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Fasching

Abtanzen im Schlafanzug

Seit bald 50 Jahren ist der Schläferball in Wörth fester Bestandteil der 5. Jahreszeit. Der Andrang ist ungebrochen.
Von Nadine Gross

Der letzte Auftritt der Prinzengarde war eines der Highlights des Abends im Rosenhof. Foto: Nadine Groß
Der letzte Auftritt der Prinzengarde war eines der Highlights des Abends im Rosenhof. Foto: Nadine Groß

Wörth.Wieder einmal lud die Faschingsgesellschaft Frohsinn Narradonia zu einem Abend voll mit guter Stimmung, wilden Tänzen und amüsanten Kostümen. Der Schläferball lockte hunderte Gäste in den Rosenhof. Zur stimmungsvollen Musik der Band „Wickies“ wirbelten die Gäste über das Parkett.

Getreu dem Motto „Amerika“ beeindruckten die Jugend- und Prinzengarde die Zuschauer mit ihrer spektakulären Show. Weitere Höhepunkte waren das Männerballett mit einem spaßigen Auftritt sowie der Tanz des Prinzenpaares Prinzessin Julia I. und Prinz Reinhard I.

„Jedes Jahr ein Highlight“

Julia I. und Reinhard I. beim Prinzentanz  Foto: Nadine Groß
Julia I. und Reinhard I. beim Prinzentanz Foto: Nadine Groß

Seit knapp 50 Jahren kommen in Wörth Faschingsbegeisterte zusammen, um ordentlich zu feiern. Hier gibt es kaum einen Gast, der nicht im Pyjama, Nachthemd oder Jumpsuit erscheint. Mit Pantoffeln oder Kuschelsocken wurde die Tanzfläche unsicher gemacht. „Der Schläferball ist jedes Jahr wieder ein Highlight“, so eine junge Besucherin. Besonders der Dresscode kommt bei der Jugend gut an: „Man muss nur ins Bett fallen, wenn man spät nachts nach Hause kommt, und muss sich nicht noch umziehen.“

Neben den lässigen Kostümen war das Programm ein Highlight des Abends. Den Start machte die Jugendgarde in blau-weiß-roten Kleidern gemäß dem Motto „Amerika“. Aufgemalte Amerika-Flaggen im Gesicht zeigen, dass die jungen Tänzerinnen das Thema wirklich verinnerlicht haben. Synchron und präzise vollführten sie Spagate und Hebefiguren und ernteten dafür begeisterten Applaus vom Publikum. Eine halbe Stunde später wurde die Tanzfläche den etwas älteren Tänzerinnen der Prinzengarde überlassen. In den typisch blau-weißen Gardekostümen überzeugten auch sie mit einer exzellenten Darbietung.

Der Tanz des Prinzenpaares war ebenfalls eine Augenweide. Julia und Reinhard Diener fegten in weißem Kleid und Anzug über das Parkett. Nach einem Kleiderwechsel wurde der Tanz dynamischer und brachte auch die Zuschauer zum Mitwippen. So viel geübt wie die Gardetänzerinnen hat das Ehepaar jedoch nicht. Prinzessin Julia I. gibt zu: „Wir haben erst vor sechs Wochen mit dem Üben angefangen.“ Prinz Reinhard I., Stadtrat und Musiker der Kapelle Kaiserschmarrn, erzählt: „Wir haben im Wohnzimmer einfach die Couch zur Seite geschoben und immer wieder mal ein bisschen geprobt.“ Dennoch war der Auftritt eindrucksvoll.

Faschingsbegeisterte Schläfer beim Bobfahren Foto: Nadine Groß
Faschingsbegeisterte Schläfer beim Bobfahren Foto: Nadine Groß

Das Männerballett amüsierte die Gäste mit einem etwas anderen Tanz. In reduzierter Körpergröße alberten die Männer vor einem schwarzen Vorhang zu stimmungsvollen Liedern herum. Für einige Lacher sorgte auch der mit rosa Kleid und blonder Mähne verkleidete Balletttänzer.

Den Höhepunkt bildete der letzte Auftritt der Prinzengarde in besonders auffälligen Kostümen. Ein großes blau-weißes Federkleid zierte jede Tänzerin, dazu wurden silberne Korsetts getragen. Zu Songs wie „Ich war noch niemals in New York“ entführten die Frauen mit Stock und Hut bewaffnet die Zuschauer in ein USA der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts.

Fasching prägte Generationen

Die Faschingsgesellschaft Frohsinn Narradonia ist eine echte Bereicherung für die Stadt. Viele Wörther sind mit den Faschingsbällen und -umzügen aufgewachsen und können sich daher das bunte Faschingstreiben kaum mehr wegdenken. Auch die Jugend des Prinzenpaares, das ursprünglich aus Wörth und Hofdorf kommt, war von der Faschingsgesellschaft geprägt. „Der Fasching in Wörth hat nachhaltig zur Kultur beigetragen“, so Prinz Reinhard I. Deshalb haben sich die Verheirateten in der letzten Saison dazu entschieden, das Amt des Prinzenpaares zu übernehmen.

Präsident der Faschingsgesellschaft Heinz Maier erinnert sich gerne an vergangene Faschingsbälle zurück. Der traditionelle Schläferball, der sich im Laufe der Zeit kaum verändert hat, begeistert schon seit langem die Faschingsfreunde.

Einer blieb dem ehemaligen Prinzen jedoch besonders in Erinnerung. Als 1991 in Folge des Golfkriegs in Deutschland viele Faschingsbälle abgesagt worden sind, weigerten sich die Wörther, ihren heiß geliebten Schläferball ausfallen zu lassen. Gefeiert wurde trotzdem. „Die Leute haben uns die Bude eingerannt“, erzählt der Präsident. „Es sind so viele Menschen gekommen, dass wir zusperren mussten, weil keiner mehr reingepasst hat.“

Heinz Maier blickt jedoch auch nach vorne: Am 11. Februar steht bereits der Faschingsumzug in Wörth an. Er verrät: „Der Umzug ist mein persönliches Highlight.“

Der Schläferball in Wörth

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