Angebote der Helfer künftig vermehrt in Anspruch genommen werden. „Wir möchten die bereits bestehenden ehrenamtlichen Dienste ergänzen, nicht ersetzen“, heißt es dazu im Flyer. Das Miteinander zu stärken, insbesondere in der öffentlichen Gemeinschaft, sei das Hauptanliegen des Vereins. Der Nachbarschaftshilfsverein verstünde sich in der Hauptsache als Vermittler zwischen hilfesuchenden und hilfsbereiten Bürgerinnen und Bürgern.

Die Mitgliederversammlung wurde auf Montag, 23. April, 19 Uhr, im Gasthof Butz terminiert. Auf der Tagesordnung stehen auch Neuwahlen. Ob Bürgermeister Anton Rothfischer das Vorsitzenden-Amt weiter beibehalten muss, ist noch offen. „Ich hoffe, es findet sich wer“, sagte er im Vorgriff.

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