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Mittwoch, 15. August 2018 27° 6

Investition

Zwei neue Hotels für Neutraubling

Der Bedarf an Gästebetten am Wirtschaftsstandort ist groß. Einheimische und auswärtige Bauherren gehen in die Vollen.
Von Michael Jaumann

Auf der Freifläche im Vordergrund soll am St. Michael-Platz ein Hotel mit 75 Zimmern und einem Café errichtet werden. Fotos: Jaumann
Auf der Freifläche im Vordergrund soll am St. Michael-Platz ein Hotel mit 75 Zimmern und einem Café errichtet werden. Fotos: Jaumann

Neutraubling.Der Wirtschaftsstandort im Osten von Regensburg boomt. Zu den zahlreichen Großbetrieben, etwa aus dem Maschinenbaubereich, der Automobilbranche oder dem IT-Sektor, kommen Kunden und Mitarbeiter zu Verhandlungen, Gesprächen und Schulungen. Die Gäste von auswärts haben oft keine Zeit für die Schönheiten Regensburgs und keinen Nerv, sich über verstopfte Straßen zu quälen.

Ihnen bieten einheimische und auswärtige Investoren bald zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten. Zwei neue Hotelprojekte und ein Boardinghouse sind zentral und doch unmittelbar an der Staatsstraße und auch nahe internationalen Konzernen gelegen.

Am St.-Michael-Platz will der Straubinger Investor Thomas Gerl, der bereits in der Gäubodenstadt einschlägige Hotelerfahrung besitzt, ein Hotel mit fünf Geschossen auf der bereits als Sondergebiet Hotel ausgewiesenen Freifläche an der Königsberger Straße bauen.

Fassade in Corten-Stahl

Der Bau soll laut dem im Stadtrat behandelten Bauantrag 75 Gästezimmer umfassen. 63 davon sind Einzelzimmer, hinzukommen sechs Doppelzimmer und sechs Suiten. Die Suiten sollen in dem zurückgesetzten penthouseartigen obersten Stockwerk untergebracht werden.

Die Front soll in rötlich schimmerndem Corten-Stahl ausgebildet werden und korrespondiert vom Stil her mit dem diagonal gegenüberliegenden Parkhaus der VMAX-Familienstiftung von Krones-Aufsichtsratschef Volker Kronseder. Neben einem Konferenzsaal für bis zu 150 Personen soll das Hotel auch einen Cafébereich erhalten. Die nötigen 60 Parkplätze sollen im VMAX-Parkhaus zur Verfügung stehen. Eine entsprechende Vereinbarung haben Investor und Stiftung bereits getroffen. Die Stadt dringt aber auf eine notarielle, hieb- und stichfeste Beurkundung, die erst noch vorgelegt werden muss.

Gleich auf der anderen Seite des St.-Michael-Platzes will das Hotel am See seinen Betrieb erweitern. Jenseits der Birkenallee möchte Elisabeth Lacher einen Erweiterungsbau errichten. Damit will das Haus auf eine „optimale Größe“ für das Vier-Sterne-Hotel zu kommen, sagt Ehemann Bernhard Lacher, der für die mit dem Bib Gourmand ausgezeichnete Küche verantwortlich zeichnet. Die Garagen und das alte Haus jenseits der Birkenallee sollen entfernt werden, das Chalet des Hotels aber bleiben. So viele Parkplätze wie möglich sollen unterirdisch angelegt werden. Im Bau sind neben Zimmern unter anderem Sauna, Fitnessraum, Dachterrasse und die Wohnung der Hoteliers vorgesehen.

Der Erweiterungsbau soll von Umbauten im Haupthaus begleitet werden, an deren Ende 20 Zimmer mehr für das „Hotel am See“ in beiden Häusern herausspringen sollen. Vom Neubauprojekt verspricht sich die Stadt eine städtebauliche Aufwertung an dieser Flanke des St-Michael-Platzes.

Während das Projekt vom „Hotel am See“ begeisterte Zustimmung des Stadtrats erfuhr, war eine Sitzung später das Gremium beim Projekt an der Königsberger Straße nicht rundweg begeistert. Ausgelöst durch die im Bauantrag enthaltenen Café- und Konferenzbereiche stellte sich im Stadtrat die Parkplatzfrage.

Diskussion um Stellplätze

Reichen die 60 Stellplätze angesichts eines Konferenzraums für 150 Personen aus, fragte sich etwa Ulrich Brossmann (FW). Gabriele Brossmann (SPD) nannte die Parksituation am St.-Michael-Platz „tagsüber verheerend“ und Hermann Achmann (SPD) fürchtete eine Konzentration an Gastronomie beim Hotel. Dr. Edwin Schicker (Aktive Bürger) war hingegen vom Entwurf des Architekten nicht angetan. Diese dunkle Fassade passe zwar zum Parkhaus, jedoch nicht zum Ensemble des St.-Michael-Platzes mit Kirche und Klosterbau. Er bat darum, beim Investor um Nachbesserung zu fragen.

Bei keiner Einrichtung gehe man von einer Vollbelegung aus, erklärte Bürgermeister Heinz Kiechle in Sachen Stellplatz. Beim Bauantrag war sich schließlich der Stadtrat einig in seiner Zustimmung. Bei der beantragten Abweichung von der neuen Stellplatzsatzung der Stadt gab es zwei Gegenstimmen der SPD.

Das neue Hotel soll übrigens auch das von der VMAX-Familienstiftung im Klosterbau an der Königsberger Straße geplante Boardinghouse bewirtschaften. Im Westteil des Blocks sind 20 Appartements geplant. Die Stellplätze hierfür will die Stiftung ebenfalls im eigenen Parkhaus bereitstellen. „Krones braucht Kapazitäten in der Nähe“ sagt Aufsichtratschef Kronseder zu der Aufbruchstimmung in Sachen Übernachtungsmöglichkeiten. Er sehe sowohl eine Notwendigkeit für Hotels, als auch für ein Boardinghouse, das als „Zuhause auf Zeit“ auf längerbleibende Gäste ausgelegt ist.

Hotels in Neutraubling

  • Hotel am See:

    38 Zimmer hat das am Neutraublinger See gelegene Hotel bisher. Der Neubau der Familie Lacher jenseits der Birkenallee soll das Beherbergungsangebot um 20 Zimmer erweitern.

  • Hotel am Gärtnerplatz:

    In der romantisch angelegten Gärtnersiedlung westlich der Walhallastraße liegt dieses Hotel. Es verzeichnet nach Angaben der Betreiber 60 Betten. Das Hotel wird von der Familie Bollenbach geführt.

  • Hotel 7 Continents:

    Bisher jüngstes Kind der Hotels in Neutraubling ist das „7 Continents“, das Mira und Helmut Schiller vor vier Jahren eröffnet haben. Das kleine Hotel zählt zwölf Zimmer.

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