MyMz
Anzeige

Fest

Ansturm auf den Federweißen

In Bach waren 600 Liter des vergorenen Traubensafts am Sonntag schnell vergriffen. Menschenmengen strömten zum Weinberg.
Von Peter Luft

Most gut, Wetter gut, Laune gut: Bedienungen, Musikanten und Bürgermeister beim Federweißenfest im Baierwein-Museum Foto: Peter Luft
Most gut, Wetter gut, Laune gut: Bedienungen, Musikanten und Bürgermeister beim Federweißenfest im Baierwein-Museum Foto: Peter Luft

Bach.Die Weinberg-Gemeinde Bach erlebte am Sonntag einen Tag mit Höhepunkten und mit Mengen von Menschen. Vormittags die Installierung des neuen Pfarrers Erich Renner aus Donaustauf mit Pfarrvikar Stephan Rödl und Dekan Weindl aus Neutraubling mit Messe und Stehempfang, dann das Federweißenfest und ein Fußballspiel des VfB. Die Feuerwehr Bach regelte den Verkehr.

Der Ort Bach machte seiner Auszeichnung vor einem Jahr zum „Genussort Bach“ alle Ehre. Der verliehene Titel spiegelte sich am Sonntag beim 22. Federweißenfest beim Baierweinmuseum mit dem hauseigenen Weinberg sehr treffend. Hunderte von Besuchern und Weinliebhabern pilgerten mit Kind, Kegel und Hund wie zu einem Wallfahrtsort. Die Masse war unüberschaubar.

Fast wie beim Palmatorfest

Der Zwiebelkuchen war der Renner und passte hervorragend zum Federweißen. Foto: Peter Luft
Der Zwiebelkuchen war der Renner und passte hervorragend zum Federweißen. Foto: Peter Luft

Wenn der Weinberg einmal im Jahr zum Fest ruft, kommen sie alle. Most gut, Wetter gut, Laune gut. Wird der Genussort Bach zum zweiten Palmatorfest im Landkreis? „Ich bin selber gut drauf“, gesteht Reinhard Eberl, der neue Vorsitzende des über 270 Mitglieder zählenden „Fördervereins Baierweinmuseum“. Für Eberl ist es als Chef die Premiere. Er ist erst seit 1. April im Amt. Der Bacher Familienvater ist aber kein Unbekannter im Weinberg. Mehrere Jahre ist er schon als Aromarat und Koordinator des Federweißenfestes im Verein sehr aktiv tätig.

„Der Andrang ist einfach bombig. Das freut mich.“ Reinhard Eber,

Vorsitzender des Fördervereins Baierweinmuseum

„Ich vermute, heute wird der Besucherrekord gebrochen. Der Andrang ist einfach bombig. Das freut mich“, sagte Reinhard Eberl, der erstmals Regie führte. „Süffigen Federweißen, selbst hergestellt aus Bacher Beerenmost, am idyllischen Weinberg genießen, dazu Bacher Winzerschinken oder selbst gebackenen Zwiebelkuchen – was gibt es Schöneres am Sonntagnachmittag?“, fragte Eberl schwärmerisch.

Reinhard Eberl nennt im Gespräch mit der Mittelbayerischen Zeitung auch Gründe für den seiner Ansicht nach außerordentlich guten Besuch. Zum einen bietet der Verein fast das ganze Jahr über Kurse für Mitglieder, aber auch für Interessierte oder Hobbywinzer an. Und daran nehmen immer an die 20 Besucher teil, um Wissenswertes über den Weinbau von Otto Reichinger zu erfahren.

„Der Kellermeister begleitet den Werdegang im Weinberg von der Rebe bis zur Ernte und Verarbeitung“, sagt Reinhard Eberl. „Somit ist eine enge Verbindung zwischen Rebstock, Weintraube, Beere über die Lese bis zur Abbeermaschine und Pressen für Mitglieder und Nichtmitglieder hautnah hergestellt. Bei der Lese darf jeder mit dabei sein.“ Zur ersten Lese für das Federweißenfest kamen rund 30 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, als Lohn gab es eine kleine Brotzeit. „Uns waren die Eimer für die gepflückten Trauben ausgegangen“, erzählt Eberl mit Freude.

Mehr Fotos vom Fest sehen Sie hier:

Federweißenfest in Bach

Das Wetter spielte mit

Als weiteren Grund für den Mammutbesuch nannte er das vergleichsweise gute Wetter. „Es gab die vergangenen zwei Jahre beim Federweißenfest Regen oder Nieselregen. Das war nicht so toll. Die Besucher von Stadt und Land wollten das Traditionsfest wieder mal richtig erleben“, vermutet der neue Vorsitzende. „Zum anderen haben wir ein eingespieltes fleißiges Team und haben edle Waren beim Fest. Dafür sind wir bekannt in der Mundwerbung“, sagte Eberl.

„Ich habe den leisen Verdacht, dass unsere 600 Liter Federweißer gegen 16 Uhr aus sind. Dann wird es ein Weinfest aus eigenen Reben“, vermutete Reinhard Eberl schon zur Halbzeit des Festes. „Weil es zum Genussort gekürt wurde, ist es heute ein Wallfahrtsort. Es ist der Lohn für unsere Arbeit über das Jahr“, sagte Kellermeister Otto Reichinger.

Für Bach ein Glücksfall

Die Musikkapelle „Fünf auf Kraut“ unter der Leitung von Hans Kulzer spielte den Weinbergmarsch. Die Vorgeschichte des Baierweinmuseums weiß Bürgermeister Josef Peutler zu erzählen. Denn ursprünglich war vom Bezirk vorgesehen, das Biethaus aus dem 15. Jahrhundert mit der Weinpresse in das Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen zu transportieren und dort wieder aufzubauen.

Das gefiel aber dem damaligen Landrat Rupert Schmid gar nicht. „Was macht denn die Steinpfalz da oben mit dem Weinmuseum?“, lautete die Frage des früheren Landkreischefs. Schmid „befahl“: Das Museum bleibt in Bach. „Dafür sind wir heute dankbar“, sagt Bürgermeister Peutler. 1993 ging das Museum vom Bezirk an die Gemeinde Bach über.

Das Museum

  • Standort:

    Das kleine Spezialmuseum in Bach ist in einem historischen Presshaus aus dem 14. Jahrhundert eingerichtet. Es dokumentiert den Weinbau in Altbayern von der Römerzeit bis heute. Zentraler Bestandteil ist die Baumpresse aus dem Jahre 1615. Sie zählt zu den ältesten Weinpressen Deutschlands.

  • Geöffnet:

    Von Mai bis September jeden Sonntag von 13 bis 16 Uhr, letztmals am 29. September.

Weitere Nachrichten und Berichte aus dem Landkreis Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht