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Ferienzeit

Amiro spürte das Versteck auf

Kinder lernten beim Schäferhundeverein eine Menge über das Verhalten der Hunde. Man muss viel Zeit investieren.
Von Josef Eder

Der vierjährige Hovawartsrüde Amiro, der Rettungshund von Elfriede Pöppel, zeigt, was er gelernt hat. Foto: Josef Eder
Der vierjährige Hovawartsrüde Amiro, der Rettungshund von Elfriede Pöppel, zeigt, was er gelernt hat. Foto: Josef Eder

Bad Abbach.Das Wetter meinte es gut mit den 17 Kindern und Jugendlichen, die im Rahmen der Ferienfreizeit den vor 41 Jahren gegründeten Bad Abbacher Schäferhundeverein besuchten. Am Morgen war es noch regnerisch und Donner grollte. Als sich die Kinder mit ihren Betreuern unter der Leitung von Ingrid Miksch auf den Weg vom Ortskern zum Vereinsgelände machten, schien die Sonne. Der Platz liegt etwas abseits auf einer kleinen Anhöhe unweit des örtlichen Wertstoffhofes.

Zu Beginn erklärte der erfahrene Hundeführer Karl-Heinz Haider, der seinen sechsjährigen Rüden Wessely vom Elzmündungsraum dabeihatte, den wissbegierigen Kindern „Goldene Regeln" im Umgang mit den Vierbeinern. Dass man Hunde nicht beim Fressen stört und sie auf ihrem Rückzugsplatz in Ruhe lässt, wurde den Kindern erklärt. Schau mal, wie groß die Zähne des Schäferhundes sind, flüsterten zwei Mädchen.

Wie man sich einem fremden Hund in Begleitung seines Herrchens oder Frauchens am besten nähert, wurde erklärt und natürlich auch gleich geübt. Haider zeigte, wie Wessely die Grundkommandos „Fuß!“, „Sitz!“, „Platz!“, „Bleib!“, „Hier!“ und „Komm!“ beherrscht. Zudem, wie der Hund geht: Er geht immer links. „Einen Hund nie an einen Tisch im Biergarten anleinen. Ruckzuck ist der Tisch weg, wenn er kurz anzieht. Wenn man ihn aber am eigenen Fuß festmacht, merkt er sofort, dass der Rudelführer mit ihm in Kontakt ist. Er wird nie versuchen, diesen umzureißen“, sagt Haider.

Täglich drei Stunden unterwegs

Dann führt er seinen Schäferhund weg, der die Stufe III der Unterordnungsprüfung bestanden hat. „Platz“, der Rüde bleibt liegen und wartet, bis Haider ihn wieder abholt. Täglich drei Stunden ist er bei jeder Witterung mit seinem Tier unterwegs. Auf Urlaub muss man ab und an verzichten, wenn man seinen Freund nicht alleine lassen will. Und so ein Vierbeiner macht auch Schmutz. Er schüttelt sich in der Wohnung, wenn er nass wurde und auch Hundehaare sind zu finden. Das Wichtigste ist, dass sich jeder, der sich so ein Tier anschafft, dessen bewusst ist, dass er Verantwortung trägt, das Lebewesen ist treu und kann fünfzehn oder mehr Jahre alt werden.

Besonders legt Haider den Kindern nahe: „Wer einen Hund hat, der braucht auch einen Hundesitter, dem das Tier vertraut. Dieser Fremde sollte keine Angst haben.“ Große Augen machten die Kinder, als Wessely ein Hindernis im Sprung zum Apportieren überwand und später ein noch größeres. Ein Leckerli als Belohnung bekam er immer.

Erste Vorsitzende Manuela Ruzika definierte, dass es Alltags-, Gebrauchs- oder Rettungshunde wie den vierjährigen Hovawartsrüden Amiro von Elfriede Pöppel gibt. Amiro ist ausgebildet und hat schon Einsätze mit der Rettungshundestaffel Bayerwald im Deutschen Rettungshundeverein (DRV) geleistet. Aber die Vierbeiner sind auch als Polizei- oder Zollhund zur Suche nach Drogen usw. oder als Führhunde Sehbehinderter im Einsatz.

Die Körpersprache deuten

Amiro präsentierte gleich sein Können. Schüler versteckten sich zusammen mit Dirk Heller. Der Rettungshund fand sie schnell. Bevor Pöppel ihn von der Leine ließ, hatte sie ihm seine rote Kennung angezogen. DRV ist zu lesen und Schellen sind angebracht. Das ist die Lebensversicherung für das Tier. Auf der Suche nach Vermissten kann er im Wald von Jägern gesehen werden.

Hier erkennt der Waidmann oder die Waidfrau, dass ein Rettungshund im Einsatz ist und keiner, der wildert. Die Schellen offenbaren dem ihm folgenden Hundeführer dessen Aufenthaltsort. Der Hund konzentriert sich beim Suchen auf seine Nase, die Gerüche 150-mal intensiver wahrnimmt als die des Menschen. Die Kinder waren hellauf begeistert von den Erläuterungen.

Abschließend verdeutlichte Ruzika, dass jeder die Körpersprache der Tiere deuten können sollte. „Ein Hund kann uns nicht einfach sagen, wenn ihm etwas wehtut, er keine Lust hat oder auch mal in Ruhe gelassen werden möchte.“

Hunde-Wissen

  • Hundeschule:

    Eine Hundeschule zu besuchen, ist fast Pflicht für den Hundebesitzer.

  • Welpen:

    Ein Welpe wird mit acht Wochen gechipt, damit er weltweit erkennbar ist. Die jungen Welpen winseln nach der Mama, wenn sie zum Besitzer kommen. Sie sind nicht gleich stubenrein, sowie ab und an vielleicht etwas nervig. Streicheleinheiten werden immer wieder eingefordert. (lje)

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