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Als bayerischer Soldat mit Napoleon in Moskau

  • Gerda Leistner-Rohrbach mit dem Ahnenbild des Heimkehrers aus den Napoleonkriegen in Russland. Fotos: altrofoto.de
  • Wolfgang Fischer mit seiner Frau Anna: Der Ur-Ur-Opa der Donaustauferin Gerda Leistner-Rohrbach war einer der wenigen Heimkehrer des Russlandfeldzuges Napoleons.

Gerda Leistner-Rohrbach (70) aus Donaustauf hütet ein „extrem seltenes“ Fotodokument aus der Frühzeit der Fotografie. Es zeigt einen alten Bauern mit seiner Frau. Der Mann in Mantel und Schnürschuhen hat die Schnupftabaksdose in der rechten Hand, Stock in der Linken und schaut neugierig, aber doch etwas skeptisch in die neue Zeit mit ihren modernen fotographischen Apparaten. Dieses undatierte Foto, aufgenommen in Deggendorf, birgt ein Geheimnis. Auf der Rückseite steht in deutscher Schrift die Bildlegende. Die Personen werden bezeichnet als Wolfgang Fischer aus Warzenried bei Eschlkam mit seiner Frau Anna, geborene Holzer. „Einer der wenigen überlebenden bayerischen Soldaten von 1812 in Russland,“ steht da.

Wenn die Donaustauferin den dicken Fotokarton anschaut, blickt sie ihr Ur-Ur-Opa mütterlicherseits an. Ihr Warzenrieder Ahne hat die Welt unter grausamen Umständen gesehen. Was er erlbet hat, nahm er mit ins Grab. Es sind keine Aufzeichnungen, kein Kriegstagebuch erhalten. Fischer Gangerl war einer der namenlosen bayerischen Soldaten, die Glück hatten und Votivtafel stiften konnten für die glückliche Rückkehr vom Russlandfeldzug. Das Ereignis fand Eingang in Tolstois „Krieg und Frieden“: „Am 22. Juni 1812 überschritten die Heere Europas die russische Grenze.“ Napoleons „Grande Armée“ (500 000 Soldaten) war eine multinationale Truppe, unter der sich nur 30 Prozent Franzosen befanden. Das größte Kontingent stellten mit 130 000 die Deutschen, davon Bayern 30 000 Soldaten. „Ihr Opfergang wird in der Geschichte weitgehend ausgeblendet“ schrieb der Historiker Jan von Flocken. Als Napoleon am 14. September 1812 in Moskau einrückte, hatte er mehr als 60 Prozent seiner Truppen verloren.

Die Russen nutzen die Größe des Landes und zogen sich immer weiter zurück, hinterließen verbrannte Erde. Selbst Moskau wurde größtenteils niedergebrannt. Napoleon musste sich unter hohen Verlusten zurückziehen Von Bayerns 30000 Soldaten kehrten nur rund 3000 zurück. Darunter war jener Wolfgang Fischer, Ur-Ur-Opa der Donaustauferin Gerda Leistner-Rohrbach.

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