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Kultur

Zeltfestival Lappersdorf feiert Jubiläum

Einmal im Jahr herrscht im Landkreis Regensburg Ausnahmestimmung. Viele berühmte Stars schätzen die besondere Atmosphäre.
Von Angelika Lukesch

Weltstar Albert Hammond trat schon mehrere Male beim Zeltfestival in Lappersdorf auf.  Foto: Angelika Lukesch
Weltstar Albert Hammond trat schon mehrere Male beim Zeltfestival in Lappersdorf auf. Foto: Angelika Lukesch

Lappersdorf.Einmal im Jahr, immer von Ende Mai bis Mitte Juni, herrscht in Lappersdorf Ausnahmestimmung. Dann erhebt sich auf dem Freizeitgelände Pielmühle ein Zwei-Mast-Zirkuszelt, dessen lustige Farben schon von weit her freundlich grüßen. Immer um diese Zeit lädt das Lappersdorfer Zeltfestival die kunst- , kabarett- und musikinteressierten Menschen aus nah und fern zu den unterschiedlichsten Veranstaltungen ein. Heuer findet das Festival bereits zum zehnten Male statt.

Wie es zu der Idee des Lappersdorfer Zeltfestivals gekommen war, erzählt Veranstalter Alex Bolland: „Nachdem ich 2006 die Mälze als Pächter abgab und seitdem mit meiner anschließend gegründeten Kulturagentur ausschließlich von Veranstaltungen leben muss, war es für mich zwingend notwendig, eine kreative Idee für das Sommerhalbjahr (von Mai bis September) zu haben, um in dieser Zeit finanziell überleben zu können. Ich erinnerte mich an das Zeltfestival, das wir 2005 im Innenhof des fürstlichen Schlosses machten. Ich wollte die Idee eines Zeltfestivals in einem Zirkuszelt wieder aufleben lassen, aber nicht im kulturell eh schon überfüllten Regensburg, sondern im Landkreis.“

Alex Bolland hat das Konzept des Zeltfestivals entwickelt.  Foto: Alois Braun
Alex Bolland hat das Konzept des Zeltfestivals entwickelt. Foto: Alois Braun

Ursprünglich, erzählt Bolland weiter, sei geplant gewesen, mit dem Zeltfestival jährlich zu wandern und das Festival abwechselnd in drei Gemeinden durchzuführen. „So begann ich 2008 in Tegernheim, wo ich aber gleich so viel Lehrgeld zahlte, dass der zweite Versuch zwingend funktionieren musste, sonst wäre die Idee gleich wieder gescheitert. Im zweiten Jahr, 2009, hatte ich dann das Angebot aus Lappersdorf, das Festival auf dem Freizeitgelände Pielmühle durchzuführen.“

Bilder vom Zeltfestival 2017 sehen Sie hier:

Zeltfestival feierte Auftakt nach Maß

Den perfekten Platz gefunden

Dieser Standort habe sich sowohl von der Logistik als auch von der Lage her als ideal dargestellt. Und noch etwas trug zum Erfolg des 1. Zeltfestival Lappersdorf bei, erzählt Bolland: „Ich konnte mit Konstantin Wecker, Manfred Mann’s Earth Band und der Biermösl Blosn gleich drei hochkarätige Künstler an Land ziehen!“

Angelo Kelly kommt am 7. Juni mit seiner eigenen kleinen „Kelly Familie“ zum Zeltfestival. Kelly, der als kleiner Junge mit der „Kelly-Family“ den Superhit „An Angel“ gesungen hat, hat mittlerweile selbst vier Kinder und lebt in Irland. Foto: Angelo Kelly
Angelo Kelly kommt am 7. Juni mit seiner eigenen kleinen „Kelly Familie“ zum Zeltfestival. Kelly, der als kleiner Junge mit der „Kelly-Family“ den Superhit „An Angel“ gesungen hat, hat mittlerweile selbst vier Kinder und lebt in Irland. Foto: Angelo Kelly

Der Publikumserfolg war groß und die genannten Künstler waren gleichzeitig „Türöffner“ für weitere hochkarätige Künstler im Laufe der nächsten neun Jahre. Da sich herausstellte, dass die Kulturagentur Bolland durch das jährliche Wechseln der Festivalorte logistisch und personell überfordert gewesen wäre und auch das Publikum die Konstanz schätzt, war das Zeltfestival Lappersdorf geboren.

Wenn Alex Bolland zurückdenkt und mehr als 100 unterschiedliche Künstler und Gruppen Revue passieren lässt, muss er zugeben, dass nahezu alle „durchgehend nett“ gewesen seien. „Vor allem auch die vermeintlich schon sehr berühmten“, hebt Bolland hervor. Nur ein einziger „schwieriger“ Künstler mit besonderen Ansprüchen fällt dem Konzertveranstalter ein: „Das war überraschenderweise Peter Cornelius. Da stellte sich schon die Hotel-Suche als fast unlösbare Aufgabe heraus!“

Donovan wurde 1946 in Schottland geboren. Er ist ein gefeierter Folk-Troubadour. Er sang die unsterblichen Hits „Colours“, „Universal soldier“, „Atlantis“, „Catch the wind“ und „Sunshine Superman“. Am 3. Juni tritt er im Zelt auf.  Foto: Michael Collopy
Donovan wurde 1946 in Schottland geboren. Er ist ein gefeierter Folk-Troubadour. Er sang die unsterblichen Hits „Colours“, „Universal soldier“, „Atlantis“, „Catch the wind“ und „Sunshine Superman“. Am 3. Juni tritt er im Zelt auf. Foto: Michael Collopy

Künstlerische Highlights der letzten zehn Jahre gibt es viele. Internationale Stars wie Albert Hammond, Nazareth, Johnny Winter, Manfred Mann’s Earth Band, Mothers Finest, John Mayall und Al di Meola haben unter der Zeltkuppel Musik gemacht. Songwriter wie Rainhard Fendrich, Konstantin Wecker, Wolfgang Ambros, Hans Söllner, Peter Cornelius, Pippo Polina kamen nach Lappersdorf. Die berühmten Kabarettisten Gerhard Polt, Michael Mittermeier, Monika Gruber, die Biermösl Blosn, Martina Schwarzmann und natürlich auch die Spider Murphy Gang brachten das Zelt zum Kochen. Dauerbrenner des Festivals sind vor allem bayerische Kabarettisten, die mit ihren jeweiligen neuen Programmen im Zelt auftreten, wie zum Beispiel Martina Schwarzmann, Helmut Schleich, Hanns Klaffl oder die Familie Well, die fast jedes Jahr mit einer ihrer Formationen kommt.

Bayerische Künstler sind beliebt

Musikalisch ist Konstantin Wecker einer der berühmtesten Stammgäste, er war schon viermal da. „Auch regionale Stars wie Steffi Denk und Markus Engelstädter und Donikkl kommen regelmäßig“, sagt Bolland. Nach zehn Jahren Erfahrung weiß der Konzertveranstalter genau, was beim Publikum am besten ankommt. Das sind bayerisches Kabarett und Musikkabarett sowie Liedermacher/Songwriter: „Da kam es fast immer zu ganz emotionalen, intensiven, stimmungsvollen Konzerten“, stellt Bolland fest. Die ebenfalls sehr beliebten Blues- und Rockkonzerte wurden aus Rücksicht auf die Anwohner sehr stark reduziert.

Bodo Wartke wird als „Gentleman-Entertainer“ am Klavier bezeichnet. Er setzt sich dabei mit politischen und gesellschaftskritischen Themen auseinander. Am 15. Juni zeigt er sein 5. Programm mit dem Titel „Was, wenn doch“. Foto: Sebastian Nieho
Bodo Wartke wird als „Gentleman-Entertainer“ am Klavier bezeichnet. Er setzt sich dabei mit politischen und gesellschaftskritischen Themen auseinander. Am 15. Juni zeigt er sein 5. Programm mit dem Titel „Was, wenn doch“. Foto: Sebastian Nieho

Natürlich hat Alex Bolland auch eigene Favoriten: „Ich mag alle meine Künstler, aber wenn ich jetzt wirklich wen rauspicken soll, dann sind das im Kabarettbereich Gerhard Polt und musikalisch Konstantin Wecker.“ Außerdem hat der Konzertveranstalter immer noch Träume, welche besonderen Künstler er gerne zum Festival holen würde, zum Beispiel Helge Schneider oder Jan Josef Liefers mit seiner Band. Letzterer komme, verrät Bolland, womöglich schon nächstes Jahr. Anders sehe es bei Künstlern wie Tom Waits oder Neil Young aus: „Da werde ich wohl vergeblich warten“, grinst Alex Bolland augenzwinkernd.

Wichtig ist Alex Bolland der Hinweis, dass bislang nur die „Altneihauserer Feierwehr“ und Michael Mittermeier ausverkauft seien. „Für alle anderen Veranstaltungen gibt es noch Plätze.“

Diese 15 Künstler kommen 2018:

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