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Schauspiel

40000 Tauben am Himmel über Hemau

Züchter aus dem Ruhrgebiet entließen ihre Vögel in die Lüfte. Die Tiere zogen als dichtes Wolkengebilde über die Stadt.
Von Ingrid Kroboth, MZ

Klappen auf – und ab: Die Tauben steigen in die Lüfte. Foto: Kroboth

HEMAU.So etwas hat es auf dem Tangrintel noch nicht gegeben: 40000 Brieftauben zogen am Pfingstsonntag als dunkle Wolkengebilde über die Stadt. Gesehen haben dieses faszinierende Schauspiel aber wohl die wenigsten. Denn es war früh morgens um 7 Uhr, als auf dem Truppenübungsplatz der ehemaligen General-von-Steuben-Kaserne das Startsignal erschallte. Ein lautes Tuten, und die Klappen an den über 30 Spezialtransportern öffneten sich. Flatterndes Gedränge und über den Köpfen der Zuschauer ein deutlicher Luftzug. Als dunkler Schwarm ziehen die Tauben gen Norden, zurück ins heimische Nest, irgendwo im Ruhrgebiet.

Denn von dort waren die Lastwagen am Samstagabend vor Pfingsten gestartet. Nach sechseinhalb Stunden Fahrt stellten sie die Motoren auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände ab. Die Tauben in ihren klimatisierten Transportboxen bekamen Wasser, die Fahrer eine Mütze Schlaf. Als kurz nach fünf Uhr morgens über dem Tangrintel die Sonne aufging und sich ideales Flugwetter einstellte, legten die Flugleiter den Start fest: 7 Uhr draußen auf dem Übungsgelände. Etwa eine Viertelstunde früher öffneten sich die Luken für ein kleineres Geschwader von etwa 6000 Tauben auf dem Volksfestplatz. Die erste Runde strebte nach Westfalen, der zweite Auflass ins Ruhrgebiet, der „Hochburg des Taubensports“. Mit Fluggeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern auf Luftlinie schaffen die Tiere den Rückweg in die Heimat wesentlich schneller.

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