MyMz
Anzeige

Politik

Altenthann tritt Zweckverband bei

Der Gemeinderat beurteilt das Projekt, an dem elf Gemeinden mitwirken, positiv. Die Bienenzüchter erhalten Unterstützung.
Von Peter Luft

Die Straße in Heuweg wird saniert. Dieses Projekt profitiert bereits von dem Zusammenschluss der Vorwald-Gemeinden.  Foto: Peter Luft
Die Straße in Heuweg wird saniert. Dieses Projekt profitiert bereits von dem Zusammenschluss der Vorwald-Gemeinden. Foto: Peter Luft

Altenthann.Die „Arbeitsgemeinschaft „Vorderer Bayerischer Wald“, kurz bezeichnet mit „AG Vorwald“ ist ein Zusammenschluss von zwölf Gemeinden landkreisübergreifend von Regensburg und Cham. Fremdenverkehrsvereine, Betriebe und Privatpersonen gehören ihr an. Bisher wurde die AG mit dem Sitz und Personal im Rathaus in Falkenstein von den Bürgermeistern Gerhard Blab aus Michelsneukirchen und Stellvertreter Werner Fischer aus Bernhardswald geführt. Für beide Gemeindeoberhäupter endet die Amtszeit am 30. April 2020. Beide treten nicht mehr zur Bürgermeisterwahl an.

Die „AG Vorwald“ wird nun durch „Integrierte Ländliche Entwicklung“ („ILE AG-Vorwald“) ersetzt. Dazu will man einen Zweckverband gründen und sucht einen Geschäftsführer. Die Gründung soll im Oktober erfolgen, der Zweckverband soll seinen Sitz in den Räumen des Rathauses in Wörth haben. Ziel ist die Planung und Abwicklung gemeindeübergreifender Projekte mit Förderung. Dabei könne ein Zweckverband mit eigenem Personal und einem eigenen Geschäftsleiter deutlich effektiver und zielführender arbeiten.

Derzeit ist ein Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept (ILEK) in Arbeit. Es beinhaltet sieben Handlungsfelder für regionale Wirtschaft, Ortsentwicklung, Infrastruktur oder auch Tourismus. „Die Mitgliedsgemeinden sollen dadurch entlastet werden“, sagte Bürgermeister Harald Herrmann, der in der Sitzung des Gemeinderats von den Überlegungen, für den Bereich der AG Vorwald einen Zweckverband zu gründen, berichtete. Herrmann stellte den Entwurf eines Zweckverbands vor. So gebe es für ILE-Maßnahmen zusätzlich zur Förderung zehn Prozent Sonderförderung. „Als Gemeinde sind wir hier schon beim Straßenbau in den Genuss gekommen“, sagte der Bürgermeister.

Es entstehen auch Kosten, die auf die Verbandsgemeinden umgelegt werden müssen. Nach einer Modellrechnung werden sie anfangs jährlich insgesamt bei 135000 Euro liegen. Der Anteil der Gemeinde Altenthann würde bei etwa 5000 Euro liegen. Die Lohnkosten werden nur für einen begrenzten Zeitraum von vier Jahren mit 70 Prozent vom Amt Für Ländliche Entwicklung (ALE) gefördert.

„Was ist nach den vier Jahren, wenn die Förderung wegfällt“, fragte Alfons Graml. Die Gemeinde habe es selbst in der Hand, Projekte anzustoßen und dadurch dem Zweckverband ein Beschäftigungsfeld zu geben, sagte Geschäftsstellenleiter Stefan Unertl. „Der Entwurf einer Satzung für den Zweckverband ist bereits mit den Landratsämtern in Regensburg und Cham abgestimmt“, betonte Herrmann. „Es macht Sinn einen Zweckverband zu gründen. Die Gemeinde wird profitieren“, sagte Geschäftsstellenleiter Stefan Unertl. Der Gemeinderat stimmte der Gründung des Zweckverbands ILE-AG und dem Beitritt der Gemeinde einstimmig zu.

In der Sitzung verlas Harald Herrmann den Antrag des Bienenzuchtvereins auf Verlängerung des bestehenden Pachtvertrags, der Ende März 2020 ausläuft. Der Imkerverein habe die magische Zahl von 100 Mitglieder weit überschritten. „Das ist eine Zunahme von über 50 Prozent. Wir denken an eine Erweiterung der Imkerschule, deshalb wollen wir Planungssicherheit“, begründete der anwesende Vorsitzende Jürgen Brandl seinen Antrag. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, den Pachtvertrag um 30 Jahre zu verlängern.

Zur Haushaltslage der Gemeinde 2019 konnte Bürgermeister Herrmann einen erfreulichen Zwischenbericht geben. So erreicht t der Schuldenstand bis Jahresende einen Tiefstand von 622000 Euro. Die Rücklagen liegen dann bei 545.000 Euro. Vom Landkreis sind 22500 Euro als Förderung für Breitbandausbau eingegangen. Der Gemeinderat nahm den Bericht zur Kenntnis.

Die Kosten

  • Umlage:

    Mit den Bürgermeistern und Geschäftsleiter der Mitgliedsgemeinden verständigte man sich darauf, den Umlagebeitrag für 2019 auf 1.50 Euro je Einwohner festzulegen. 2020 wird der Beitrag auf drei Euro je Einwohner erhöht.

  • Defizit:

    Das nach Abzug der projektbezogenen Staatszuschüsse verbleibende Defizit wird entsprechend der Einwohnerzahl auf die Mitgliedsgemeinden umgelegt.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht