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Freitag, 17. August 2018 31° 2

Bildung

Ziegenmelken will gelernt sein

Seit Oktober bekommen Kinder des Waldkindergartens Pielenhofen auf dem Kollerhof mit, wie Landwirtschaft sein kann.
Von Meike Jordan

Vorschulkinder beim Ziegenmelken am Kollerhof. Foto: Jordan
Vorschulkinder beim Ziegenmelken am Kollerhof. Foto: Jordan

Pielenhofen.Jedes Jahr dürfen die Vorschulkinder vom Waldkindergarten Pielenhofen an einem ganz besonderen Projekt teilnehmen. Ab Oktober, wenn die „Kleinen“ sich eingewöhnt haben, fahren die „Großen“ zum Arbeiten auf den Kollerhof. Seit sieben Jahren werden sie von Erzieherin Karo Hehl begleitet. „Das ist ein wunderbares Projekt“, sagt Hehl. „Die Kinder lernen hier so viel über Nachhaltigkeit wie sonst nirgends.“ Die 34-jährige Erzieherin hat selbst einige Zeit auf dem Kollerhof gearbeitet und ihn schätzen gelernt. Der Biohof hat alles, was es braucht, um auch den Kleinsten beizubringen, wie Landwirtschaft und Tierhaltung aussehen kann.

Viele Kinder sind anfangs etwas unbedarft, was die Haltung von Tieren angeht, der Umgang mit ihnen und auch, woher die Lebensmittel kommen. „Ein wunderbarer Nebeneffekt ist, dass die Kinder ihre Eltern ‚erziehen‘“, sagt Hehl. „Der ein oder andere ist durch die regelmäßigen Aufenthalte am Kollerhof schon zum Vegetarier geworden und Erdbeeren im Januar – das wollen die Vorschulkinder aus dem Waldkindergarten schon lange nicht mehr.“ Denn auf dem Kollerhof hätten sie gelernt, dass Erdbeerzeit im Mai und im Juni ist oder, dass es manchmal keine Milch zu kaufen gibt, weil die dann für die Tierbabys ist.

Die Kinder dürfen auf dem Vorzeige-Hof mithelfen. Sie bewegen sich dort frei und selbstständig. Sie klettern in die Gehege, nähern sich behutsam den Ziegen und Schafen, um sie nicht zu erschrecken.

Es werden aber auch eine Menge Fragen gestellt, je mehr die Kinder wissen, umso größer wird ihre Neugierde. Mit einer Engelsgeduld erklärt ihnen Erzieherin Karo Hehl alles, was sie wissen wollen. Anfangs haben die Kinder noch Angst im Umgang mit den Tieren. Doch jetzt, nach einem halben Jahr regelmäßiger Kontakte ist davon nichts mehr zu spüren. Und das obwohl die Tiere, Ziegen, Schweine und Schafe die Kinder immer wieder bedrängen, an ihnen knabbern und sie schubsen. Die Kinder haben es gelernt, wie dem begegnen müssen. Am Ende gibt es Brotzeit. Im Stroh, neben den jungen Kälbchen, selbstverständlich.

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