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Anna hofft auf selbstlose Helfer

Die 45-jährige Mama aus Köfering leidet an Blutkrebs. Nur eine Stammzellspende kann ihr Leben retten.
Von Marion Koller

Anna W. muss sich einer Chemotherapie bei den Barmherzigen Brüdern unterziehen. Doch das reicht nicht aus. Foto: DKMS
Anna W. muss sich einer Chemotherapie bei den Barmherzigen Brüdern unterziehen. Doch das reicht nicht aus. Foto: DKMS

Köfering.Anna W. aus dem Landkreis Regensburg will „einfach nur leben“. Doch dafür braucht sie Unterstützung. Vor Kurzem hat die zweifache Mutter die schockierende Diagnose Blutkrebs erhalten. Es fing alles Ende 2019 mit heftigem Kopfweh an. Anna W. dachte, das werde schon wieder vergehen. Wochenlang kämpfte sie mit dem Schmerz. Dann musste sie doch einen Arzt aufsuchen. Bis zur Diagnose vergingen wieder Wochen.

Die Nachbarin kümmert sich

Seitdem steht Anna W.s (Name geändert) Leben auf dem Kopf. Sie unterzieht sich einer Chemotherapie im Regensburger Krankenhaus der Barmherzigen Brüder und fühlt sich oft schwach. Diese Behandlung allein reicht jedoch nicht. Die gelernte Buchhalterin (45) aus Köfering benötigt dringend eine Stammzellspende.

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Wie der Mutter von zwei Mädchen mit elf und 13 Jahren geht es auch vielen anderen Kranken. Alle 15 Minuten erhält ein Patient die Diagnose Blutkrebs. Oftmals können die Betroffenen nur überleben, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen gibt, der zur Stammzellspende bereit ist. Jeder, der sich registrieren lässt, kann am Ende der Richtige sein.

Anna Ws. Nachbarin Gisela Eßberger (35), eine Krankenschwester mit zwei kleinen Kindern, hat den Kontakt zur gemeinnützigen DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) in Tübingen geknüpft. „Wir wohnen in derselben Straße“, sagt die 35-Jährige zur Mittelbayerischen. Sie hat die Kranke ins Herz geschlossen. „Anna ist eine ganz herzliche Person und immer freundlich. Mit ihren Mädchen geht sie sehr liebevoll um.“ Die gemeinnützige DKMS wirbt weltweit um Spender – meist bei Veranstaltungen. Doch das Coronavirus bringt auch die Lebensretter in Bedrängnis. Wegen der Ansteckungsgefahr hat die Organisation alle Aktionen zur Registrierung neuer Stammzellspender abgesagt.

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Stattdessen bietet sie die Online-Registrierung an. Gesunde, die zwischen 17 und 55 Jahre alt sind, können helfen und sich hier als Stammzellspender eintragen lassen. Sie können sich ein Registrierungsset nach Hause bestellen. Mithilfe von drei medizinischen Wattestäbchen, einer Anleitung und einer Einverständniserklärung kann jeder nach Erhalt des Sets einen Wangenschleimhaut-Abstrich vornehmen und per Post zurück an das DKMS-Labor in Dresden senden.

Sie kämpft für ihre Töchter

Anna W. kämpft – für ihren Ehemann, einen Servicetechniker bei der Krones AG, und vor allem für die Töchter. Sie möchte unbedingt weiter für sie da sein, sie umsorgen. Beide sind laut Nachbarin Gisela Eßberger kaum auf der Straße zu sehen, weil sie viel lernen. Eines der Mädchen besucht die Mittelschule Alteglofsheim, das andere das Neutraublinger Gymnasium.

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Gisela Eßberger, eine Kinderkrankenschwester, Annas Freunde und Bekannte hoffen, dass sich viele Menschen registrieren lassen. Anna W. selbst sagt: „Ich bete jeden Tag dafür.“

Die Online-Registrierung

  • Spenderdatei:

    Mit der Online-Registrierungsaktion können sich Menschen, die helfen wollen, als Spender in die Datei der DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) aufnehmen lassen. Dafür muss man das Online-Formular auf www.dkms.de ausfüllen. Die gemeinnützige Organisation

  • schickt ein Registrierungsset mit Wattestäbchen.

  • Abstrich:

    Mit den Wattestäbchen nimmt man einen Abstrich von der Wangenschleimhaut und schickt diesen zurück an die DKMS. Nach der Registrierung stehen die Gewebemerkmale für die weltweite Suche von Patienten zur Verfügung.

  • Stammzell-Entnahme:

    In rund 80 Prozent der Fälle werden die Stammzellen der Blutbahn entnommen. Bei einer Knochenmarkspende wird unter Narkose aus dem Beckenkamm etwa ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch entnommen – mit circa fünf Prozent des Gesamtknochenmarks. Innerhalb von zwei bis vier Wochen regeneriert sich das Knochenmark laut DKMS beim Spender.

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